Verhalten des Lehrers in der Schule =-- Verhältniſſe 1c+ 206
Lehrer an eine feſte Norm halten, von der er auf keinen Fall ab-
weichen darf. Da aber dieſe Norm vielfach unbeachtet zu bleiben
pflegt - und dieſes einflußreiche Geſchäft meiſt mit einer gewiſſen
Vorliebe betrieben wird, ſo haben dieſe und ähnliche Rückſichten in
der neuern Zeit viel dazu beigetragen , daß die Uebernahme dieſes
Nebengeſchäftes dem Lehrer mit ſeltenen Ausnahmen unterſagt
wurde, Iſt jedoch der Lehrer nur gewiſſenhaft, und vergiebt er
bei der übrigens genauen Beſorgung der Gemeindeſchreiberei ſeinem
Hauptgeſchäfte nichts, ſo ſehen wir nicht ein, warum ihm die Ue-
bernahme und Beſorgung derſelben nicht geſtattet werden ſollte, zu-
mal ihm dadurch Veranlaßung gegeben wird, ſeine freien Stunden
oft viel nüklicher auszufüllen. Nebenbei wird er durch die ge-
ſchikte und theilnehmende Betreibung dieſes Geſchäftes in Stand
geſeßt, das Band enger zu knüpfen, das ihn mit der Gemeinde ver-
bindet. Auch kann er gerade dadurch an Vertrauen und Wirkſam-
keit bei derſelben für den Hauptberuf = die Erziehung und den
Unterricht == ungemein viel gewinnen. Der Mißbrauch, den hie
und da Einige von dieſer Geſchäftsführung gemacht haben mögen,
ſoll gehoben und entfernt, aber die Sache ſelbſt belaſſen werden,
indem ſie in mehrfacher Beziehung für den Lehrer Nußken bringend
iſt. (Tollatur abugus, 3zed maneat usus,)
Verhalten des Lehvers in der Schule. (S, Art, Be-
nehmen ?c.)
Verhalten gegen die Thiere. (S,. Art, Rechtver:
halten.) |
Verhältniſſe, häusliche, des Lehrers. Auch in ſeinen
häuslichen Verhältniſſen muß der Schullehrer Vorbild der Gemeinde
ſeyn, damit ſich ſeine Lehre in ſeinem Wandel abpräge und ſein Le-
ben nicht ſeine Worte Lügen ſirafe. Im Leben des Hauſes ſoll ſich
die wahre, wahre Leben wird nur da gefunden, wo ſich alle Blüthen des menſch:
lichen Geiſtes und Gemüths ſo entfalten, daß der Zweck des irdi-
ſchen Daſeyns , Streben nach Vollkommenheit und Gottähnlichkeit
möglichſt erreicht werde. Das Leben bildet ſich am beſten im Leben
ſelber aus. Aber ein tüchtiger und haltbarer Grund muß gelegt
ſeyn, wenn nicht die Winde und die Waſſerwogen kommen und dem
Gebäude den Untergang bereiten ſollen. Es iſt eine verkehrte und
falſche Meinung, wenn der Schullehrer dafür hält, daß er ſeiner
Pflicht völlig Genüge geleiſtet habe, wenn er den Geſchäften ſeines
Amtes mit Sorgfalt obliege, und ſich hierin keine Nachläßigkeit zu
Schulden kommen laſſe; die Führung eines guten Wandels, liche Zucht und Ordnung im Hauſe gehören nicht minder in den Be-
reich ſeiner Berufsthätigkeit, denn dadurch ſoll er erbauen , im Gu-
ten vorangehen und überhaupt durch ſein Beiſpiel beweiſen, daß er
ſelbſt von dem, was gut und heilig iſt, durchdrungen ſey, und zum
erhabenen Ziele einer veredelten Menſchheit emporſtrebe. Es muß
daher aus ſeinem ganzen Thun und Laſſen ein wohlgeordnetes und
ſittliches Weſen hervorgehen, weil dev Gegenſaß hievon einen ge:

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