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breitung guter volks8tümlicher Schriften“
in Berlin beſchränkt ſeine Arbeit auf die Heraus»
gabe von Zeitſchriſten u. Kalendern („Feier-
ſtunden" 1, „Volkskalender“) ſowie die Begrün»
dung 1. Förderung von „Volks= 1. Fabrikbiblio-
theken“. 1909 wurden 33 Fabrikbibliotheken von
ihm gegründet, Er gibt ſür dieſe Muſterliſten her-
aus, die dure) Prei3ausſhreiben gewonnen werden,
Die Zahl der Mitglieder betrug 1909/10: 904,
A13 Verein von mehr lokaler Bedeutung kommt
in Betrac lejungen in Frankfurt a, M.“ u. der aus
ihm erwachſene „Nhein=Mainiſche Verband
für Volks8bildung". Der „Ausſchuß“ wurde
1890 gegründet u. verlegte ſeine Haupttätigkeit
auf die Veranſtaltung von Vorträgen, Theater-
vorſtellungen u. Konzerten. 1899 bildeten die
Ausſchüſſe der B. von Wie8baden, Mainz, Höchſt,
Frankfurt, Oſſenbach, Hanau, Gießen u. 8 kleinern
Orten den „Nhein-Mainiſchen Verband“. Er
zählte 1910/11 : 621 perſönliche u. 212 körper=
ſchaftliche Mitglieder. Da3 Verbandstheater gab
im ſelben Jahre 154 Vorſtellungen. Seit ſeinem
Beſtehen ſind vom Verbande 41 Wander- u. 123
Standbibliotheken geſchaffen worden.
I1. Öſterreich. Die B. Öſterreich38 beſchränken
ſich faſt alle auf einzelne Städte od. auf einzelne
Kronländer. In Wien ſind die bedeutendſten der
„Verein Zentralbibliothek“, der „Wiener
Volksbildungs8verein"“u,. der „Verein
Volksleſehalle“, Der erſtgenannte iſt 1898
entſtanden; Gründer u. Organiſator iſt Prof.
Dr Reyer. 1909 beſtanden neben der Zentral-
bibliothek 23 Filialen. Ausgeliehen wurden
3400000 Bände. Der „Wiener Volks8-
bildungs8verein“ trat 1886 ins Leben. Er
unterhielt 1909: 13 Bibliotheken, aus denen
1700000 Bücher entliehen wurden. 238 Vor-
träge wurden veranſtaltet, von denen 149 wiſſen=
ichaſtlichen Charakter hatten. Der „Verein
Volksleſehalle“, der 1899 entſtand, ſußt
allein auf hielt er 1910: 10 Bibliotheken (2 mit Leſehalle,
1 mit Kinderbibl.), in Niederöſterreich 14, 1911
wurden in Wien allein 902 911 Bde ausgeliehen.
Er veranſtaltet auch wiſſenſchaftliche Vorträge uſw.
Bildungsarbeit leiſten auch die ſog. Schuß-
vereine. Sie unterhalten alle Bibliotheken u.
laſſen ſich Vorträge, Kurſe, Konzerten. Rezitationen
angelegen ſein. Jn Böhmen, Mähren u. Schleſien
zählen dieſe Vereine 210000 Mitglieder. Jn
den Alpenländern arbeiten die „Südmark“ u. die
auf mark". Dieſe wurde 1909 gegründet u. zählte
Ende Juli 1910: 18 000 Mitglieder in 175 Ort8=
gruppen, =- Für Bildung in katholiſchem Sinne
arbeitet die 1894 gegründete „St Joſephs8-
Bücherbruderſchaft in Klagenfurt". Sie
gibt ihren Mitgliedern =- 1910 rund 200000 ---
jedes Jahr gegen einen Beitrag von 2,50 &r
(2,05 M2) eine Anzahl von Büchern, die ſie ſelbſt
Bildungs8wert der verſchiedenen Unterricht8fächer.

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herſtellt. Meiſt ſind e8 ein Kalender u. 4 Bücher
religiöſen, belehrenden u. unterhaltenden Inhalts.
Für Volksbibliotheken tut die Bruderſchaft nichts.
Sie iſt auch in Deutſchland verbreitet, wo ſie eine
eigne Agentur in Roſenheim (Bayern) hat. Al3
weitere B, wären noch zu nennen der „Salz»
burger Bücherverein“ (gegr. 1875), der
aber nur ein kümmerliches Daſein friſtet, u. die
Preßvereine in den verſchiedenen Kronländern.
Der Preßverein der Diözeſe Leitmeriß unterhält
zum Teil in Verbindung mit dem Borromäusverein
10 Wanderbibliotheken mit 59/100 Bänden,
III, Zn der Schweiz beſtehen zum Teil ſehr
alte B. in Baſel, Bern u. Zürich. Sie geben
ſelbſt Bücher heraus, unterhalten Bibliotheken u.
veranſtalten Vorträge , Konzerte u, Führungen
dur< Muſeen. 1909 verbreiteten die „Vereine
zur Berbreitung guter Schriften“ in
den oben erwähnten Städten zuſammen 267 160
Schriften. Die „Geſellſchaft zur Beſörd es
rung des Guten u. Gemeinnüßigen zu
Baſel“ unterhielt 1908: 13 Volksbibliotheken u,
die Freie ſtädtiſche Bibliothek, die zu=
ſammen 150 792 Bände ausliehen. 84 Vorträge
u. 28 Muſeumsführungen fanden ſtatt. Der
„Schweizeriſche Verein für Volk8-
lektüre“ arbeitet mit der Klagenfurter Bruder=
ſchaft. 1909 hatte er rund 4500 Mitglieder.
Der „Schweizeriſche katholiſc verein“ verfügt über etwa 60 Volksbibliotheken.
Daneben gibt es in der Schweiz 19 Borromäus=
vereine mit 627 Mitgliedern. =- Vgl. auch die Art.
Arbeiterbildung , Comenius = Geſellſchaft, Ho>-
ſchulkurſe, volkstümliche, Volk8bibliotheken, Votk8=
bildung3abende, Volksſchriften.
Literatur. Neyer, Handbuch des Volks
bildungsweſen8 (1896); Kellen, Arbeiter-B. (1904) ;
Böhmert, Entſtehung der Geſellſchaft für Verbrei»
tung von Volks8bildung (1907); Friß, Das moderne
Volksbildungs8weſen (1909); Herz, Der Weg des
Buches ins Volk (1909). -- Außer den im Texte
genannten Zeitſchriften ſeien erwähnt: „Zen=
tralblatt für Volksbildungsweſen“" (ſeit 1901),
„Blätter für Volksbibliotheken u. Leſehallen", hr8g.
von Lieſegang (ſeit 1900), „Volksbildung8ar hr8g. von v. Erdberg (ſeit 1909). [J. Braun.]
Bildungswert der verſchiedenen Unter-
richtsfächer. 1. Der Maßſtab des B.es, Die
Fragen, welchen Beitrag die einzelnen Lehrfächer
zur Bildung gewähren u, ob dieſer ein Recht8grund
für deren Betrieb in der Schule ſei, werden heute
lebhaft debattiert. Jhre Beantwortung können fie
aber nur finden, wenn der Blik von dem Ein
zelnen auf das Ganze gelenkt u. das Gegenwärtige
aus dem Vergangenen gedeutet wird. Geſchieht
dies, ſo zeigt ſich, daß die Frage zu eng gefaßt
wird, wenn man ſie auf dem Boden der Schule
behandelt. Die Gebiete des Wiſſens u. Könnens
ſind Felder des geiſtigen Leben8, zu deren Pflege
neben den Schulen auch der ſreie Bildungserwerb
u. die Anſtalten der Fachbildung berufen ſind;
bei ihrer Bewertung aber muß die Geſamtheit dex

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