Wahrſagen, = Wahrſagerei, 329
Dingen befaſſen. Ein * denſch , ſpricht der Lehrer, hat ſich ſelbſt
verloren, wenn er den Glauben an Gottes Weisheit und ſeine
Vaterhand verliert. Die Vernunft unterſagt einem Jeden das eitle
Spiel der Selbſttäuſchung , und Gottes heiliges Wort beſtättiget es
auf die klarſte und ernſtlichſte Weiſe , wenn es ſpricht: „„Wahrſa-
gerei, lügenhafte Deutung aus dem Vogelflug und die Träume (böſer
Menſchen) ſind nichtig. Wie eine Gebährende , leidet dein Herz an
Einbildungen! Hänge dein Herz nicht daran 3 es wäre denn das Ge-
ſicht von dem Allerhöchſten geſendet (wodurch Gott ſeinen Willen
den Menſchen offenbart oder bekannt macht). Denn Viele wurden
durch Träume betrogen und in ihrem Vertrauen darauf getäuſcht.
(Sit. 34, 5=--7.) Nur zu leicht verleitet die falſche Hoffnung , die
ſich auf derlei vermeinte Vorboten der Zukunft gründet, zu irrigen
und thdrichten Handlungen, die , ſtatt den Menſchen ſeinem Glücke
zuzuführen , ihn von demſelben entfernen. Gottes Wille iſt es, daß
die Zukunft dem Auge des Menſchen verborgen bleibe, und es iſt
daher dieſem heiligen Willen geradezu entgegnen, das Künftige auf
thödrichte Weiſe erfragen zu wollen. Mit wohlthätiger Hand ordnete
es Gott an, daß ein Jeder vertrauensvoll an Ihn, und unbekäm-
wert um künftige Dinge , den gegenwärtigen Augenblick mit Freu-
den annehme und genieße, und unbeſorgt wegen des Uebrigen, ſich
nur immer feſt und zuverſichtlich an ſeiner Hand halten ſoll, die
auch durch Dunkelheit zum Lichte fährt. Darum ruft Jeſus, unſer
Heiland, jedem bekämmerten Herzen zu? „„Sorget nicht ängſtlich
für den folgenden Tag; der folgende Tag wird ſchon ſur ſich ſelber
ſorgen. ““ Der Kummer um die Zukunft wird nicht durch jene eitlen
und vergeblichen Mittel , nicht durc< jene Täuſchungen des Aber-
glaubens gehoben, ſondern durch das kindliche Vertrauen auf Gottes
allwaltende und alles am beſten ordnende Vorſehung, und durch
eigene Thätigkeit und Vorſicht, die vorhandenen Uebel vermindern.
Der Geiſt derer , die Gott fürchten, wird beſchüßt und durch ſeinen
Blick geſegnet. Wer den Herrn fürchtet, zittert vor nichts, und er-
ſchrikt nicht: denn Er iſt ſeine Hoſfnung- Dieß iſt das rechte
Mittel und der ſicherſte Weg, der zum Heile führt. = Kinder
thut zu jeder Zeit euers Lebens das Eurige , vertraut dabei auf Gott
: und liebet ihn von ganzem Herzen, dann habt ihr nicht Urſache auf
thdrichte Weiſe das Künftige zu erfragen oder euch trügeriſchen
Wahrſagungen Anderer in die Arme zu werfen; ſie verheißen euch
immer nur goldene Berge und geben euch nicht einmal ein leichtes
Pfund Blei daſür, oder ſie beſchweren euere Herzen mit Kummer,
Angſt und Sorgen und leiten auch durch ihre Täuſchungen zu Jam-
mer und Noth. Beiſpiele, wie ſie nicht ſelten das Leben armer
Betrogener bietet, werden auch hier dem Lehrer die wohlthätigſten
Dienſte erweiſen, um ſeine Kinder vor ähnlichen Täuſchungen zu
bewahren, (Siehe hierüber auch die Calenderkunde von M. E.
Münc<. Aufl. 5. Augsb. 1857, beſonders in Beziehung auf den
Art. Calenderprophezeiungen«. |

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