8 Taktmäßiges Nachſprechen und Antworten.
S. 349.) Der richtige Takt weiß in der gegebenen Beziehung je-
desmal das Rechte, Schickliche und Zwekmäßige zu wählen und
durchzuführen. Er reißt das bisher Beſtandene, und wenn es auch
noch ſo alt wäre, wenn es ſich nur als gut bewähret hat, nicht mit
Gewalt nieder, um unbeſonneu dem Neuen Plaß zu machen. Be-
ſonnen verfolgt er die Bahn des Rechten, und weicht weder zur
Rechten noc< zur Linken davon ab. Eben ſo weiß er in allem Maß
und Ziel zu halten- In der Schule, wo der Lehrer pädagogiſchen
Takt beſikßt, iſt alles an ſeiner rechten Stelle, da findet keine |Ue-
bertreibung der Schranken ſtatt, und nichts iſt da vorherrſchend,
was die Innigkeit des Zuſammenhanges ſtören und trüben könnte.
Hier geſchieht alles am rechten Orte, zur rechten Zeit und auf die
rechte Weiſe. Da wird den Kindern ſchon frühe der rechte Maßſtab
ihrer „Thätigkeit gegeben ; frühe ſchon wird ſich ihr Takt daran üben
und entwikeln, und ihnen jede Abweichung von dem , was ange-
meſſen und ſchiklich iſt, fühlbar machen. In derjenigen Schule
aber, wo. die Elemente des Unſchiklichen vorherrſchen, wird auch der
Kinderſinn zum Regelloſen hingeriſſen und zer/treut, und ſo wird auch
ihr Takt leiden und vergehen. Ueberhaupt wird der Takt von Al-
lem getrübt, was in das Gebiet des Häßlichen fällt und Mißver-
hältniſſe erzeugt ; er ſtärkt ſich an allem Angemeſſenen und Schönen,
was das harmoniſche Beiſammenſeyn der Kinder begründet. Dieſe
Harmonie beruht in Allem, was menſchlich , ſittlich und geiſtig ſchön
iſt, Der Takt, ſagt Niederer, gehört weſentlich in das Gebiet
des Schönen, er trägt zu ſeiner Erhaltung bei, indem er allen
Mißklängen und Digsharmonien feindſelig entgegen tritt. Das
Schikliche iſt das geſellſchaftlich Schöne ; es lebt im Einklange der
ſoeialen Form mit ihrem Weſen. Die Anmuth iſt das menſchlich
Sch Reinheit der Seele. Die Tugend iſt das ſittlich Schöne; ſie lebt
in der Harmonie des Gemüths mit dem Geiſte. Die Wahrheit iſt
das geiſtig Schöne ; ſie lebt in der Einheit des Geiſtes mit dem,
was aus Gott iſt. Zu allen gehört der Takt und in allen zeigt er
ſich als .den Ausdruck reiner Verhältniſſe in jedem Gebiete des Da-
ſeyns- Nur durch das menſchlich Schöne kann das geſellſchaftlich
Schdne beſtehen. Die Armuth des Menſchen bildet die Armuth der
Verhältniſſe , und aus der Seelenreinhelt geht alle Schönheit und
alle Anmuth des Lebens hervor. Seclenreinheit aber iſt ohne Rein-
heit der Erziehung nicht denkbar, und dieſe kann wiederum nur
durch die Schönheit des Gemüths und des Geiſtes verwirklichet wer-
den. --- Sie ſind es folglich), die den Takt bilden und die ihn har-
moniſch mit allen beſſern Kräften vereinen. (S. auch Art. Unbe-
holfenheit.)
Taktmäßiges Nachſprecen und Antworten. Ein
beſtimmtes taktmäßiges Nachſprechen deſſen , was der Lehreyv vorge-
ſprochen, iſt in mehr als einer Beziehung zu empfehlen; denn a)
befördert es die Aufmerkſamkeit, die Deutlichkeit und das leichtere
Behalten des Ausgeſprochenen, ſo wie die Sprachfertigkeit det

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