Unec darin Jeder thun ſoll, was ihm nach Maaßgabe ſeines Berufes und
der damit verknäpften Pflichten zu vollbringen aufgetragen iſt,
Ohne die verliehene Kraft und Zeit mit Eifer zu gebrauchen, und im
Schweiße ſeines Angeſichtes ſein Brod zu gewinnen, iſt der Meuſch
eine unnüße Laſt auf Erden, und gleicht einem Baume, der bloß
Blätter und Blüthen treibt, aber keine Früchte bringt. Iſt der
Menſc< für ſich ſelber träg und faul, nachläßig und verdroſſen in
Beſorgung ſeiner eigenen Geſchäfte ; ſo wird er auc) um deſto wer
niger gegen Andere dienſtſertig, um ſo weniger ſür die Wohlfahrt
Anderer thätig ſeyn. Wer ſid) ſeiner eigenen Arbeit nicht unter«
zieht, wie ſoll er ſich fremder unterziehen ? = Er wird im Verkehre
mit Andern jederzeit undienſtfertig erſcheinen. (Joh, 17, 4.
2, Tim, 4, 6--8. Matth. 25, 19,)
Unechte Buchſtaben. (S, Art, Lautirmethode,)
Uneigentliche Fragen, Dieſ ſind jolche Fragen, die ei-
nen Saß bloß anfangen und ihn ſodaun durch die Kinder vollenden
laſſen. Eigentlich ſind es gar keine Fragen, Sie dürfen aber auch
nut da vorkommen , wo der Lehrer die Kinder an etwas ihnen ſchon
Bekanntes und mit beſtimmten Worten Aufgefaßtes erinnern will,
wie z. BD, Bibelſprüche, Definitionen 26.
Unehre, Es giebt eine falſ erſtere wird häufig bei der Jugend gefunden, die lektere dagegen
häufig vermißt. Jene ſollte nicht bei derſelben gefunden und dieſe
nicht vermißt werden. In dieſer Beziehung mag ſich der Lehrer
gegen Kinder der Art auf folgende Weiſe äußern; „,Du haſt nicht
Urſache dich zu ſchämen, wenn du zeigen ſollſt, was du gelernt
haſt, nnd du dazu aufgefordert wirſt, oder zu reden, wenn man
dich fragt, oder zu lernen, was du nicht kannſt, Schämen darfſt
diu dich nicht, ſtill, eingezogen , höflich, fleißig, folgſam; und gottes-
fürchtig zu ſeyn ; wohl aber iſt es Schande, nichts zu können , al:
bern zu reden, nichts zu lernen, ungezogen , unfleißig, plauderhafi,
ſtdrrig , unfolgſam, ſchamlos und unfromm zu ſeyn, Jenes wäre
eine falſche, dieſes aber eine wahre Scham, Jene findet nur da
Statt, wo man ſich deſſen ſ<4mt , was Ehre bringt, dieſe dages
gen, wo man ſich deſſen nicht ſ<4&mt, was Schande und Unehre
nach ſich zieht.“ --- Wer liebt nnd thut, was rec fällig iſt, der darf ſich nie ſchämen und auch Niemand ſcheuen oder
fürchten ; wer aber nicht liebt und thut, was Gott liebt, und was
er gethan wiſſen willi, der hat alle Urſache ſich zu ſchämen vor ſich
und vor der Welt; denn dieß kann nie Ehre, wohl aber Scaude
und Unehre bringen. Ueber Beides drückt ſich die heilige Schrift
ſelbſt ſo aus: „Did weiſe zu zeigen, darſſt du did) niemäls ſchä
men, aber ſchäme dich des Liegens mit dem Ellenbogen auf dem
Brode, und des Betruges in der Ausgabe und Einnahme; ſchäme
dich jtillzuſchweigen, wenn man dich grüßet ; ſchäme dich nad einem
unzüchtigen Weibe zu blicken, und deinen Bli> vom Verwandten
abzuwenden, Wende dein Angeſicht von deinem Nächſten nicht ab,
und ſchäme dich, ihm etwas zu nehmen, ohne es ihm wieder zu
Univerſ, Lexikon, 3ter Band, G

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