| Kunſtgriffe des Schullehrers. == Künſtler, 793
mir kommen „“ eingedenk, an dem unſchuldigen Treiben der Kleinen
ſich innig erfreut und in ihrer Unſchuldwelt ſich flüchtet, wenn das
Treiben der Andern ihm Unmuth und Ekel erweckt. Darin beſchreibt
er die Neigungen, Freuden, Spiele, Wünſche und Ausſichten des
Kindesalters, wie die Anſtalten zur Pflege, Zucht und Bildung
der Kindheit in ungemein gefälliger Sprache nach den vier Jahres-
zeiten. Auch in ſeinem „Johannes“ (Leipzig 1815) offenbaret ſich
eine ſchdue Geſinaung, von der dieſe Schilderung getragen wird.
Von ſeinen übrigen Arbeiten, inſoweit ſie in das Gebiet der Päda-
gagik einſchlagen, zeichnet ſich jein „Bibelkatechisämus'“ und ſein
„„Katechismus der Im ZJ. 1825 hat er „die riſtliche Volksſchule im Bunde mit der
Kirche „'' herausgegeben, und ſich dadurch den Namen eines wahren
ſchäfte der. Erziehung und des Unterrichts in mancher Beziehung eine
andere und edlere Richtung gegeben und ſo hat ſich K. Anſpruch auf
den wärmſten Dank der Mit- und Nachwelt erworben.
Kunſt (S. äſthetiſches Gefühl).
Kunſtgriffe des Schullehrers-. In einer zahlreichen
Schule, wo die ſämmtlichen Kinder ſtets in zweckmäßiger Thätigkeit
erhalten werden ſollen, und es dem Lehrer oft ſchwer fällt, für
einen alle Kinder ergreifenden und in ununterbrochener Thätigkeit
fortführenden Unterricht die ndthige Zeit zu gewinnen, muß der Lehrer
ſich gewiſſer Kunſtgriſfe bedienen, die da nöthig und dienlich ſind,
das Ganze der Schule in Ordnung zu erhalten, und um einen all?
gemein wirkſamen Unterricht ohtie unndthigen Zeitverluſt möglich zu
machen. Zu dieſen Kunſtgriffen gehdren folgende Stücke : a) das
einſilbige , ſelbſt nur in ſichtbaren Zeichen ausgedrückte Kommando
ſowohl im Unterrichte ſelbſt, als in der Schulordnung; b) das Chor-
ſprechen und Chorleſen z €) das Fragen und Aufgeben außer der Ord-
nung, in welcher die Kinder auf ihren Bänken ſiken; d) die ſtum-
men Zeichen der Kinder z. B. durch Handaufhebung, wodurch ſie
zeigen , daß ſie eine Antwott auf die vorgelegte Frage geben zu kön-
nen glauben 2c., e) das Bilden der Fragen und Aufgaben durc) die
Kinder ſelbſt, und endlich lt) aufregende und ermuntetnde Beiſäke
zu den Fragen. Wendet der Lehrer dieſe angeführten Mittel an,
ſo wird er finden, daß ſie zur Erleichterung ſeines Geſchäftes viel
beizutragen im- Stande ſind.
Künſtler. Wir fähren hierüber nur an, was Sailer in
ſeiner Schrift: Der Erzieher für Erzieher S. 155. u. ff. ſagt» An
die Vorurtheile des Adelichen, des Reichen, des Gelehrten reihet
ſich das des Künſtleys, weil es ihn mit allen dreien in eine Art
von Gleichheit ſebt- Dije Künſte und die Wiſſenſchaften ſind Bluts-
verwandte; denn was die Kunſt im Aeußern darſtellt, weiß die Wiſ-
ſenſchaft im Innern vor - und aufzuſtellen. Was die Vornehmen
und Reichen betrifft, ſo darf der Virtuos noc gehen, als der Gelehrte, und die Reichen, wie die Adelichen, lei-
den ihn lieber als den Gelehrten neben ſich. Denn die Vornehmen

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