368 Wiederholen, =- Wiederholung. -
derholung , vor der ſteten ſynonimiſchen Wiederk&uung deſſen, was die
Kinder längſt ſchon wiſſen. = Das Wiederholen kann in allen Lehrge-
genſtänden angewandt werden , ſelbt bei Fertigkeiten. Aus dem bisher
Geſagten geht hervor, daß die Wiederholung doppelter Art iſt, num-
lich 1) die einfache, welche ſich darauf beſchränkt. dem Schüler das
Gelernte in dem Zuſammenhange, in welchem es erlernt worden iſt,
wieder in's Gedächtniß zurückzurufen, und 2) ſteigernde, welche das
Erlernte nicht bloß zurückruft, ſondern neu verknüpft, von neuen Seiten
betrachtet, und ſelbſt Neues durc die Verknüpfung ſchafft. Solche
Wiederholungen in Querdurchſchnitten ſind ungemein bildend , kön-
nen aber nur von einem ſehr gewandten Lehrer angeſtellt werden.
Die Hanptregeln für den Lehrer bei den Wiederholungen ſind fol-
gende: 1) Er befolge ſtrenge Ordnung beim Unterrichte , denn da-
durch wird nicht nur das Auffaſſen, ſondern auch das Behalten und
Wiedergeben befördert. 2) Er faſſe nach Beendigung eines Abſchnittes
das Weſentliche zuſammen, damit es ſich die Kinder recht einprä-
gen. 3) Er kündige namentlich bei zu memorirenden Penſen die
Wiederholung vorher an, damit ſich die Kinder darauf vorbereiten
können, Dabei darf jedoch das gleich anfangs Betmerkte nicht ver-
geſſen werden. 4) Er fordere bei der Wiederholung nicht zu viele
kleine Einzelnheiten, ſey aber auch ſelber feſt, und wiederhole erſt
das ſelbſt mit ſich genau, was er mit den Kindern wiederholen will.
5) Er nehme mit den ſchwachen Schülern nur eine einfache, mit
den ſtarken dagegen eine ſteigende Wiederholung vor. 6) Er frage
einfach, beſtimmt und richtig; verwerfe nicht die halbwahren Ant-
worten der Kinder, ſondern ſcheide das Falſche von dem Wahren.
7) Endlich erhalte er die Kinder bei der Wiederholung ſo viel mög“
lich in ruhiger Gemüthsſtimmung, *) Wie die Wiederholungen bei
einem jeden Unterrichte ungemein nüßlich ſind, ſo ſind ſie es auch
beim katechetiſchen. Do) ſtelle dieſe der Lehrer nicht ſo an, daß er
einen Schüler bloß auffordert, das noc< einmal zu ſagen, was ſo
eben ein anderer Mitſchüler geſagt hat; vielmehr verändere er die
Frage den Worten nach, oder ſeke den zu wiederholenden Begriff
mit andern, mit welchen er häufig verbunden vorkommt, in Verbin-
dung d. i. er laſſe die Kinder nicht immer mit einerlei Worten
wiederholen, wozu ſie ſich ſo gern verſtehen. Die prüfende Wieder-
holung, welche am Ende einer Woche, eines Monats oder eines Ab-
ſchnittes 26, angeſtellt wird, ſoll dem Lehrer die Ueberzeugung ver-

*) Harniſch fordert au<, der Lehrer ſoll dem Schüler, wo es irgend thun:
lich ſey, gedru>te oder geſchriebene Leitfäden zur häuslicken Vorberei-
tung auf die Wiederholung in die Hände geben, aber nicht dulden, daß
ſie bei der Wicderholung oder beim Unterricht von ihm gebrau Das Nah<ſc eine Plage für Schliler und ein wahrer Tod beim Unterri Dieſterweg hat ſim dagegen etklärt, Dem Nachſchreiben ſollte daher in
feiner Schule die Thür mehr geöffnet werden,

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