Sturm, Johann -- Subgellien -- Süd- und Mittelamerikanisches Unterrichtswesgen 41

habe Sich noch immer geltend zu machen.
Man kann Sturm historicch in Seinem
vollen Werte würdigen und dieses letztere
dennoch bestreiten; und man kann Selbst
die formale Aufgabe sprachlicher Schulung
mittelst des LateiniSchen als des »grammati-
Schen Knechtes« auch für unsere Zeit noch
als ein richtiges, nur nicht als das einzige
und hauptsächlichste Ziel humanistischer
Bildung anerkennen und deshalb doch
wünschen, daſs die Sturmsche Art des
Betriebes und die Sturmsche Auffassung
Ihrer Aufgabe, namentlich hinsichtlich der
Imitatio, von unsgeren Gymnasgien definitiv
ausgeschlossen bleiben und für immer fern-
gehalten werden möge. Aber um wen
nach mehr als 300 Jahren noch So ge-
Stritten wird, als wäre er ein Lebendiger
und noch immer eine Macht, der ist jeden-
falls kein unbedeutender Mensch, und wer
SO kräftig zu organisieren und zu herrschen
versteht, der ist jedenfalls eine Potenz, ein
Mann der Kraft und des Willens gewesgen.
Andrerseits wird man Albert Lange in
Seinem Urteile über Sturm dennoch recht
geben mügssen, daſs »Sgeine Talente gröſfser
waren als geine moralische Krafte: er war
zu leidenschaftlich, um immer maſSsvoll
und gerecht, zu vielgeschäfitig und zu eitel,
um immer charaktervoll und zuverlässig zu
bleiben.
Literatur: Das Vorstehende ist ein Aus-
zug aus meinem ausführlichen Artikel über
Johann Sturm im 37. Band der Allgemeinen
deutschen Biographie und aus der Darstellung
Seines Wirkens und Seiner Grundsätze in
meiner Gegchichte der Pädagogik. 2. Aufl. 38..73
bis 91; dabei hielt ich mich teilweise an den
Wortlaut jener zu ähnlichem Zwecke ge-
Schriebenen früheren Veröffentlichungen. Weiter
iSt zu nennen: Manes Sturmiani Sive Epicedia
Seripta in obitum 8. v. D. Joan. Sturmii una
cum parentalibus eidem memoriae et gratitu-
dinis ergo factis a diversis amicis atque disci-
pulis. Argentorati MDXC. -- F. W. Röhrich,
Geschichte der Reformation im Elsals 1830
bis 1832. -- A. G. Strobel, Histoire du Gym-
nase Protestant de Strasbourg. 1838, -- K. v.
Raumer, Geschichte der Pädagogik I (erstmals
1842). -- Charles Schmidt, La vie et les tra-
vaux de Jean Sturm. 1855. -- D. Fr. Strauſs,
Leben u. Schriften des Dichters und Philologen
Nikodemus Frischlin. 1856. -- Fr. Alb. Langes
Rezension Raumers und Schmidts, in den N.
Jahrb. f. Philologie und Pädagogik 76, 3. 1857.
-- Hugo Rieth, Lehre und Wirken des be-
rühmten Straſsburger Rektors Johannes Sturm.
Progr. des groſsh. Realgymnasiums zu Eisenach.
1864. -- Fr. E. Eckstein, Vortrag über Joh.

Sturm auf der 24. Philologenversammlung zu
Heidelberg 1865 (Berichte S. 64--70). -- Fr.
K. Kaiser, Johannes Sturm, Sein Bildungsgang
und Seine Verdienste um das Straſsburger
Schulwesen. Jahresber. der Realschule zu Köln.
1872. -- L. Kückelhahn, Johannes Sturm, Straſs-
burgs e.ster Schulrektor. 1872. -- E. Laas,
Die Pädagogik des Johannes Sturm. 1872. --
Boſsler, Johannes Sturm in K. A. Schmids
Encyklopädie des ges. Erziehungs- und Unter-
richtswesens, Bd. 1X. 1872. -- K. Engel, Das
Schulwesen in Straſsburg vor der Gründung
des protestant. Gymnasiums 1538. Progr. des
protest. Gymnasiums zu Straſsburg 1886. --
R. Zöpffel, Rektoratsrede über Johannes Sturm,
den ersten Rektor der Straſsburger Akademie.
1887. -- Festschrift zur Feier des 350 jährigen
Bestehens des protestantiscchen Gymnasiums
zu Straſsburg. 1888 (darin: H. Veil, Zum Ge-
dächtnis Johannes Sturms S. 1--132; K. Engel,
Das Gründungsjahr des Straſsburger Gym-
nasSiums 1538--1539, S. 113--142; J. Crüger,
Zur Straſsburger Schulkomödie S. 305--354).
== K. A. Schmid, Geschichte der Erziehung
vom Anfang an bis auf unsere Zeit Il, 2. 1889
(darin: Georg Schmid über Johannes Sturm in
Straſsburg. S. 302--388). -- K. Engel, Gym-
nase, Academie, Universite de Strasbourg (in
Marcel Fournier, les Statuts et Privileges des
Universitäs francaises depuis fondation jusqu?
en 1789. Bd. IV, 1). 1894. -- Fr. Paulsen,
Gesch. des gelehrten Unterrichts auf den deut-
Schen Schulen u. Univergitäten. 2. Aufl. 1. Bd.
1896. -- Johannes Ficker, Art. Sturm in der
Realencyklopädie f. protest. Theologie u. Kirche,
3. Aufl. Bd. 19, S. 109 ff.
Strafsburg i, E. Theobald Ziegler.
Subsellien
Ss. Schulbank
Süd- und Mittelamerikanisches
Unterrichtswesen
Einleitung: Die Auswahl der dargestellten
Länder. A. Gemeingame Züge der latein-
amerikanischen Länder. B. Argentinien. C.
Chile. D. Ecuador. E. Nicaragua. F. Schluſs.
Einleitung: Die Auswahl der dar-
gestellten Länder. Ein treues Bild des
Erziehungswesens im lateiniSchen Amerika
läſst Sich kaum herstellen, wenn man die
Bildungseinrichtungen verschiedener Länder
unter allgemeinen Gesichtspunkten zu-
Sammenfalſst. Denn obgleich die Schicksale
der einzelnen Teile dieses groſsen Gebietes
einander in mancher Beziehung ähnlich
geworden Sind, bestehen gerade hier, wo
alles im Werden und vielfach. in Um-
wälzungen begriffen ist, groſse Unterschiede

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