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(Unterfranken) u. Kaufbeuren (Schwaben) ; ſie
umfaſſen 4 Jahreskurſe (in den beiden erſten gründ»
licher Elementarunterricht, dann Unterweiſung in
den Bede m Der Beſuch iſt Pflicht für
die Anwärter auf den ſtaatlichen Forſtdienſt, beim
Abgange wird die Forſtſchubprüfung abgelegt.
Verſchiedentlich meint man, daß ein 4jähriger
Schulbeſuch Kenntniſſe vermittelt, die über den
ugewieſenen Wirkungskreis hinausgehen, die An-
riiche der Unterbeamten erhöhen u. die Forſt-
beamtengliederung nachteilig beeinfluſſen. Eine
M beſteht ferner in Heſſen (Darm=
a
III. Das Forſtſchulweſen für Privatforſt-
beamte, Für den Forſtdienſt (Oberſörſter- bzw.
Forſtverwalterlaufbahn) bei den Gemeinden,
Stiſtungen, Privaten uſw. beſtehen natürlich keine
einheitlichen Beſtimmungen. Manche Gemeinden
u. Großgrundbeſißer fordern den gleichen Aus»
bildung8gang wie für den Staatsforſtdienſt (in
Preußen werden ſolche Anwärter zu den gleichen
Prüfungen zugelaſſen, ohne dadurch eine Anwarts=
ſchaſt auf Verwendung im Staatsdienſte zu erlan-
gen; ſie treten nach Beſtehen der Staatsprüſung als
„Kgl. Forſtaſſeſſoren a. D.“ aus der ſtaatlichen
Laufbahn aus). Andre begnügen ſich (man ſpricht
dann vom mittlern Forſtdienſte) mit einem weniger
umfaſſenden Bildungsgange (Einjährig-Freiwilli-
gen=-Zeugnis, praktiſche Vorbereitung, Studium
auf der Akademie od. Univerſität, Abgangsprüfung,
praktiſche Wanderjahre). Der „Deutſche Forſt=
verein“ (Siß: Charlottenburg) hält von Zeit zu
Zeit (meiſt alle zwei Jahre) praktiſche Prüfungen
für Anwärter des privaten mittlern Forſtverwal=
tungsdienſte8 ab ; auch größere private Forſiver=
waltungen haben ſolche praktiſche Prüfungen ein»
Forſtſc
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gerichtet. -- Die Ausbildung der privaten Forſt=
jchuhbeamten erfolgt in der Hauptſache durch
2jährige praktiſche Lehrzeit, die meiſt mit dem
16. Jahre beginnt. Eine vom „Verein für Privat»
forſtbeamte Deutſchland8“ errichtete Forſtlehr=
lingsſchule beſteht ſeit 1906 zu Templin (Provinz
Brandenburg). Im ljährigen Kurſus werden
behandelt: Waldbau in Verbindung mit Forſt-
botanik, Standort8lehre u. Witterungskunde;
Forſtbenußung (in3beſondere Holzwarenkunde u.
Sägemühlenbetrieb) u. Waldwegebau; Forſtſchuß
in Verbindung mit Forſtzoologie; Holzmeßkunde,
Vermeſſungö3lunde u. Forſtbetrieb8funde; Jagd,
einſchließlich Waſſenkunde ; Fiſchzucht ; Landwirt-
ſchaft , Obſtbaumzucht , Bienenzucht; forſtliche
Buchführung ; Forſt= u. Jagdgeſeßgebung; Ver=-
ſicerungsgeſehgebung ; Fortbildung3unterricht in
en Elementarſächern. Hieran ſchließen ſich: Tur-
nen u. Schwimmen, Übungen im Schießen ſowie
Unterricht im Hornblaſen u. Geſang. Praktiſche
Unterweiſungen in der Forſtwirtſchaft, Landwirt=
ſchaft, Fiſchzucht, Obſtbaumzucht u. Bienenzucht
werden auf Exkurſionen erteilt. Zurzeit iſt der
Verein daran, mehrere ſolcher Schulen mit gleichem
Lehrgange zu ſchaffen. Auch auf der 1906 von der
Landwirtſchaſtskammer für die Provinz Poſen
geſchaffenen Forſtlehrlingsſchule für Privatan=
wärter zu Koſchmin gelten faſt die gleichen Saßun-
gen. Der „Verein für Privatforſibeamte Deutſch=
land8“ hat auch für Anwärter nach Vollendung
des 25. Jahre3 (Beſuch einer Forſtlehrlingsſchule,
Militärdienſt, praktiſche Tätigkeit) eine Förſter=
prüfung eingerichtet. Eine zweiklaſſige „Vorbe
reitungsſchule für Forſtlehrlinge“ (bi3 zum 16,
Jahre) befindet ſich in Hannover (Vahrenwalder
Heide). [H. Sacher.]

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