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Deutſch, Geſchichte, Geographie, Naturgeſchichte
(eiwas Hygiene), Phyſik (etwas Chemie), Rechnen,
Mathematik, Schreiben, Zeichnen, Turnen (weib-
liche Handarbeiten), In der 4. Klaſſe kann Latein:
od. Franzöſiſch als Vorbereitung auf das Gym-
naſium hinzukommen. In der Realklaſſe ſollen
außer verſchiedenen der obengenannten Fächer
2 der neuern Sprachen (meiſt Engliſch u. Deutſch
od. auc ſchule ſchließt ab mit einer Jahre3prüſung, die zum
Eintritt in das Bymnaſium berechtigt, die Real»
klaſſe mit den „Realexamen“", das die Vorteile des
„Ollgemeinen Vorbereitung3examens“ gewährt u,
u, a. gewiſſe Anſtellungen im Eiſenbahn», Tele»
graphen» u. Poſiwejen ermöglicht. Das Recht,
die Examina abzunehmen, kann unter genügenden
Garantien auch von Privat» u. Kommunalmittel-
ſchulen erlangt werden,
VI1i. Die höhere Müdthenſichule D.8 hat
ſich entwidelt aus der Nealſchule des 18. Jahrh.,
die mit dem Präliminärexamen abjſchloß, Erſt
ſeit Mitte de3 19, Jahrh. hat ſie einen größern
Auſſchwung genommen, Durch das Geſeh v.
24. April 1903 iſt ſie der höhern Bürgerſchule
vollſtändig gleichgeordnet; doh ſteht e3 ihr ſrei,
anjtatt des Real» u. Studentenexamen3 das alte
Präliminärexamen beizubehalten od. mit dem ſog.
Mädchenj examenberechtigten höhern Mädchenſchulen betrug
1912: 35. Seit 1875 ſteht auch die Univerſität
weiblichen Studenten oſſen,
VIII Das Gymnaſium, das früher 6klaſſig
war mit einem Examen nach der 4. u. dem oxamen
artium nach der 6. Klaſſe, iſt jeht 3klaſſig, ſchlicßt
ſich unmittelbar an die Mittelſchule an u. läuſt in
eine 8ſache Gablung ans: die klaſſiſch-ſprachliche,
die neuſprachliche u. die mathematiſch-naturwiſſen»
ſchaftliche. Die erſte geht immer mehr zurüc.
1910 gehörten von 562 Abiturienten der Staats»
gymnaſien 65 der 1., 322 der 2. u. 175 der 3.
Richtung an; von den 65 Abiturienten der Privat-
ſchnlen war das Verhältni3: 9, 40, 16. Das
Schulgeld an den Staatsſchulen ſchwankt zwiſchen
30 u. 42 Kr vierteljährlich, Geſchwiſter haben
Ermäßigung; an den Kopenhagener Privatſchulen
beträgt es im allgemeinen 15/25 Kr (je nach der
Klaſſe) monatlich.
Höhere Schulen gab e8 1910: 185, darunter
45 Gymnaſien (14 ſtaatliche). Sie wurden von
34 954 Schülern beſucht (die Gymnaſien von
3165). =- Katholiſcherſeits8 gab e3 1911:
4 höhere Mädchenſchulen (8 von St Joſephs»
Schweſtern, 1 von Aſjumptioniſtinnen geleitet) u.
2 höhere Knabenſchulen (von Jeſuiten geleitet),
beide examenberechtigt, die St Knud3 - Mittel»
1. Realſchule in Kopenhagen u. das St Andreas»
Kolleg (Mittel», Nealſchule u. Gymnaſium) in
Charlottenhmd.
IX. Univerſität u. Polytechnikum, Die
Kopenhagener Univerſität wurde von Chriſtian 1.
gegründet am 4, Okt, 1478. König Hans verbot
Dankbarkeit,

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den däniſchen Studenten den Beſuch ausländiſcher
Pochſchnten, bevor ſie 2 Jahre an den Kopen-
agener ſtudiert hatten, Infolge der Neformation
faktiſch aufgelöſt, wurde ſie von Chriſtian VI.
1537/39 neuerrichtet, 1875 erhielten auch die weib»
lichen Studenten Zutritt, Das Profeſſorenkolle-
gium beſtand 1911 aus 52 o. Profeſſoren (5 Theo»
logie, 7 Rechtswiſjenſchaften, 12 Medizin, 16
Son Meet 12 Mathematik-Naturwiſſenſchaft),
9 ao. Proſeſjoren, 7 Dozenten, 41 Privatdozenten
u. einer größern Zahl von Hilfskräften, Der
Unterricht iſt ſrei, mit reichen Unterſtüßungsfonds
ſür ärmere Studierende, Auch ſür Nichtſtudenten
werden öffentliche Vorleſungen gehalten. Zn den
1870er Jahren wurden durchſchnittlich 166 neu
immatrikuliert, 1911 dagegen 630; die Geſamt-
zahl der Studierenden betrug 1912 rund 3000.
-- Mit der Univerſität iſt ſeit 1829 eine poly-
techniſche Lehranſtalt verbunden, deren
erſter Leiter H. C. Örſted war. In 3/5 bi8 4'/;-
jährigem Unterrichte bildet ſie Ingenieure für Bau=,
Maſchinen», Fabrilkweſen u. Elektrotechnik aus
(1911: 590 Neuimmatrikulierte).
Literatur. IJ. Carlſen, H. Olrik u. C. N.
Stare, Danmarks Kultur ved Aar 1900 (Ropenh.
3900); A. P. Weis u. H. Hage, Do gäldendo
Retsgregler for det höjere Skoloväsen i Danmark
(ebd. 1891); K. Glahn, 1.ov om höjers Almen-
Skolor (3 Bde, ebd. 1907/11); A. F. Asmuſſen,
Meddelelser anganonde de höjers Almenskoler
i Danmark (ebd. 1909f); Ds nordiska Ländernas
Skolvägen 1905/10 (Sto>h, 1910). Neiches Lite»
raturverzeichnis bei Fr. Thomaſſen, VFortegnolsso
over Dansk pädagogisk Literatur (Ropenh. 1896).
[F. Eſſer 8. J.]
Dankbarkeit, 1. Weſen, D. iſt jene
Tugend, die empfangene Wohltaten anerkennt,
in Liebe u. Hochſchäßung erwidert u. möglichſt in
Worten u. Werken zu vergelten ſucht. Nad) dem
hl. Thomas v. Aquin (8. theol. 2, 2, q. 106, 3, 4
ad 5) iſt bei der geſpendeten Wohltat die innere
Geſinnung des Geſchenkgeber8 wertvoller als die
äußere Gabe, Ebenſo iſt bei der D. die hoch-
achtende Liebe zum Wohltäter wichtiger als die
äußere Dankſagung u. Wiedervergeltung; die
lehtere kann ſogar zu einer geſchäſt3mäßigen Er-
ledigung der Dankesſchnld werden, die ſchließlich
den Tod der wahren D. bedeutet. Die durd) die
Macht der Tatſache erzwungene Anerkennung einer
Wohltat aber ohne innere Hinneigung zum Wohl»
täter iſt noch keine D. ; auch einem Feinde gegen»
über können wir uns genötigt ſehen, eine Wohltat
anzuerkennen; aber dieſe Anerkennung wird erſt
dann zur D., wenn ſich damit hochſchätßzende Liebe
zur Perſon de3 Geſchenkgeber8 verbindet. Da
es alſo vor allem auf dieſe innere Geſinnung an
kommt, kann auch der Armſte, ſelbſt das Kind die
Pflicht der D. erfüllen.
11. Sittlicher Wert, Die D. iſt die Forde-
rung eines Naturgeſeßes, da38 der Schöpfer in alle
empfindenden Weſen hineingelegt hat ; ſelbſt beim
vernynſtloſen Tiere kommt es oſt zu rührendem

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