Meſſenberg. 361
herbeiführen, Ein ſolcher Lehrer würde, da ſeine Thätigkeit ohne-
hin zwiſchen Kindern, die ſich auf den verſchiedeuſten Erkenntnißz
ſtufen befinden, ſehr getheilt iſt, ſeinen Zwe> ungleich weniger et-
reichen, wenn er ſie zumal no< auf zu vielerlei Gegenſtände zeiſplit-
tern wollte. Freilich will ein thätiger und ſür ſeine Sache eingenom-
wener Lehrer nicht hinter Andern zurückbleiben, und zieht daher
gern Manches in ſeinen Bereich, was ſich mit der Betreibung des
Weſentlichen nicht verträgt oder wenigſtens demſelben Abbruch thut,
Immerhin kann ſich auch der eifrige und fleißige Lehrer damit zu-
frieden geben, wenn er mit feinen Kindern nur erſt das Weſentliche
und Nothwendige auf eine entſprechende und gründliche Weiſe be-
haudelt hat. Kann er dann nach Umſtänden der Sache noch an-
derweitige Zweige wohlthätigen und nukreichen Wiſſens in ſeinen
Unterricht aufnehmen, ohne dem Weſentlichen zu derogiren, ſo wird
er wohl daran thun. Vor dem Vielerlei und nichts Rechten können
wir jedoch insbeſondere den Landſchullehrer nicht ernſt genug war-
nen. (S. Art. Vielerlei und Art. Mittel und Zweck.)
Weſſenberg (Ignaz Heinr, v.) Freihert, Herr zu Amprin-
gen und Feldkir Vater war dſterreichiſcher Geſandter am Sächſiſchen Hofe. BWVon
einem reinen und mächtigen Triebe zu den Wiſſenſchaften durch-
drungen und begabt mit auſſerordentlichen Talenten widmete er ſich
den Wiſſenſchaften zu Freiburg und Wien, Sein Herz ſchon ſrühe
der Frömmigkeit zugewandt und immer nach dem Höhern ſtrebend,
wählte er den geiſtlichen Stand. Dem alten Adel und Anſehen
ſeiner Familie verdankte er ſchont als Jüngling Domherrnſtellen
in deutſchen Hochſtiiſtern. Cr war ſchon Domherr in Conſtanz, als
der Fürſtprimas V. Dalberg ihn 1802 zum Generalvicar und Prä-
ſidenten der geiſtlichen Regierung des weitſchichtigen Bisthums
Konſtanz erhob. In dieſen bedeutenden Wirkungskreiſe arbeitete
er mit Kraft und Einſicht eines reinen thätigen Chriſtenthums.
Richtige Kenntniß zu verbreiten und durch wahre Erbauung
war ſein Zwe>k. Daher ſorgte er unabläßig für eine beſſere
Bildung der Geiſtlichen, munterte ſie zu wiſſenſchaftlichen Studien,
literariſchen Arbeiten und nüklichen Mittheilungen aus ihrer Amts-
erfahrung auf, wozu das ſeit 1804 herausgekommene und mit den
vorzüglichſten Aufſäßen derſelben ausgeſtattete Archiv ſür die Paſto-
ralconferenzen ein wirkſames Hülfsmittel wurde, Beſonders war
ihm der jugendliche Unterricht im Chriſtenthume ſowohl in der Schule
als Kirche am Herzen gelegen. Auch ſuchte er den deutſchen Kirc Geſang zu verbeſſern, und das von ihm herausgegebene Geſangbuch
zum Gebrauche bei der öffentlichen Gottesverehrung behauptet un-
ſtreitig unter den ſeither an's Licht geförderten den erſten Rang.
1814 ernannte ihn von Dalberg zum Coadjutor oder Nachfolger in
ſeinem Bisthum Konſtanz. Allein dieſe Ernennung konnte die höchſte
Genehmigung des heil. Vaters aus verſchiedenen uns unbekannten
Grönden nicht erhalten. Da nun aber 1827 das v, W, verwaltete

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.