178 Verbeſſern,
mild und freundlich ſtrahl:t. Wer ſonach die Schule von der Kirche
trennen möchte, der würde, wenn ſein Werk zu Stande käme, nichts
mehr und nichts weniger dadur aufheben und alle Oeffnungen zumauern, durc) welche die erleuch-
tenden und erwärmenden Sonnenſtrahlen einfallen. Die Vereini-
gung der Schule und Kirche iſt Gottes Werk, =- und der Menſch
ſoll's nicht verderben. (S. auch Art, Emancipation.)
Verbeſſern, (Umändern) Daß der Lehrer auf dem einmal
betretenen Wege nicht ſtille ſtehen dürfe, wenn es mit ihm keinen
Krebsgang nehmen ſoll, verſteht ſich wohl von ſelbſt, Es iſt ſeine
unerläßliche Pflicht, daß er ſeine Kenntniſſe bereichere, das Man»
gelhafte derſelben ergänze und das Fehlerhafte hinſichtlich der Be-
handlung des Unterrichts verbeſſere. Manches, was er in Bezie:
hung auf ſeine Lehrweiſe als unſtatthaft, =- mehr hindernd als
fördernd =“ erkannt hat, muß beſeitiget und mit etwas Beſſerm
vertauſcht werden, nur muß er ſich vor einem öftern und allzuhäu-
figen Methodenwechſel hüten. Allein bei allem Verbeſſern, es mag
Namen haben, welchen es will, muß er immer beſonnen und flug
zu Werke gehen. Was er ſich hiebei durch Klugheit erleichtert, das
würde er ſich durc< Unklugheit erſchweren. Eben ſo kann er ſich
bei ſeinen Verbeſſerungen, inſofern ſie wirklich nothwendig ſind,
durch Klugheit manc< Herbeiführende erſparen, was er ſich durc) Unklugheit zuziehen
würde. Wer bei redlicher Betreibung ſeines Berufsgeſchäftes oſfen
und demüäthig voranſchreitet, der wird ſo leicht nichts Widriges und
Widerſtrebendes zu gewärtigen haben, beſonders wenn er des nöd-
thigen Vertrauens Anderer genießt. Das Beſſere, das an die Stelle
des Schlechten treten ſoll, wird zwar anfangs immer einigen Wi-
derſtand erfahren, weil in der Regel alles Gute immer erſt erkämpft
ſeyn will, Bald hat auch der redlic<ſt meinende Lehrer, der nur
das Gute und das Heil ſeiner Kinder im Auge hat, mit Unverſtand,
mit Neid, Stolz und leider oft auch mit Bosheit zu kämpfen, Der
Verbeſſerer , ſagt Dinker, wenn er ſein Werk in's Große treibt,
ärntet Weizen und Diſteln, Ruhm und Haß. Seine Feinde, die
auf jeden ſeiner Schritte lauern, werden ihm gefährlich, und ſeine
Freunde oft noch gefährlicher. Je mehr er ſich hebt, je bedeutens
der ſein Name wird, deſto mehr hat er ſich vor dieſen zu hüten,
Es giebt keine Menſchenart, die dem aufkeimenden Guten ſo ges.
fährlich wäre, als die kleinen Schüler großer Meiſter. == Es giebt
Viele, die dur<'s Einführen neuer Methoden der guten Sache groſ-
ſen Schaden thun, beſonders wenn der Lehrer bloß den Buchſtaben
und nicht den Geiſt derſelben ergriffen hat. Es iſt ein Hauptgrund-
ſaß., den wir ſchon einmal an einem andern Orte ausgeſprochen has
ben: „Die gebildets Kraſt im Geiſte, die Liebe zur Sache im Her»
zen, und das Material in der Hand finden leicht ſelbſt das Wie ?---
Sie ergreifen oft ohne Anweiſung die Methode, die der Eigenthüms
lichkeit des Lehrers und der Beſchaffenheit der Schüler die angemeſr«
ſenſte iſt. Da, wo ſich dieſe Dinge vereint beim Lehrer vorfinden,

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