Volksſchulenkunde = Volksſchullehrerſtand. 289
ſtenthum beſchränkten. Unſere Schulen dürfen und ſollen ihren
Lehrkreis erweitern, aber nicht ſo, daß ſie den lebendigen Mittel-
punkt verlieren, und ſie leiſten in der That genug, wenn ſie Men-
ſchenkinder zu Chriſten, zu Gotteskindern bilden, ihnen den Weg
zum Himmel weiſen, und mit Himmelslicht au die irdiſche Lauf-
bahn erhellen, Das iſt gewiß eine ächte und treffliche Bildungsan-
ſtalt, welche die Kinder des Volks bei ihrer Entlaſſung ausgeſtattet
hat mit einem Glauben , der feſt, ſtark und klar genug iſt, daß ſie
jagen können: JIc ſaß und heiligen Eifer, dieſem Glauben in Gedanken, Worten und
Werken treu zu bleiben, Chriſtum zu bekennen, nicht bloß mit dem
Munde und mit frommen Gebräuchen, ſondern von Herzen durch
die That, --- durchs Leben, --+ mit der Gewöhnung zur Demuth
und Selbſtverläugnung, Dazu bedarf man allerdings neben der ei:
gentlichen Unterweiſung im Chriſtenthum noch andern Unterrichts ;
wie viel aber von jedem der früher bezeichneten Elemente deſſelben
aufzunehmen ſey, das hängt vornehmlich von der Leiſtungsfähigkeit
der Lehrer und Schüler ab, und als allgemeine Regel kann nur
die gelten, daß der Umfang nach der Tiefe abzumeſſen iſt, d. h.
daß man nicht mehr lehren darf, als was in der Seele der Z3d6g-
ſinge zu heller, ſelbſtthätig angeeigneter Erkenntniß werden kann.
(S. Art. Lehrgegenſtände.) Wir fügen bier nur noch bei:
Volksſchulen müſſen nun mehr auch in gehöriger Anzahl vorhanden
bder in mehrere Claſſen abgetheilt ſeyn, und fo viel tüchtige, treue
und gute Lehrer haben, als ndthig ſind, um die ſämmtlichen Kin-
der gehörig unterrichten und bilden zu können, Dieſe Lehrer müſſen
aber anſtändig und zureichend beſoldet, die Lehrzimmer zweckmäßig
eingerichtet, mit den ndöthigen Geräthſchaften verſehen ſeyn, und
auch die erforderlichen Lehr - und Bildungsmittel, Bücher 1c. ange-
ſc Staat eine ſtrenge und wackſame Aufſicht fähren. (S. auch Art,
S Volksſchulenkunde iſt der Innbegriff alles deſſen, was
zur zweckmäßigen Einrichtung der Volksſchulen nach ihren Haupte
und Nebenzwecken , in Beziehung auf Lehrgegenſtände, Methodik,
Digciplin, Schulordnung , Lehrer 16, erfordert wird. (S. auch Arr,
Schulkunde,)
Volksſc ſchulen Unterricht ertheilen, Ein Volksſchullehrer muß in ſich alle
diejenigen Eigenſchaften vereinigen, welche ihn in den Stand ſeken,
den wahren Geiſt und das ganze Weſen der Volksſchule, wie wir
ſolches oben bezeichnet haben, zu pflanzen und zu erhalten, (S.
Art, Lehrer,) *
Volksſchullehrer als Kir Mepßner,)
Volksſchullehrerſtand, Daß der Scullehrerſtand von
ſchr großer Wichtigkeit ſey, haben wir früher ſchon nachgewieſen.
Wir bemerken hier darüber nur noch folgendes; Tüchtige, fromme
Univerſ, Lexikon, 3ter Band, 19

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