85 Unfähigkeit.
geben. Schäme dich, was du gehört haſt, weiter zu ſagen, und
Geheimniſſe zu offenbaren 3 ſo wirſt du dich wahrhaft nicht zu ſchä-
men haben , und Gunſt vor allen Menſchen finden. Hüte dich, in
allen dieſem dich zu ſchämen, und Jemanden zu Gefallen zu ſündi-
gen, Schäme dich nicht des Geſees des Allerhöchſten und jeines
Bundes; ſchäme dich nicht das Urtheil über einen Gottloſen zu ſpre-
hen. Schäme dich nicht den Gottesfürchtigen zu ſchirmen in ſeinem
Rechte , fleißig und zufrieden zu ſeyn, und in Allem recht zu thun,
Das gereicht dir zum bleibenden Ruhme vor Gott und den Men-
ſchen, (Sir. K, 41. u. 42.) Zu den Pflichten der Kinder gehört
es aber auch ganz beſonders , daß ſie ihren Eltern nicht nur keine
Unehre und Schande , ſondern Ehre und Freude machen. Haben
Kinder auch leibliche Gebrechen , keine geſunden Sinne und keinen
geſunden Verſtand, ſind ſie aber nur ſonſt gutgeartet, folgſam und
fromm; ſo machen ſie den Eltern wenigſtens keine Unehre, wie
dieß der Fall bei Ungerathenen iſt. Dieſe leben ihren Eltern zur
Unehre und zur Schande, Als ſolche wenden ſie nicht bloß das
Herz der Eltern von ſich ab, ſondern auch das Herz eines jeden
Rechtſchaſfenen , und machen nicht nur ihre Eltern, jondern auc)
ſich ſelber unglücklich: ſie richten durch böſes Betragen viel Aerger-
niß und Schaden an, Möchten wir ſolchen Kindern es tief und
bleibend in die Seele hineinlegen können 7 Bedenket, was zu eu?
erm Heil und Frieden dienet! = Den Eltern muß es vor allen
daran gelegen ſeyn, ihre Kinder ſo zu erziehen , daß ſie an ihnen
keine Unehre und Schande, jondern Ehre und Freude von denſelben
mit Zuverſicht erwarten können. Auch ſie ſollen deßhalb mit Ernuſi
bedenken, was ihnen zum Troſte und Frieden dienen kann. Darum
dürfen aber auch Eltern nicht in die Fuſiſtapfen eines Heli treten,
von dem es heißt : Er war ſchon ſehr alt, und erfuhr alles , was
ſeine Sdhne thaten. Da ſprach) er zu ihnen ?: Was muß ich von
euch hdren ? Warum thut ihr ſo bdſe Dinge! Alles Volk redet
davon. Nicht doch, meine Söhne! Das ſind keine guten Dinge,
die ich höre. Ihr verleitet durch euet Beiſpiel ja ſelbſt das Volk
zur Sünde, Allein, ſie achteten die Ermahnungen ihres Vaters
nicht. Und ſie, wie ſie es verdient hätten , ſchärfer zu beſtrafen,
dazu war Heli allzunachſichtig. Machen es viele Eltern dieſem al-
ten: Manne nach, darf man ſich dann no ihren Kindern Unehre und Schande erleben müſſen ? == (1. Kön.
2, 22---24. Verb. damit Sir. 22, 3--6.) Kinder ſollen daher
frühzeitig zum Guten angeleitet werden. Das iſt die rechte Weis
heit für ſie, und um dieſe Weigsheit ſollen ſie täglich flehen, und
nach ihr ſuchen und forſchen. Die Weisheit aber iſt Frömmigkeit
und machet fromm. Auf den Weg der wahren Weisheit ſollen ſie
durch Wort und That geleitet und ermuntert werden, daß ſie ſtets
auf der rechten Bahn zum Heile wandeln und auf derſelben bleiben,
(Spr. Sal. 2, 2-8. 19, 20, B, d, Weish. 5, 11.)
Unfähigkeit. Nicht ſelten klagen Lehrer über die Unfähig-
keit ihrer Kinder , vergeſſen aber dabei, daß dieſe nur ſc

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