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ae feinere dramatiſche Stücke auſſühren zu
ajjen.“
Literatur, Aus der Fülle der Lit. ſeien nur
die Hanptſchriften der neuern Zeit angeführt, in
denen meiſt entſprechende Einzeldarſtellungen, beſ.
Echnlprogramme, namhaſt gemacht werden, 1. Li»
dteraturgeſchichten: g Bächtold , Geſch. d.
diſch. Lit. i. d. Schweiz (1887/92); A, Baumgartner
8. &., Geſch. dex Weltlit. 1V (2»*1905); W. Crei-
zenach, Geſch. d. neuern Dramas (4 Bde, 1893/1909,
1 21911); N. Goedeke, Grundriß 111 (21886 1);
Nagl»Zeidler, Deutſch-dſterr. Lit.-Geſch., Haupt»
band (1899); A. Salzer, Illuſtr. Geſch. der dtſch.
Lit., L/]g 17/19; I. Janſſen, Geſch. d. dtſch. Volkes
11 (191897) u. VII (191904); M. G. P., bej. Bd 11
VIX XVI, -- 2. Die wichtigſten Monographien
(mit Ausſchluß der zahlr. Programme): P. Bahl-
mann, Jeſuitendramen der niederrh. Ordensprov.
Ee Zentralbl. 1. Bibliothek8weſ., Beiheſt 15);
- Crüger, Zur Straßburg. Schulkom, (1888); B.
Duhr 8. J., Die Studienordn. d. Geſellſch. Jeſu
(1896); A. Dürrwächter, Das Jeſuitendrama u.
die literarhiſt. Forſchung am Ende d. Jahrh. (1899;
Hiſtor.»polit. Blätter CXX1V); derſ., Jak. Gretſeru.
J]. Dramen (1912; Erläut. u. Ergänz. zu Janſſens
Geſch. d. deutſch. Volkes 1X, 1. u. 2. Hſt); W. Har»
ring, Andr. Gryphius u. d. Drama d. Jeſuiten
(1907; Literaturverz. xu1/xx)z; H. Holſtein, Die
Neſormation im Spiegelbilde d. dram. Lit, d.
16, Jahrh. (1886); J. Minor, Ferdinand Il.,
Erzhzg v. Tirol, Speculum vitae humanae, Einleit.
(111/XXxXv) üb. d. Drama des 16. Jahrh. (1889;
Hallenſer Neudruck) ; Fr. Paulſen, Geſch. des ge»
lehrt. Unterr. (2 Bde, *?1896 |f) ; P. B. Nache, Di:
deutſche Schulkom. u. d. Dramen vom Schul» u.
Knabenſpiegel (1891) ;K. v. Neinhardſtöttner, Plau»
tus. Spätere Bearbeit. Plautin. Luſtſpiele (1886);
derſ,, Zur Geſch. der Jeſuitendramen in München
(1889); N. Scheid 8. J., Der Jeſuit Maſen (1898);
der]., Die dramat. Schüilerauſſührungen (1901);
Exp. Schmidt O0. PF. M., Die Bühnenverhältn. d.
diſch. Schuldramas i. 16. Jahrh. (1903); F. Speng»-
ler, Der verlorene Sohn im Drama des 16, Jahrh.
(1888); P. Stachel, Seneca u. d. dtſch. Nenaiſſance»
drama (1907 ; Paläſtra X1,V1); A. v. Weilen, Die
Ihrater Wiens (1897 f; Prachtwerk 1, 1. u. 2. Hft);
J. Zeidler, Stud. u. Beitr. 3. Geſch. d. Jeſuiten»
komödie (1891). [N. Scheid 8. 9.]
Dreiſtigkeit [. Frechheit.
Dreſſur j. Abrichtung.
Drohung |. Strafe.
Duldung |. Toleranz.
Dummheit. Tl. Begriſſ. Während die Un-
wiſſenheit einen Mangel an Kenntniſſen darſtellt,
an dem auch der Begabteſte infolge ungenügenden
Unterricht3 leiden fann, begreiſt die D. eine
Schwäche des Verſtandes u. eine Unfähigkeit zur
Einſicht u. zur Verknüpfung der Vorſtellungen in
ſich, die ihren höchſten Grad in dem pathologiſchen
Schwachſinn erreichen. Fehlt dieſem jede Möglich»
keit, logiſch zu denken u. klar zu unterſcheiden, ſo
macht ſich bei der D. eine Armut an Vorſtellungen
u. eine mehr od. weniger große Langſamkeit u.
Trägheit de3 Vorſtellungsverlaufs3 geltend, die ent-
weder in einem natürlichen Mangel an Begabung
od., wie wir im Abſchnitte Il ſehen werden, in
Dreiſtigkeit -- Dummheit,

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der unzureichenden Schulung der Urteilskraſt ihren
Grund haben, Nicht ſelten geht die Bildung der
Vorſtellungen ſchnell 11, normal vor ſich, ſolang
es ſich bloß um anſc delt; wird aber das Gebiet der begrifflichen Vor»
ſtellungen betreten, ſo reicht die Faſſungskraſt nicht
mehraus, Daherdie Erſcheinung, daßſol in den untern Klaſſen gut mitkommen, in den
obern jedoch verſagen. Dieſe Form der D. wird
als Begriffsſiußigkeit bezeichnet, Bei an»
dern Schwachbegabten iſt die Bildung der Vor-
ſtellungen normal, aber dieſe haſten infolge von
Gedächtnisſchwäche nicht. Beſonders ſchlimm wird
die D., wenn ſie ſich mit Indolenz u. erhöhtem
Selbſigeſühl verbindet (Shakeſpeare: „Hohle
Töpſe haben den lauteſten Klang"); man ſpricht
dann von Dummdreiſtigkeit. Oftkann man
auch beobachten, daß ein notoriſch Dummer ein ihm
anvertrautes, eng begrenztes Gebiet mit Liſt u.
Gewandtheit beherrſcht; er wird dann als dumms=
pfiſfig bezeichnet. =- Synonym mit D. wird
allgemein das Wort Beſchränktheit gebraucht.
Häuſig ſeht man ihr auch die Einfältigkeit
im Sinne von „gutmütiger D.“ völlig gleich ;
doch iſt wohl zu beachten, daß ſtrenggenommen zu
dieſem Begriffe die der D. eigne Unſähiglkeit, die
Dinge richtig zu begreifen u. zu beurteilen, nicht
gehört ; die Einfältigkeit faßt nur einſeitig u. be-
ſc Form der D. pflegt man den Dummſtolz zu
betrachten, der in ſeiner Beſchränktheit zwiſchen
Haupt» u. Nebenſachen, zwiſchen innerm Wert u.
Zufälligkeiten nicht zu unterſcheiden weiß u. darum
Anßerlichkeiten, wie Geld u. Nang, über Gebühr
bewertet. Findet ſich der ſchwer zu heilende Dumm
ſtolz ſchon bei Kindern, ſo iſt er ihnen in der Negel
von törichten Eltern eingepflanzt worden.
II. Behandlung. „Mit der D. kämpfen Götter
ſelbſt vergeben3“", ſagt Schiller, u, ſie iſt in der
Tat nicht völlig zu überwinden. Beſonders3 an die
Lehrer der Volksſchule, die nicht na höhern Lehranſtalten die Unbegabten zurückweiſen
darſ, ſondern auch die Dümmſten, ſoweit ſie nicht
der Jdiotie (ſ. d.) verfallen ſind, auſzunehmen u.
nach Kräſten zu ſördern hat, ſtellt die D. daher
hinſichtlic) der Geduld u. Selbſtverleugnung die
allergrößten Anforderungen, DaZ gilt vor allem
dort, wo allgemeine D. vorliegt. Dieſe geht
gewöhnlich auf phyſiſche Urſachen zurück, ſeien es
nun angeborne od. ſpäter hinzugekommene infolge
von Nachwirkungen der Diphtheriti3 u. andrer
JInfektionökrankheiten, Wucherungen in der Naſe,
Onanie, VPubertätskrankheiten, Unterernährung,
Mißhandlung, Überanſtrengung, Alkoholmiß»
bran) uſw. Hier iſt mit Gewalt nichts zu machen,
u. eine pädagogiſche Verſündigung roheſter Art
wäre e3, wollte man die mit dieſer Form der D.
behafteten Kinder wegen ungenügender Fortſchritte
verſpotten u. beſtraſen od. gar der Verhöhnung
der Mitſchüler ausliefern. Dem Unbegabten gegen=-
über iſt bei fortgeſchtem Fleiße vielmehr Aner?

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