378 Wiſſenſchaft, =- Wiſſenſchaft u. wiſſenſchaftliche Behandlung 2c,
Verſtand nicht vor den Jahren kommt, und daß man die Naives
tät der Kinder in dem mythiſchen Spiele ihrer Vorſtellungen nicht
verleßen ſoll. (S. auch hierüber Art, Genußtrieb,) -
Wiſſen, das, blähe nicht auf, Das Wiſſen allein erfaßt
den Menſchen nicht allſeitig, und führt ſonal) no< nicht zur Voll-
kommenheit. Wenn es auc den Geiſt befriedigen mag, ſo läßt es
doch das Gemüth unbefriediget und macht alſo einſeitig, Nur wenn
es, ſagt Kelber, wahr und kräftig, in Fleiſch und Blut, in Saſt
und Kraft übergeht, wenn es das Herz eben ſo wohlthätig erwärmt,
als es den Verſtand erleuchtet, wenn es mit Liebe und Demuth ge-
paart iſt, und die edle That gebiert, dann iſt es das techte Wiſſen.
Alles einſeitige, halbe, todte Wiſſen, eine bloße Materialien - Nieder-
lage, ein Allerlei und Durcheinander, blähet auf, beſſert nicht, und
trägt auch nicht eine einzige taugliche Frucht, Alles Wiſſen, das bläht,
iſt keines, und der Wiſſer, der ohne das Göttliche in der Welt iſt,
hat in dem Regiſter ſeines Wiſſens weiter nichts als Nullen wie
Sailer ſagt, Die aufgetriebenen Schüler ſind alle voll Blähung
und ſie müſſen endlich zerplaßen, wie der Froſch in der Fabel, wenn
die Blähung keinen Ausgang findet, Bis ſie abgeht, verurſacht ſie
immer eine unangenehme Empfindung. Es muß viel Blähung für
Wiſſen gelten z aber es ldſet ſich auf in einen .widerlichen Dunſt,
Daher in der Schul- und Bücher - Atmosphäre der ſo häufige üble
Geruch. Nicht ſelten iſt der Schüler ſchon aufgebläht, wenn er in
die Schule kommt. Die Schule muß dann die Blähung abtreiben,
nicht vermehren, Das Hans blähe den Schüler nicht auf durch
eingebildeten Standesvorzug, die Schule nicht dur< eingebildetes
Wiſſen. (S. 112.) Und, ſagt Hippel, verſiehen doch die ſoge-
nannten Vielwiſſer oft gerade das Allerndthigſte nicht, und werden
im praktiſchen Sinne manc -„- bei weitem übertroffen. (Autob, S. 286.) -- Aller Unterricht
kann daher nicht frommen, wenn er nicht Nußen bringt. Wenn
nicht ſelten eine Schule Bewunderung in den Augen des Unver-
ſtändigen erregt, ſo iſt es doch im Grunde und im Auge des Ver-
ſtändigen weiter nichts, als leerer Schein. Der Unterricht muß
den Geiſt erleuchten und das Herz zum Guten erwärmen. Und
nur das iſt dann auch das rechte Wiſſen, das dadurc< errungen wird.
(1. Cor. 8, 1. 2. Job. 8, 9. Jer. 9, 24. 1. Cor, 13, 9.
Epheſt. 3, 19.)
Wiſſenſchaft und wiſſenſchaftlihe Behandlung
der Erziehung. Die Lehre von der Erziehung kann allerdings
im Geiſte der Wiſſenſchaft behandelt werden, und ſoll es auch.
Wir ſagen jedo< mit Sailer im Geiſte; denn der Buchſtabe,
den kein Geiſt des Wiſſens beſeelt, iſt nur zu geſchit , den Men-
ſchen noch mehr zu verziehen, und zwar zuerſt den Lehrer , hernach
ſeinen Hörer, und und endlich durch Lehrer und Hörer die Welt.
Dieſer Buchſtabe wird zur verheerenden Landplage, wenn ihm Neid,
Gewinnſucht und blinder Eifer ein Schwert in die Hand geben, es
ſey ein literarifches, oder ein kir

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.