36 Unfromme Aeußerungen == Ungefälligkeit,
keit, muſterhafter Fleiß von Seite des Lehrers und des Schülers
Ennen gewiß einigermaßen eiſcken, was dem Talente deſſelben ab-
geht. Uebrigens hat es der Lehrer immer mit verſchiedenen Kin-
dern zu thun, und verſchiedene Bedürfniſſe zu befriedigen. Bald
wird er von dieſem , bald von jenem beſonders in Anſpruch genom-
men, das eine will ſo, das andere anders behandelt eyn. Er wird
nun auch einem jeden freundlich geben, was es bedarf, und ſich
keinem auf eine mürriſche und verdroſſene Weiſe entziehen. Freu-
dig wird er allen zu nüßen ſuchen , yo viel er kann. Nie wird er
es vergeſſen : Liebe, Milde und Freundlichkeit ziehen die Herzen
der Kinder an ſich, wie der Magnet das Eiſen; Unfreundlichkeit
aber und Verdroſſenhrit entfernen ſie, und dadurch werden dem gze-
deihlichen Wirken mächtige Hinderniſſe in den Weg geworfen, --
(S. Art. Freundlichkeit.)
** Unfromme Aeuſßierungen. (S. Ait, Aeußerungen.)
Ungeduld. (S. Art. Schreien.)
Ungefälligkeit. (Ungeneigtheit Andern einen Gefallen zu
erweiſen.) In Beziehung auf das , was wir früher Art. Liebloſig-
beit geſagt haben, bemerken wir hier nur nod) Folgendes : Die
Ungefälligkeit der Kinder giebt ſic) dadurd) kund, daß ſie einander
gegenſeitig Dienſte verjagen, derten ſie bedürfen. Obgleich im ge-
wöhnlichen Leben mehr Veranlaſſungen hiezu erſcheinen, als die
Schule ſie bietet, ſo fehlt es doc) auch in dieſer nicht daran, und
es find die Fälle nicht ſelten, wo ein Kind dem andern einen Gere
fallen erweiſen könnte, jolches aber zu thun ſich weigert, Gewahrt
gun der Lehrer an irgend einem Kinde ein jolc men, ſo gebe er demſelben ſein Mißfallen zu erkennen, und mache
ihm bemerklich , wie häßlich und verächtlich ein ſolches ungefälliges
Benehmen zwiſchen Kindern und Kindern ſey. Den größern Schu-
ſern wird er aus dem täglichen Leben nachweiſen, wie kein Menic<
des andern Dienſte entbehren könne, und daß es Gott nach ſeiner
Weisheit und Güte ſo eingerichtet habe, daſ ſelbſt der Reichſte der
Hülfe des Aermſten bedürfe , daß ſich in der Geneigtheit Andern zu
dienen mit der empfangenen Gabe die Liebe offenbare, und daß nuk
derjenige, welcher das göttliche Geſeß: Du ſollſt deinen Nächſten
kieben , wie dich ſelbſt! genau nach der Vorſchrift vollbringe , auf
dem rechten Wege ſeye, der zum Heil und Leben führt. Kommt
ein ungefälliges Kind in den Fall, wo es der Hülfe Anderer bes
därf , ſo wird der Lehrer dafür ſorgen, daß ſie ihm zu Theil werde,
zugleich aber nicht unterlaſſen, es an ſein bewieſenes ungefälliges
Betragen zu erinnern, damit es darüber ſchamroth werde und ſich
füv die Folge gegen jeden ſeiner Mitſchüler gefällig erzeige. Sc frühe muß die Geneigtheit Andern einen Gefallen zu erweiſen im
Herzen der Kinder wurzeln , damit aus ihr in den ſpätern Jahren
die lieblichſten Früchte hervorgehen. „Wie der Regen die Erde
feuchtet ,'' ſagt der heil. Fr. Sales, „und ſic) nicht bloß den Blun-
men, ſondern allen Pflanzen mittheilt und ſie erquickt , jo erſtrecke
fich auch die Dienſtbefliſſenheit auf Alle, ſo weit es möglid) iſt.'' =-

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