382 Wohlanſtändigkeit.
dern einen paſſenden Spruch aus der heiligen Schrift zum Behufe
einer zu erklärenden Indeſſen muß derſelbe auch in ſein gehöriges Licht geſtellt und nach
dem Sinne der Kirche erklärt werden, damit ihn die Kinder richtig
auffaſſen, und auf eine entſprechende Weiſe wiedergeben können,
So können wohl in jeder Woche ein, zwei bis drei ſolc eingeübt werden. Dadurch kommen die Kinder allmählig in den
Beſißß vieler heiligen Sprüche, welche ihnen bei der Erklärung des
Katechiämus die trefflichſten Dienſte erweiſen und zugleich Leitſterne
auf ihrer künftigen Lebensbahn werden dürften, Wie wohlthätig
müßte den Kindern der Spruch entgegenkommen , wenn ihnen z, B.
Gottes Heiligkeit erklärt wird: „Deine Augen, o Gott! ſind
ſo rein, daß Du das Böſe nicht ſehen, den Anblick des Unrechts
nicht ertragen kannſt.““ Oder; „„Werdet in euerm ganzen Leben
heilig, wie derjenige heilig iſt, der euch berufen hat; den es ſteht
geſchrieben : Ihr ſollt heilig ſeyn, wie ich heilig bin“' 16, 16. Ge-
winnbringend dürfte es auch ſeyn , wenn die Kinder angehalten wür-
den Sprüche auf die beſondern Zeiten und Feſttage des Jahres
mit der nöthigen Erklärung auswendig zu lernen, Z. B. für den
Sonntag: „iSUmgeben will ic Deinen Altar, o Herr z damit ih
höre die Stimme Deines Lobes, und verkändige alle Deine Wun-
der. Ich liebe die Schönheit deines Hauſes und der Ort deiner
Herrlichkeit, ““ Für das Oſterfeſt: Jeſus ſpricht: ,,Ic< bin die
Auferſtehung und das Leben; wer an mich glaubt, der wird leben,
obgleich er geſtorben iſt. Und wer da lebt und glaubt an mid), der
wird nicht ſterben in Ewigkeit.“ =-- Für das Feſt der heil.
Apoſtel: „Wie lieblich iſt der Wandel derer, die Boten des Frie-
dens ſind! In allen Landen iſt ihr Ruf erſchollen, und bis an die
Enden der Erde ihr Wort“ u. ſ. w. Wie ſchön könnte auf ſolche
Weiſe der Lehrer den Kindern die Bedeutung eines jeden Kirchen-
feſtes darſtellen, und die Wichtigkeit davon in die Tiefe ihres Ge-
müthes ſenken! -- Es wäre hiebei um ſo weniger nöthig, eine
eigene Sammlung ſolcher Sprüche anzulegen und zu ordnen, da der
Herausgeber des Lexikons dieß ohnehin ſchon im Jahre 1852 gethan,
und eine beſondere Schrift, unter dem Titel: „Die in Denkſprüchen aus dem göttlichen Worte und den Schriften der
Kirchenväter“, veröffentlicht hat. (Stuttgart bei Paul Neff.) Die-
ſelbe iſt zugleich mit einem Anhange verſehen, in welchem Sprüche
auf die ſämmtlichen Feſttage und die beſondern Zeiten des Jahres
aufgenommen worden ſind, .
Wohlanſtändigkeit. (Werth und Bewahrung derſelben.)
Wohlanſtändigkeit und Anmuth des äußerlichen Betragens, inſofern
wir uns dadurch Achtung, Vertrauen und Freundſchaft erwerben
können, iſt ebenfalls ein Gegenſtand , welcher würdig iſt die Auf-
merkſamfeit des Lehrers zu beſchäftigen. In den Sitten, im An-
ſtändigen und Unanjtändigen , offenbart ſich das edle und unedle
Gemüth. In der Holdſeligkeit und Milde ſpricht die Liebe; im
Erröthen und Verhäten des Unreinen die Schamhaftigkeit; in groben

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