Ziel des Schulunterrichts, == Ziel der Vollendung des Lehrers. 419
Leben, =“ Daher müſſen unſere Kinder ſon in des Lebens erſter
Blüthe an das Gute gewöhnt werden , und dieſes Angewöhnen muß
der Tugend den Weg anbahnen, Und das iſt das eigentliche Ziel
der Gewöhnung. :
Ziel des Schulunterrichts, Das Ziel des Schulunter-
richts iſt und kann kein anderer ſeyn, als die Kinder bei ihrem
Anstritte aus der Schule ſo vorbereitet mit Kenntniſſen, Gemüths-
eigenſchaften und elementariſchen Fertigkeiten hinzuſtellen, daß ſie
durch. dieſe Grundlage in den Stand geſeßt worden ſind, ſich in
ihren künftigen Lebens - und Berufsverhältniſſen immer weiter aus-
zubilden, und tüchtig zu werden für den Himmel und die Erde.
Gott hat dem Menſchen ein Ziel geſeßt, welches weit über die
Grenzen des zeitlichen Lebens hinansreicht, und die Schule kann
ihre Aufgabe nur dadurch auf eine entſprechende Weiſe löſen, wie
ſie die Kinder in den Stand ſekt, dieſes Ziel erſtreben zu können,
-- Des Menſchen und der Menſchheit Ziel iſt, wie wir früher ſol-
des am geeigneten Orte deutlich nachgewieſen haben, kein anderes
018 Vollkommenheit, die in der GSödttähnlichkeit beſteht, In der
Schule müßten ſie demnach anzeleitet worden ſeyn, das Bildniß Got-
tes in allen ihren Lebens- und Berufs - Verhältniſſen treu zu be-
wahren und immer mehr zur Freiheit der Kinder Gottes zu gelan-
gen, d, i, vollkommen zu werden, wie der Vater im Himmel voll-
kommen iſt, Sind die Kinder in und durch die Schule ſo weit ge-
bracht und für's Leben vorbereitet , daß ſie mit Gottes Gnade ver-
mögend ſind, ihre erhabene Beſtimmung zu erreichen, dann hat ſie
ihre Aufgabe geldst , ſo weit ſie dieſelbe ldſen konnte, und das ihr
vorgeſtekte Ziel erreicht,
Ziel der Vollendung des Lehres, Es kann für den
ven, als das Bewußtſeyn, ſeine Pflichten in allſeitiger Beziehung
erfüllt und die ihm anvertraut geweſenen Kinder brauchbar fär die
Erde und tüchtig für den Himmel erzogen und gebildet zu haben.
Ruhig und voll Troſtes aus der höhern Welt kann er, wenn der
Abend ſeiner Tage niederſinkt, dieſe Erde verlaſſen und hinüberge-
hen in die Heimath des ewigen Lichtes. Mögen ſie ſchwinden die
kurzen Freuden ſeines Lebens; mögen ſie verwelken die Blumen an
ſeinem Pfade, -= ihm ſind höhere Güter und Freuden dort bereitet,
von wo aus ihm das Kleinod des ewigen Lebens entgegenſtrahlt.
Gewirkt hat er, ſo viel an ihm war, für Gottes Reich, und aus»
geſtreut hat er den Saamen für Wahrheit, Tugend und Menſchen-
wohl. Sieht er auch das ausgeſtreute Saamenkorn hienieden nicht
mehr reifen, und kann er nicht mehr ärnten, =“ ſo wird er doch
von dem, was er im Segen ausgeſäet, jenſeits im Segen und in
namenloſer Freude ärnten. Gottes Rei , Wahrheit, Tugend und
Gerechtigkeit waren die Zielpunkte ſeines Wiſſens und Wirkens, und
mußte er auch um deßwillen manchen herben Kampf beſtehen, ſo
blieb ihm doh der Sieg über mancherlei Hinderniſſe und Erſchwe-
rungen, und ihm winket am Ziele ſeiner Bahn der Engel des Lichtes,
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