506 Vornehmigkeit -- Vorſchriften.
ders, als ſie ſind; nur erſcheint jedem das, was ihn auszeichnet,
als das Höchſte. Durchdrungen von dieſem Höchſten, und umdü-
ſtert von dieſem Nebel werden nunmehr auch die Kinder auf eigene
Weiſe verbildet. Die adelichen Eltern ſchauen durch das Medium
ihrer Geburt und ihres Standes, und die Reichen durch das Me-
dium ihres Vermögens , und die Kinder lernen ihnen nachſchauen.
Und ſo wachſen dieſe auf, >“ ohne Gefühl für's Göttliche , und
hangend an dem Aeußerlichen, halten ſie daſſelbe für ihr wahres Le-
vens-Element und finden darin ihren Tod. Nur Religion, Tugend
und wahre Erkenntniß ſind der unverlierbare Schmuck der jugendli-
nicht unter, und dieß Eine iſt die Religion, die Krone der Erzie?
hung und die Wurzel oder das Element alles wahren Lebens. V
möchte das Gleichniß vom Maibaum jedem Erzieher ſtets fort leben-
dig vor den Augen ſchweben, damit er ſein Werk zum bleibenden
Segen betreibe und vollende ! Möchte es aber auch den Bornehmen
und Reichen die Augen dffnen, damit ſie einſehen lernten, was ih-
nen und ihren Kindern zum wahren Heile gereichet« =- (Sir. 1, 1,
Spr. 8. 1. Cor. 1, 21. Weish. 8, 35 Pſ. 48, 7« Pſ. 51, 9.
61, 11. Spr. 11, 28. 14, 24 Jer. 9, 23. Mark. 10, 24.)
Vornehmigkeit. (S. Art. Partheilichkeit.)
Vorſchriften, Cs genügt noch nicht ganz, daß die Kinder
bloß leſerlich ſchreiben, ſondern ſie ſollen auch angeleitet werden
ſchdn zu ſchreiben, Nicht nur iſt das Schönſchreiben bildend, jon?
dern es gewährt daſſelbe auch im praktiſchen Leben vielfachen Nuken,
und darf ſonac< in keiner Schule hintangeſelßt werden, Hiezu iſt
jedoch) gleich anfangs eine entſprechende Muſterſchriſt zu empfehlen,
und zwar, wenn es jeyn kann, die des Lehrers ſelbſt. Damit muß
jedoch das dftere praktiſche Vorzeigen verbunden werden. Hiebei iſt
aber auch zu verhüten, daß der Schüler nicht durch den etwaigen
Wechfel des Schreiblehrers gendthiget werde, ſeine bisherigen
Schriftzüge zu ändern, wodurch , zumal wenn dieß häufig geſchehen
jollte , die Erlangung einer wahrhaft ſchönen , ſoliden und kräftigen
Handſchrift ſehr erſchwert werden müßte, und dieß auch ſchon um
deßwillen, weil der Federſchnitt eines jeden Lehrers immer etwas
verſchieden iſt , dieß aber eine veränderte Haltung der Feder ndthig
macht, -- Es iſt aber auch für einen zwe>mäßigen Inhalt der Vor-
ſchriften , ſo wie auch deſſen, was den Kindern in die Feder diktirt,
oder ihnen ſonſt zum Schreiben aufgegeben wird, Sorge zu tragen,
und leßteres um ſo mehr, weil das , was die Kinder ſchreiben und
nicht ſelten öfters nachſchreiben , ihrem Gedächtniſſe und Gemüthe
ſich einprägt, und unvermerkt der Gegenſtand ihrer Gedanken und
Empfindungen, Maaßſtab ihrer Urtheile und Grundſaß ihrer Hand-
lungsweiſe werden kann, Wir wollen hier die Sache durch ein
paar Beiſpiele erläutern und zeigen, weſſen Inhalts die Vorſchrif“
ten für unſere keine Schäße für die Erde, wo Roſt und Motten fie verzehren, wo
die Diebe einbrechen und ſie ſtehlen, Hinterleget euch vielmehr

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