Tanz = Taubſtumme und Blinde. 11
mit fleinlihen und unnüßen Dingen beſchäftigen.) S, Art. Th&-
tigkeit und Thätigkeitstrvieb.
Tanz, tanzen, Tänzbälle *). S, Art. Bälle und
Tänze, und Art, Gymnaſtik,
Taſchenſpieler- Stücke, ſo wie die Gebärdenſpiele,
(pantomimiſche Spiele) , wo die Gedanken, Empfindungen und Lei-
denſchaften ohne Rede und Geſpräch , bloß durch Zeichen und Ge-
bärden ausgedrückt werden, können für phantaſiereiche Kinder äu-
ßerſt gefährlich werden, indem ſie den ſtets regen Nachahmungstrieb
zum gefährlichen Nachmachen verfähren. Aus dieſem Grunde wer-
den weiſe Eltern , Erzieher und Lehrer dafür Sorge tragen, daß
ihre Kinder vor dergleichen Taſchenſpielereien und pantomimiſchen
Stücken, wenn ſie zur Schau gegeben werden ſollten, verwahret
bleiben , damit ihnen hiedurch kein Nachtheil erwachſen kanu, Kin-
der ſind geneigt Alles nachzuahmen, das Gute, wie das Schlimme,
und müſſen daher vor dem leßtern möglichſt geſichert werden,
Taſtſinn. (S. Art, Sinne.)
Taubſtumme und Blinde. Taubſtumme und blinde Kin-
der ſind immer ein betrübender Anbli> für das gefühlvolle menſch-
liche Herz. Wenn wir daran gedenken, wie viele tauſend Freuden
der Blindgeborne entbehren muß, die uns ungerufen von allen Sei-
ten in die Seele ſtrömen! Für ihn iſt die Wieſe umſonſt mit Blu-
men aller Art geſchmückt; vergebens ſind für ihn Thal und Hügel,
Gärten , Felder und Wälder mit Grün gekleidet, und vergebens
ſtrahlen Morgens und Abends für ihn die Gewölke vom feurigen
Purpur und Golde; denn er ſieht ſie nicht, Einſam ſteht das
blinde Kind, vom beſtändigem Dunkel umgeben, und kann ſich nicht
mit Geſpielen freuen, wie andere. Es hat Eltern und Geſchwiſter,
und kennt ſie nicht- Selbſt das, was ſie ihm geben, nimmt es an,
aber es ſieht es nicht. Alles, was man ihm als Erſaß dafür ges
ben könnte, wäre für ſeinen Verluſt zu klein. Und je älter es wird,
deſto grdßer wird auch die Zahl ſeiner Entbehrungen , und ſonach
auch deſto empfindlicher ſein Unglück, Der arme Blinde bleibt im-
mer, wie in ſeinen erſten Jugendtagen, der Aufſicht, Leitung und
Pflege Anderer bedürftig, er iſt immer von Gefahren bedroht , von
welchen man ihn beſchüßen muß. Er möchte arbeiten, und dadurch
nüßlich ſeyn, und kann es nicht. Er hört von Gott und den Wun-
dern ſeiner Macht ; allein Finſterniß bedeckt ſein Auge, er ſieht nicht
die ſtrahlende Sonne am Himmel, nicht das Flimmern der Sterne,
nicht den blaſſen Mond 2c., von der Herrlichkeit ſeines Gottes hat
er nur dunkle Vorſtellungen. Und doch iſt er noch "ungleich beſſer
daran, als der Taubſtumme. Denn obwohl dieſer das Tageslicht
“) Weil vormals die Mädchen in N. D. den neuen Frauen, auf deren
Hochzeit ſie getanzt hatten , zu Oſtern einen mit Wolle oder Federn
angefüllten Ball feierlich überreichten und dafür freies Tonſpiel zum
Tanze bekamen, ſo wurde der Name Boll auch auſ ein Tanzfeſt über-
tragen,

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