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(für Lehrerinnen auch weibliche Handarbeit), Zur
Fortbildung der Volksſchullehrer dienen der ſtaat»
liche einjährige Lehrkurſus an der Lehrerhochſchule
in Kopenhagen, verſchiedene Ferienkurſe u. a. Zum
gleihen Zwecke werden jährlich zahlreiche Neiſe-
ſtipendien verliehen. An Staatszuſchüſſen für be»
dürſtige Seminariſten werden alle Jahre 60 900
Kr, für die Privatſeminare 57 800 X7, für
Weiterbildung der Lehrer rund 200000 K7
ausgegeben. Zur ſeſten Anſtellung eines Lehrer8
an einer öffentlichen Schule iſt außer dem Lehrer-
examen da8 Alter von 25 Jahren ſamt vorher-
gehendem 4jährigen Unterricht erforderlich.
IV. Beſoldung. 1. Für die ſtädtiſche Volk3-
ſchule: Das Gehalt der Oberlehrer (Schulinſpek-
toren) ſteigt von 3000/3900 Xr od. 3200/4200
Ir, das der Lehrer von 1500/2800 X od. 1600
bi3 3000 X7, das der Lehrerinnen von 1400/1900
Kr od. 1500/2000 77; Stundenlehrer erhalten
mindeſten3 0,75 X7 für die Stunde. -- 2. Für die
Dorfſc Ichwankt zwiſchen 900 u. 1400 &T, die Zulage
ſteigt in 20 Jahren bis 1000 X7. Zweitlehrer
u. Lehrerinnen erhalten ein Anfangs8gehalt von
700/900 Kr, Vorſchullehrerinnen 550/700 Kr;
die Zulage ſteigt für erſtere bis 600 X7, für lehtere
bi38 400 XK7. Außerdem haben feſtangeſtellte Lehrer
u. Lehrerinnen ſreie Wohnung u. Feurung. Ein
Lehrer, der 5 Jahre lang unterrichtet hat, wird
vom 30. Lebenöjahre an penſions8berechtigt; das
Nuhegehalt beträgt nac) 29 Dienſtjahren 2/5 des
vollen Einkommen3. Die Witwen ſolcher Lehrer
erhalten al8 Penſion !/, vom Gehalte des8 Ver-
ſtorbenen. =- 3. Für höhere Staats8ſ Der Rektor erhält 4800/5800 X7 ſamt freier
Wohnung, der Oberlehrer 3600/4800 7, der
Adjunkt 2400/4000 7; die Oberlehrerin 2400
bis 3300 Kr, die Lehrerin 1500/2100 Kr;
der Turnlehrer 2100/3700 K7. =- 4, Für die
vereinigten privaten Latein» u. Real-
ſchulen: Der Inſpektor bekommt 2800/4300 X7,
der Gymnaſiallehrer 1,25 X7> ſteigend bis 2 Kr
für die Stunde; andre ſeſtangeſtellte Lehrer pro
Stunde 0,80/1,15 47. Die übrigen Privat-
ſchulen haben andre Skalen. -- 5. Für Staats-
ſeminare: Der Vorſteher bezieht 4200/5000 X
ſamt freier Wohnung, der Lehrer 1800/3600 Xr.
== 6. Für die Univerſität: Die Profeſſoren
erhalten 8600/6000 Xr, die Dozenten 2000 &T.
V. Volksſchule. Das ſchulpflichtige Alter geht
vom 7. bis zum 14, Jahre, Pflichtwidrige Schul-
verſäumniſje werden je nach der Dauer mit 0,12
bis 1 Xr beſtraft, die eventuell dur< Pfändung er-
hoben werden. Der Unterricht erſtreckt ſich über 41
Wochen mit 21/36 Stunden (auf dem Lande 18
Stunden) u. umfaßt: Mutterſprache (wenigſtens
287 Stunden im Jahre), Neligion, Schreiben,
Nechnen, Geſchichte, Geographie, Geſang, Zeich-
nen, Turnen u. Handarbeit, eventuell Natur-
geſchichte, Geſundheitslehre, Slöjd (Handfertig-
keit), Mathematik, Buchführung u. lebende Spra=
Dänemark.

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auf dem Lande oft aus 2, An einzelnen Orten gibt
es eine Vorſchule für Kinder bis zu 10 Jahren,
Für Errichtung u. Unterhaltung der Schule kommt
die Gemeinde auf, ebenſo ganz od. zum Teil für
Schulbücher u. andre Requiſiten. Manche Schulen,
die ſog. „Bezahlungs8ſchulen“, erheben ein Schul-
geld von 1 K7 pro Monat. Aus der Staatskaſſe
fließen dem Sculfonds jährlich 200 000 X zu,
außerdem zahlt dieſe an Unterſtüßungen 50 000
Kr ärmern Gemeinden, 110000 X privaten
Schulen, endlich 375 000 X7 für die Gemeinde=
ſchulen Kopenhagens8, Anfang 1910 beſtanden in
D. 3772 Dorfſſc mit 5267 Lehrern u. 258 888 Schulfindern, in
Kopenhagen 37 Gemeindeſchulen mit 1544 Lehrern
u. 49 152 Schulfindern, in den übrigen Städten
103 Gemeindeſchulen mit 2421 Lehrern u. 84093
Schulkindern, --- Katholiſche Volksſchulen gab
e3 1860 nur je 1 in Fredericia (ſeit 1686) u.
Kopenhagen (ſeit 1813); 1911 exiſtierten 20.
Erwähnung verdienen noch die verſchiedenen
Fortbildungsſ Haushaltungſchule uſw. ; ebenſo die Anſtalten für
Blinde, Taubſtumme, Geiſteöſchwache, verwahr=
loſte Kinder. Eine bedeutende Rolle ſpielen die
jog. Volk8ho<ſc Grundtvig angeregt, hauptſächlich für junge
Burſchen u. Mädchen vom Lande (vgl. Hochſchul»
kurſe, volkstümliche). Ihnen iſt e8 zu verdanken,
daß die däniſche Landbevölkerung ſich für die ge-
bildetſte Europas hält,
VI. Höhere Bürgerſchule. 1787 wurde in
Kopenhagen die erſte Realſchule errichtet, 1800
gab es dort ſchon 11, dazu noh einige in den
Provinzen. Seit 1814 entſtanden zahlreiche
Bürgerſchulen, damit Kindern aus beſſern Fami
lien, die nicht ſtudieren wollten, eine ihrem Stande
entſprechende Bildung ermöglicht würde, Dieſe
Anſtalten ſchmolzen teilweiſe mit den Nealſchulen
zuſammen , die 1855 feſtgeordnet u. mit Real=
(Präliminär)examen als Abſchluß verſehen wur
den. Dieſes löſte 1881 das gleichwertige „allge
meine Vorbereitungsexamen“ ab, das eine Vor=
bedingung war zum Beſuche der Veterinär= u.
Landwirtſchaftlichen Hochſchule, zur Ablegung de3
pharmazeutiſchen u. Zahnarztexamens ſowie zum
juridiſchen Examen für Nichtſtudenten. 1902 gab
es 126 Realſchulen, davon 36 für Mädchen u. 18
private Lateinſchulen mit Realklaſſen.
An ihre Stelle traten 1908 die 4klaſſigen ſog.
Mittelſchulen (Suleintritt 11. od. 12. Le-
bensjahr), an die ſich eine Realklaſſe od. 3 Gym=
naſialktlajjen anſchließen können. Demnach beſteht
jeht die höhere Bürgerſchule aus 4 od. 5 Unter=
flaſſen, den untern Klaſſen der Volksſchule ent=
ſprechend, 4 Mittelklaſſen u. eventuell 1 Realklaſſe.
Der Unterricht der Mittelſchule (nicht über 30
Stunden 8 50 Min. wöchentlich mit 63 Wochen»
tagen Ferien) erſtre>kt ſich auf : Religion, Däniſch
(jamt leichterer ſchwediſcher Leſung). Engliſch,

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