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Ach in die Gunſt uſw, 5, Saßverbindung in An-
Iehnung an Nr 4: Er verlangte nach Reichtum u.
Ehren, darum ſchmeichelt er H in die Gunſt uſw.
L. Umſtellung des Saßinhalte8: Er ſc Nich in die Gunſt des Fürſten eins denn er wünſchte
eichtum u. Ehren. 7. Dieadverbiale Zweclbeſtim»
mung wird zum Attribut: Der ehrgeizige 11, geld»
ierige Mann ſchmeichelte ſich in die Gunſt des
Fürſten ein, 8. Subjekt: Der Ehrgeiz u, die
Geldgier trieben ihn, ſich in die Gunſt uſw.
Der Augenſchein zeigt, daß die adverbialen
Beſtimmungen des Grundes u. der Folge eine
ſchr reiche Umwandlungsmöglichfeit zulaſſen 1.
aher zu ſcharfem Erſaſſen der Beziehungen
zwingen, die zwiſchen der adverbialen Beſtimmung
Nn. dem Hauptinhalte des Sahßes (Prädikat) ob»
walten, Daneben iſt es von beſonderer Bedeutung,
daß ſir das wichtige Kauſalgeſeh in vielſacher
Spieglung auſzeigen u. gerade dadurch zu ſrucht»
barem Denken anregen, Der naheliegende Ber-
gleich zwiſchen der Einheit des Gedankens u. der
ielheit ſprachlicher Bildung zeigt gleichzeitig die
künſtleriſche Biegſamkeit der deutſchen Sprache u.
gibt den Schülern das erleichternde Gefühl ſprach»
licher Freiheit u. Unabhängigkeit unter der einzigen
Vorausſehung, daß ſie einheitlich u. folgerichtig
zu denken vermögen, eine Voraunsſchzung aber, die
gleichzeitig als Quelle dieſer ſprachlichen Beweg»
lichfeit erkannt werden kann. Damit wird ſchließ
Jich auch der ſremdſprachliche Unterricht gefördert,
der zwar nicht immer Zeit findet, ſol ſähliche Überlegungen anzuſtellen , aber in der
prakliſchen Betätigung dieſer Umſormungen das
Ziel erſt erreichen hilſt.
Oſt wird j«doch da8, was die Saßteile aus»
drücken fönntein, durch die Säße ſchärfer u. ſchöner
wiedergegeben. Darau3 erklärt ſich ihre Ent»
ſtehung, u. darum kann der volle Inhalt der Säße
nicht immer in Saßbeſtimmungen zurücver»
wandelt werden. Aber ſtet3 kann man ſagen,
welchen Saßteil ſie vertreten od. beſtimmen.
Zeht erſt wird die Interpunktion der
Nebenſäßhe erörtert. Sie iſt hier die ſelbſt-
verſtändliche Folge der Saßlehre. Es genügt
daher der bloße Hinweis auf die Tatſache, um
die nötige Klarheit zu ſchaffen.
Die beiden Tertien u. eventuell auch noch
die Unterſekunda haben gegebenenfalls dieſe Sah»
lehre zu wiederholen u. ihr gewiſſe Schwan-
kungen u, Schwierigkeiten der deutſchen Gram
matik, in8beſondere gewiſſe Merkwürdigkeiten der
Tempus- u. Moduslehre (Konjunktiv) hin»
zuzufügen. Schließlich ſollen die Schüler dieſer
Stuſe (O0 111) auch über die wichtigſten Elemente
der Wortbildung unterrichtet werden.
Die Schwankungen in Deklination u. Konjuga»
tionſindzahlreich, u. nur eineausgiebige Erörterung
ſolcher Eigenarten (Pluralbildungen auf =-8, Be»
handlung der Eigennamen, der Fremdwörter, der
ſtarken u. ſchwachen Adjektivſformen, der Vorſilbe
ge-=- im Partizip des Perſelt8, der Suſſixe =-ig u.
Deutſ
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---Jich uſw.) vermag hier dauernde Unſicherheit zu
ie en, Auch die deutſche Tempu8» u, Modus»
lehre iſt mit einem glatten Schema nicht zu er-
ledigen: die Tempuzlehre in in der Wiedergabe
der zeitlichen Verhältniſſe nicht ſo genan wie das
Franzöſiſche u, Lateiniſche. Sie legt 3, B. keinen
Wert darauf, in allen Fällen die Vorzeitigkeit -
jireng zu betonen, So ſteht nach „a1l8“ u, „ſo»
bald“ mehr das Imperfekt als das Plusquam-
perfekt, Zur Bezeichnung der Zukunft iſt nicht
immer das Futurum nötig, ſehr oft genügt das8
kürzere Präſen3. 3 wird im Nebenſaß ſogar als
ſchwerfällig empfunden, wenn die Zukunft ſchon
ſonſt irgendwie Du wia zum Ausdru>F gebracht
iſt, daher: Wenn ich ihn ſche (nicht : ſchen werde),
werde ich es ihm ſagen.
Wichtiger iſt die Moduslehre, insbeſondere
die Lehre vom Konjunktiv, Die Bedeutung der
Modi an ſich iſt den Schülern dieſer Stuſe aus
dem ſremdjprachlichen Unterrichte bereit8 bekannt.
Dagegen herrſcht weitgehende Unſicherheit in der
Anwendung des Konijunktivs, beſonders inner»
halb der Bedingungsſäße. Der hier gelegentlich
für den Konjunktiv eintretende Konditionalis
(Aktiv: „ich würde gehen" ſtatt „ich ginge“;
Paſſiv: „ich würde geſunden werden" ſtatt „i
würde geſunden“) darf im allgemeinen uur im
Nachſat, nicht im Vorderſaß (Wenn=Saß) an»
gewandt werden; vgl.: „Wenn ich ein Vöglein
wär" u, auch zwei Flüglein hätt", flög' ich zu dir“;
Wenn ich 1000 4! gewänne (nicht: gewinnen
würde), gäbe ich eu geben). Nur wenn ſich die Bedingung ſelbſt auf
die Zukunft bezieht, iſt der Konditionali8 berech»
tigt: „Wir würden das Vaterland ſchüßen, wenn
Krieg ausbrechen würde." Cbenſowenig aber
zeigen ſich die Schüler über die Zeitſolge der
abhängigen Nede (oratio obliqua) ausreichend
orientiert. Daher iſt im d. S. ſeſtzuhalten, daß
der modale Akzent der deutſchen Konjunktivformen
ihre temporale Bedeutung faſt ganz verdrängt hat,
daß dadurch eine Verſchiebung u, Unſicherheit in
den konjunftiviſchen Zeitverhältniſſen eingetreten
in die nur durch Aufzeigung der neu entwickelten
ejehe behoben werden kann : nad) einem Haupt»
od. Nebentempus ſteht zur Bezeichnung der Gleich»
zeitigkeit der Honjunktiv de3 Präſens ; wenn aber
ſeine Formen mit dem Indikativ identiſch ſind,
od. wenn ein irreale8 Verhältnis bezeichnet werden
ſoll, ſeht man den deutlichern Konjunktiv des
Imperſekt8. Die konjunktiviſche Wiedergabe der
Vorzeitigkeit bewirkt ähnlichen Wechſel zwiſchen
Perfekt u. Plusquamperfekt, aus denjelben Grüns»
den. Beiſpiele: „Er ſagte, er ſei Bildhauer“;
„Jh fragte ihn, wa3 er geſchrieben habe“, aber:
„Er ſragte mich, wasich geſchrieben hätte.“ Näheres
vgl. bei O. Weiſe, Muſterbeiſpiele zur deutſchen
Stillehre. Cin Handbüchlein für Schüler (*?1907);
G. Bräuning, Die Schwankungen u. Schwierig»
keiten in der deutſchen Grammatik, zuſammen-
geſtellt ſür den Unterricht in den mittlern Klaſſen

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