688 Oeorg Borchardt
Arbeit mit dem Allgemeinen freien Angeſtelltenbund (Afa), dem der Zentral-
verband der Angeſtellten im übrigen angeſchloſſen iſt, dem Allgemeinen Deutſchen
Gewerkſchaftsbund und dem Neichsausſchuß für ſozialiſtiſche Bildungsarbeit, Ins-
beſondere bemüht ſich der Verband um berufliches und fachkundliches Wiſſen für
den Nachwuchs. Die Jugendmitglieder werden ebenſo wie die Erwachſenen in
Berufskurſen zuſammengefaßt. Bevorzugte Fächer ſind Buchſührung, Stenographie,
La>*fchrift und in vielen Fällen Sprachen.
Unabhängig von der zentralen Tätigkeit betreiben die örtlichen Gliederungen
des Verbandes berufliche und fachkundliche Bildungsarbeit. Neben der vielfältigen
Arbeit der kleineren Ortsgruppe durch Berufskurſe und Beſichtigungen erfolgt das
durch die größeren Verbandsgeſchäftsſtellen in ausgiebigem Maße, vor allem durch
Beteiligung an den vom ADGB und dem Afa-Bund gemeinſam betriebenen
örtlichen Gewerkſchaftsſchulen. In Städten, wie Köln, Hamburg, Berlin uſw.
ſind Sonderkurſe für die Mitglieder des Zentralverbandes der Angeſtellten ein-
gerichtet, die ganz beſonders berufliche Fragen behandeln.
Der Verband iſt von jeher für die Ausdehnung der Berufsſchulpflicht auf die
weiblichen Angeſtellten eingetreten, verwirft die Verbindung der Berufsſchulen
mit Hauswirtſchaftsunterricht, fordert den Ausbau der kaufmänniſchen Berufs-
ſchule und eine reichsgeſeßliche Negelung des Berufsſchulweſens.
Verband katholiſch-kaufmänniſcher Vereinigungen Deutſchlands
(E. V.), Siß Eſſen
Der Verband katholiſch-kaufmänniſcher Vereinigungen Deutſchlands konnte im
Jahre 1926 auf ſein 50jähriges Beſtehen zurückblicken. Im Zuſammenhang
damit kann auch von einer 50jährigen beruflichen und fachkundlichen Arbeit ge-
ſprochen werden. Durch Abhaltung zahlreicher Vorträge und Kurſe, durch Be-
einſluſſung der kommunalen Körperſchaften und Einrichtungen ſuchte man, zum
Teil mit ſehr gutem Erfolg, die Bildungsmöglichkeiten auszubauen. Schon im
Jahre 1887 wurde auf dem Verbandstag in Dortmund die Forderung nach kauf-
männiſchen Lehrlings? und Gehilfenprüfungen erhoben. Die Frage der Kauf-
manndöbildung erfuhr ganz beſondere Pflege und Förderung durch eine im Jahre
1901 gegründete „Soziale Kommiſſion“, Von dieſer ſtammt neben vielen an-
deren auch die Forderung nach Errichtung obligatoriſcher Handelsfachſchulen
(Fortbildungsſchulen für Handelsangeſtellte unter 18 Jahren).
Die weſentlichſten Forderungen des Verbandes laſſen ſich heute wie folgt zu-
ſammenfaſſen: Baldmöglichſte Verabſchiedung des Geſeßentwurfes zur beruf-
lichen Ausbildung Jugendlicher, worin die wichtigſten Vorausſeßungen zur Siche-
rung einer zeitgemäßen Lehrlingsausbildung enthalten ſein müſſen. Damit verbindet
der Verband auch die Forderung nach der geſeßlichen Einführung der Kaufmanns-
gehilfenprüfung.
Anfang 1926 richtete der Verband eine Denkſchrift an alle in Frage kommen-
den Inſtanzen über den Ausbau der kaufmänniſchen Berufsſchulen, wobei er eine

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