Bergſchulen
Von W. Born ha rdt, Clausthal
bearbeitet von A, Boehm, Berlin
1. Geſchichte der Bergſchulen
ie Geſchichte der deutſchen Bergſchulen reicht weiter zurück als die der übrigen
Fachſchulen. Das erklärt ſich daraus, daß beim Bergbau frühzeitig Groß-
betriebe entſtanden ſind und der Bergbau in der Jugendzeit der modernen
induſtriellen Entwicklung den anderen Gewerbezweigen in der Anwendung von
Maſchinen und der Einführung neuer Arbeitsverfahren vorangeeilt iſt. Das Be-
dürfnis nach einer fachmänniſchen Schulung ſeiner Hilfskräfte iſt bei ihm daher
früher als anderwärts hervorgetreten,
äber Anfänge eines bergmänniſchen Unterrichts wird ſchon aus der erſten Hälfte
des 18. Jahrhunderts berichtet. Sie beſtanden darin, daß junge Bergknappen von
Bergbeamten in einzelnen Fachgegenſtänden unterwieſen wurden in dem Umfange,
wie es nach den örtlichen Verhältniſſen nüßlich und möglich erſchien. Gegenüber
dieſen Anfängen bedeutete es einen großen Fortſchritt, daß nach der Mitte des
Jahrhunderts die Bergakademien in Freiburg (1765), Berlin (1770) und Claus-
thal (1775) gegründet wurden. Waren die neuen Anſtalten auch in erſter Linie
für die wiſſenſchaftliche Heranbildung von höheren Bergbeamten beſtimmt, ſo
waren die Grenzen doch noch flüſſig, und übte die Gründung der Akademien jeden-
falls auch auf die Ausbildung von Grubenbetriebsbeamten einen fördernden Ein-
fluß aus. Zur Errichtung eigentlicher Bergſchulen, d. i. von Anſtalten, die der Aus-
bildung von unteren und mittleren Grubenbeamten (Steigern und Oberſteigern)
dienen, kam es bald nach Beginn des 19. Jahrhunderts. Um 1800 trat die Berg-
ſchule in Freiburg ins Leben, 1811 die in Clausthal. Es folgten 1816 die Berg-
ſchule in Bochum, 1817 die in Eisleben und 1818 die in Siegen und Saar-
brücken,
Die Schulen ſtanden gleich dem geſamten Bergbau jener Zeit unter der Leitung
und Aufſicht des Staates und wurden im weſentlichen aus Staatsmitteln unter-
halten. Als Lehrer wirkten an ihnen meiſt Bergbeamte im Nebenamte. Zur Heran“-
ziehung hauptamtlicher Lehrer fehlte es bei der bedrängten Finanzlage der deutſchen
Staaten an Mitteln. Die Geldnot war der Entwicklung der Schulen auch ſonſt
vielfach hinderlich. Daher kam es, daß gegen Mitte des Jahrhunderts, als der

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