Tochygraphie =- Tagesordnung des Lehrers. 5
angeeignet, aber den Ideen nachzufolgen, den Gedanken klar aufzu-
faſſen oder aus ſich ſelber zu entwickeln nicht gelernt haben. So-
bald man es verſuchte ſie von ihrem Buchſtabengange abzubringen,
und in die Sache ſelbſt hineinzuführen, ſo wußten ſie nicht mehr,
woran ſie waren. Durch dieſe Verfahrungsart konnte demnach nur
ein kaltes und todtes, aber kein lebenskräftiges Wiſſen erzielt werden.
Uebrigens wollen wir hiedurch der Literalmethode nicht allen Werth
benommen haben. Die Tabellen ſind an ſich ein treffliches Mittel,
Ordnung in den Kopf zu bringen; ſie verſchaffen eine allgemeine
Ueberſicht, und laſſen mit Einem Blicke das durchwanderte Gebiet
überſchauen, nur für die Elementarſchule taugen ſie nicht.
Tochygraphie, Schnellſchreibekunſt. (S, Art. Schnell«
ſchreiben.)
Tadel, tadeln. (S, Art. Lob und Tadel.)
Tafel. Vom lat, Tahula iſt ein ebener, gemeiniglich dünner
Körper, welcher ungleich länger und breiter, als di> iſt. Dahin
gehören die Rechen - , Schreib -, Schiefer - und die ſchwarzen , hdöl-
zernen Tafeln, die in den Lehrzimmern zum ndöthigen Gebrauche für
Lehrer und Kinder vorhanden ſind, um darauf rechnen und ſchrei-
ben zu können. (S. Art. Lehrzimmer,) |
Tagebuch des Lehrers. Die Führung eines Tagebuchs iſt
dem Lehrer um ſo mehr zu empfehlen, je mehr es zu ſeiner eige:
nen geſteigerten geiſtigen und religidsſittlichen Bildung, ſo wie für
gewiſſenhafte Verwaltung ſeines Amtes beiträgt. In dieſem Tage-
buche hat derſelbe niederzulegen: a) Bemerkungen über ſich, über
ſein inneres, geiſtiges und religids - ſittliches Leben, und eben ſo
auch über einzelne Kinder, nebſt den Verſuchen, die er zu ihrer
zwekmäßigen Behandlung gemac Büchern vorgefunden ; &) geſammelte Erfahrungen, Fragen und
Zweifel aus dem Gebiete des Schullebens, und d) den täglichen
Inhalt ſeiner Lektionen. Es iſt jedoch nicht ndthig, daß der Leh-
rer Bemerkungen der Art täglich eintrage, wohl aber ſollte keine
Woche vorübergehen, ohne durch irgend etwas ſein Tagebuch berei-
ihm ſicherlich nie am erforderlichen Stoffe hiezu fehlen. --- Durch
ein ſolches Tagebuch verſchaft ſich der gewiſſenhafte Lehrer zugleich
auc eine bequeme und nükliche Ueberſicht deſſen, was er in der
Schule behandelt hat, ein Gemälde ſeiner ganzen Wirkſamkeit und
eine richtige Geſchichte ſeiner fortgeſchrittenen Geiſtes - und Herzens:
bildung, die ihm auch in den ſpätern Jahren noch lehrreich und er-
freulich ſeyn muß, Die geringe Mühe, die er auf die gewiſſen-
hafte Führung eines ſolches Buches verwendete, wird ihn reichlich
entſchädigen, Jedenfalls kann er ſeine geſchäftsfreien Stunden auf
keine erſprießlic Tagesordnung des Lehrers. Jedem Menſchen iſt nach
ſeinem Stande und Berufe zugleich ſeine Lebensordnung vorgezeich-
net, und je wichtiger dieſer Stand und Beruf, je bedeutender ſein
Geſchäft und je ausgedehnter der Kreis ſeiner Thätigkeit ijt, deſto
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