642 GO. Oldenburg
4. das landwirtſchaftliche Verſuchsweſen,
5. das landwirtſchaftliche Ausſtellungsweſen,
6. die landwirtſchaftliche Fachpreſſe.
1. Das landwirtſchaftliche Beratungsweſen
Die gemeinhin als Wirtſchaftsberatung bezeichnete Tätigkeit der Landwirt?
ſchaftskammern und landwirtſchaftlichen Vereine bezweckt eine Belehrung einzelner
Landwirte, wie unter beſtimmten, durch die Sachlage und die perſönlichen Verhält-
hältniſſe des Ratſuchenden gegebenen Umſtänden die Wirtſchaftsführung am zweck-
mäßigſten, d. h. den größten Erfolg verſprechend, einzurichten iſt, Dieſe Beratung
kann ſich auf einzelne Teile des Betriebes beſchränken (techniſche Sonderbe-
ratung) oder den ganzen Betrieb zum Gegenſtand haben (Wirtſchafts-
beratung im eigentlichen Sinne).
Eine derartige Beratung wird im großen Umfang durch die von den Land-
wirtſchaftskammern dafür eingeſeßten Organe planmäßig betrieben. Den Mittel-
punkt der bäuerlichen Wirtſchaftsberatung bilden die landwirtſchaftlichen
Schulen, deren Fachlehrer während der ſchulfreien Zeit innerhalb ihres Schul-
bezirks eine beratende Tätigkeit auszuliben haben, die in der Regel auf eingehender
örtlicher Prüfung der Verhältniſſe fußt. Cs liegt in der Natur der Sache, daß
dieſe Beratung nur dann ſachgemäß und erfolgreich ſein kann, wenn ſie auf ge-
nauer Kenntnis der Dinge und der beteiligten Perſonen beruht; ſie erfordert nicht
nur ein hohes Maß von Takt, Menſchenkenntnis und Gewandtheit in der Be-
handlung von Menſchen, ſondern auch Vertrautheit des Natgebers mit den zu be-
handelnden Fragen und Verhältniſſen und ſeßt ferner voraus, daß der Ratſuchende
zu der Sachkenntnis und Gewiſſenhaſtigkeit des Beraters Vertrauen hat. Dieſe
Vorausſetzungen für eine erſprießliche Tätigkeit werden im allgemeinen um ſo
ſicherer gegeben ſein, wenn der Wirtſchaftsberater Gelegenheit gehabt hat, während
einer längeren Neihe von Jahren die Verhältniſſe ſeines räumlich nicht zu aus-
gedehnten Schul- und Beratungoösbezirks gründlich kennenzulernen und mit Land und
Leuten zu verwachſen. Ein häufiger Wechſel in der Perſon des Wirtſchafts-
beraters muß deshalb grundſäßlich nac) Möglichkeit vermieden werden.
Die Tätigkeit der Leiter und Fachlehrer der landwirtſchaftlichen Schulen als
Wirtſchaftsberater erſtre>t ſich im allgemeinen auf alle Zweige des landwirtſchaft-
lichen Betriebes; ſie kann alſo je nach Lage des Falles Wirtſchaftsberatung im
eigentlichen Sinne oder techniſche Sonderberatung ſein.
Eine beſondere Organiſationsform dieſer Wirtſchaftsberatung ſtellen die ſelt
einigen Jahren ins Leben gerufenen Verſuchsringe dar. Darunter iſt eine
Vereinigung von Landwirten zu verſtehen, die ſich zuſammengeſchloſſen haben, um
durch eigens zu dieſem Zweck beſtellte Fachbeamte (Verſuchsringleiter, Verſuchs-
ringaſſiſtenten, Verſuchsringtechniker), die für ihre Betriebe geeigneten Maß-
nahmen (Sortenwahl, Düngung, Fütterung, Maſchinenanwendung, Arbeitsver-

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