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Ergebnis dieſer aber Tugend. Unterricht u, Er»
jehung müſſen daher unlööbar verbunden ſein,
ndre Schriſten A.3 entnehmen den Stoſſ der
Seelenlehre u, der Sittenlehre, Auch geſchichtliche
Erſcheinungen u. Begebenheiten hat er dargeſtellt.
Als Dichter von Oden, Elegien, Fabeln, Rätſeln,
Poe een Brieſen wurde er von den Zeitgenoſſen
erühmt, Er ſtand in lebhaſtem Brieſwechſel mit
aiſer Karl, mit weltlichen u. geiſtlichen Würden»
trägern, mit ſeinen Schülern; 232 Brieſe ſind
auf uns gekommen. Eine ſchöpferiſche Natur,
die neue Ziele findet od. neue Wege zu alten
Zielen erſchließt, war A. freilich nicht. Er hat
Gegebene3 erhalten, geſichtet, geordnet u. andern
die Wege zur Bildung gezeigt u. geebnet. Vor
allem hat er durch ſein Beiſpiel der Wiſſenſchaft
u, dem Unterrichte treue Träger u. Pfleger zu»
geführt.
Literatur. Werke A.8: Geſamtausgaben :
Srobenins, Beati Flacci Albini 80u Alkuini opera
(Negenöburg 1777) ; Migne, Patrologiao cursus
complotus; Series latina Bd 100 13. 101, Briefe u.
hiſtor. Schriſten : Jaſſe, Bibliotheca Rorum Ger-
manicarumV1. Briefe: Dümmler, Monumenta Ger-
manino historica, Epist. 1V. -- Schriften über A.:
Dümmiler, A. (in der Allgem. dentſchen Biographie
1 343/348) ; Freundgen, A.8 pädagog. Schriften,
Überſ. u. erklärt (1889; Schöninghſ IV); Ausw. in Herders „Bibl. d. kath. Pädag.“
IV (1890) ; Lorentz, A.8 Leben (1829); Schönfelder,
A. (Oſterprogramm des Johanneums in Zittau) ;
Werner, A. u. ſein Jahrh. (*?1881) ; derſ., Die Ent»
wicklung der mittelalierl, Pſychologie von A. bis
Albertus (Denkſchriſt der Kaiſ, Akad. der Wiſſen-
ſchaften zu Wien). [I. Freundgen.]
Alleker, Johanne3, fatholiſcher Schul-
mann. I, Lebensgang. Geboren in Köln am
30. Dez. 1817, ſtudierte A. in ſeiner Vaterſtadt
u. in Bonn u. wurde 1843 von Kardinal v. Geiſſel
zum Prieſter geweiht; 1846/49 war er dann
Kaplan in Aachen u. ebd. 1846/59 Neligions»
lehrer u. Lehrer de3 Deutſchen am Urſu-
linenpenſionat St Leonard. In dieſem Amte
hatte er Gelegenheit, bei der Cholera»Epidemie
von 1849 ſich in umfangreicher Weiſe ſeelſorge-
riſch zu betätigen. Bedentungsvoll wurden für
ihn ſeine Beziehungen zu dem Aachener Negie=
rungöpräſidenten v. Kühlwetter, der ihn als
Lehrer ſeiner Kinder kennen u. ſchäßen lernte.
Tieſer hohe Beamte u. Gönner veranlaßte, daß
A., nachdem er 1859/63 als Pfarrer u, Schul-
pfleger in Ketteni3 bei Eupen gewirkt hatte,
i. 3. 1863 al3 Nachſolger de3 hochverehrten Di»
rektor3 Pauli zum Direktor des Lehrerſeminars in
Brühl ernannt wurde. Hier fand A. bewährte
tüchtige Lehrer: Töpler, Richter, Schumacher u. a.,
mit denen er ſich bald einträchtig zuſammenfand;
bejonder3 mit dem leßtgenannten, der ihm als
Seminarlehrer u. ſpäter als Oberlehrer zur Seite
ſtand, verband ihn Gleichheit der Geſinnung u.
treue Freundſchaſt. Als Direktor mit dem Titel
Schulrat u. Geiſtlicher Nat wirkte A. mit beſtem
Alleker -- Allgemeine Beſtimmungen.

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Erfolge, bis er während eine8 Badeaufenthalt8
in Neuenahr am 20. Juli 1889 unerwartet raſch
verſchied.
11. Bedeutung. A. war ein trefflicher Lehrer
U. Erzieher, der ſich überall Liebe u. Anerkennung
erwarb u. von ſeinen Schülern al8 Muſter lichen, e Lehreringenden verehrt ward, L. Kellner, der A.
als Direktor in Brühl kennen u. ſchäßen lernte,
wo er als Vertreter der Trierer Negierung den
Lehrerpriifungen beiwohnte, u. der mit A. zugleich
Mitglied der Prüſungskommiſſion ſür Mittel-
ſchullehrer u. Nektoren war, ſagt in ſeinen „Leben8=
blättern" (21897, 5385) von A.: „Wenn ich
mir das Muſter eine8 Seminardirekior8 verwirk=
licht denke, ſo tritt mir A.8 Bild in lebhafte Er-
innerung. Mit einem zartgebauten Körper ver-
band ſich eine Geſicht8bildung, die Nuhe u, Milde
paarte; ſeine Sprache warſtets klar u. wohllautend,
u. die ganze äußere Erſcheinung erweckte Zu=
neigung u. Vertrauen. Durch ſeinen Vortrag,
der ebenſo anregend wie zu Herzen ſprechend war,
feſſelte er die Zöglinge; durch ſeine ruhige u,
wohlwollende Art zu prüfen flößte er Mut ein
1. gewann ſich ein ſreundliches Andenken bei allen
Examinanden.“ A. war Schulmann im edelſten
Sinne de3 Wortle3, aber er war u. blieb dabei
auch der gewiſſenhafte Prieſter u. eiſrige Seel-
ſorger.
1IL Schriften. Aus A.3 Veſchäſtigungen
mit den Kirchenvätern gingen hervor: die „Be-
trachtungen des hl, Anguſtinus für alle Sonn- u.
Feſttage de3 Kirchenjahr3“ (1856; beſtehend in
Anszügen aus den Schriften de3 Heiligen); ſerner
überſehßte er die Apologie des Chriſtentums von
Arnobin3 Adversus nationes unter dem Titel
„Sieben Bücher de3 Arnobiu8“ (1858) u. den
apologetiſchen Dialog Oetavius von Minucius
Felix unter dem Titel „Octavius8 von Minuciu3
Felix“ (1865). Im Verein mit andern Sulz
männern gab er 1874 ſein Hauptwerk, „Die
Volköſchule“, heraus, die bereit8 1881 in 3. Auſ-
lage erſchien, aber ſeit dem Tode A.3 bi3 jekt
nicht mehr neu heraus8gegeben wurde. Auf
Veranlaſſung des Erzbiſchofs Paulus v. Köln
verfaßte N. eine „Bibliſche Geſchichte“ (1877),
die längere Jahre in der Kölner Erzdiözeſe ge-
braucht wurde. Von 1868 an leitete er die noc
heute beſtehende „Katholiſche Zeitſchriſt für Er-
ziehung u. Unterricht" (Düſſeldorf, Schwann),
zuerſt mit Seminarlehrer Kendenich in Kempen,
1874/80 allein. Ein Lebensbild A.3 gab Konr.
Schumacher in der Donauwörther „Kathol. Schul=
zeitung“ (1897, Nr 1-8). [L. Habrich.]
Allgemeine Beſtimmungen. werden
die Erlaſſe de8 preußiſchen Kultusminiſter3 Falk
v. 15. Oft, 1872 über das Volköſchul=, Präpa-
randen= u. Seminarweſen genannt. Durch dieſe
Erlaſſe wurden diejenigen des Kultusminiſter3
v. Rammer v. 1., 2. u. 3. Okt, 1854 u.
deren ſpätere Ergänzungen aufgehoben. Jn der

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