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3. Höhere Fachſchulen (fachliche Hoch-
ſchulen) ſind: mediziniſche u. I Be.
bereitungsſchulen, die Spezialſchulen, zahnärztliche
Schulen, Necht3=Fachſchulen, die techniſchen Hoch»
eille, Nancy u. vor allem in Pari8 ; die A>erbau-
ſchulen in Beauvais, Grignon, Montpellier, Ren»
ne3; das Ngronomiſche Nationalinſtitut in Paris,
die Gartenbauſchule in Verſailles ; die Forſtſchule
in Nancy; die Pferdezuchtſchule in Le Pinz die
Veterinärſchulen in Alfort, Lyon, Toulouſe ; die
gewerblichen Hochſchulen in Paris, 15 Handels-
hochſchulen ; ferner in Pari8 die höhere Schule
für Poſt» u. Telegraphenweſen, die Kolonial
ſchule, die Höhere Kriegsſchule; noch zahlreiche
Fachſchulen für Heer u. Marine, Den genannten
Anſtalten, die jeweils den entſprechenden Minis-
ſterien unterſtehen, reihen ſich viele kommunale u.
private an (Architektur=, Journaliſten», Notar3-
ſchule uſw. in Paris ; Brauereiſchule u. Chemiſche3
Inſtitut zu Nancy u. dgl. m.). Auch gibt es viele
(ſtaatl, u, ſtädt.) Kunſt= u. Muſikſchulen.
VI. Ferien. Außer den ſchulſreien Donner3-
tagen u. geſeßlichen Feiertagen gibt es Sommer-
ſerien (Aug. u. Sept.), Oſterferien (10 Tage) u.
ſonſtige freie Tage, im ganzen ca 88 Ferientage.
Das Schuljahr beginnt 1, Okt,
VII, Die Nuhegehälter werden beſtritten aus
Staatsgeldern u. aus Beiträgen der Lehrerſchaft.
Die Penſionsberechtigung tritt ein nach 25 Dienſt=
jahren bzw. im Alter von 55 Jahren (Volks-
ſchullehrer) u. nach 30jähriger Dienſtzeit od. im
60. Lebensjahre bei den übrigen Lehrern (doch
können Univerſität8profeſſoren nicht vor dem 70.
Lebensjahre in den Ruheſtand verſeßt werden).
Das Ruhegehalt beträgt : die Hälfte de3 Durch-
ſchnittsgehalt8 der lezten 6 Jahre nebſt 22/5 des
Gehaltes jedes ſonſt zurückgelegten Dienſtjahre,
Witwen beziehen !/, der Penſion de3 Manne.
C. Der allgemeine Bildungsſtand in F. hat
fich eit 1870 jehr gehoben ; im Vergleich zu andern
Ländern, vorab zu Deutſchland, läßt er freilich
noch zu wünſchen übrig. Da es ſtatiſtiſche Auf-
ſtellungen allgemeiner Art nicht gibt, kann ledig»
lic) aus der Zahl der bei der Aushebung feſt-
geſtellten Analphabeten (1909; 400 unter 10 000)
ungefähr ein Rückſchluß auf das Bildungsniveau
gebildet werden.
D. Der Kampf um die freie Schule iſt in F.
ſchärfer entbrannt als ſonſtwo, Die Geſche gegen
ie Kongregationen haben deren 20 000 Schulen
geſchloſſen, aber auch da3 Lehrperſonal dezimiert.
Statt 1 663362 Schüler zählen die freien Schulen
nur noc< 960712. Gleichwohl ſtieg 1910/11
die Zahl der öffentlichen Schulen nur um
3,10%,, die der freien um 9%, u. ihre Zahl
wächſt täglich ; die Zahl der Schüler wuchs um
17,26 2/5 bzw. 28%, Da3 Lehrperſonal der
ſreien Schulen zählt rund 60/5 ehemaliger Kon-
greganiſten u. 40%/, Laien, Die Vorbildung er=
folgt in 20 Normalſchulen bzw. =kurſen. Das
Franz v. Sales =- Franziskaner,

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jährliche Budget beträgt rund 20 Mill. X+. --
Die oberſte Leitung der freien Schulen führt heute
der Biſchof, der die für ſeine Diözeſe geeignete
Organiſationsform feſtſeht. E3 gibt 4 Formen :
1. Das Syndikat, beſtehend aus Lehrern
u. Lehrerinnen. Ein Ausſchuß befindet in Sachen
des Unterricht3 u. des Lehrperſonal3, Die ein=
zelnen Syndikate haben ſich zu einem „Nationalen
Bunde" zuſammengeſchloſſen.
2. Die Aſſoziation, außer Lehrern auch
Freunde u. Gönner umfaſſend. Die Leitung ob-
liegt dem „Aſſoziationsrat“, an deſſen Spiße ein
Vertreter der Diözeſanbehörde ſteht. Mehrere
Aſſoziationen können eine „Union“ bilden u. dem
„Unionörat“ die Leitung überlaſſen.
3. Da3 Komitee, vom Biſchof ernannt, um-
faßt Kleriker wie Laien, Lehrer u, Lehrerinnen;
an der Spitze ſteht ein Direktor.
4. Der Diözeſandirektor (vom Biſchof
ernannt) kann an der Spiße des Komitees od. der
Aſſoziation ſtehen, mit dem Syndikat od. ohne
jede Vereinigung (ſo in den meiſten Diözeſen)
tätig jein. Zurzeit ſind e3 75 Direktoren, in 28
Diözeſen außerdem noch je 1 Inſpektor.
Literatur. A. Baudrillart, l'engeign. cath.
dans 1a France contemp, (Par. *?1910) ; Bulletin
de la Societe g&n. d'educ. et d'engeign. (viertelz
jährl.) ; F. Gibon, Memento de l'engeign. libre
(Par. 1912); Annmuairs do Venseign. primaire
(ebd.) ; Bouffey, L6gislat. et jurisprud, de l'in-
struct. primaire (ebd, 1911); L. Liard, l'engeign.
Super. en France (ebd. 1888/94) ; derſ., Univer-
gites et facultes 1789/1893 (ebd. 1890) ; Revyus
internat. do l'enseign, (ebd.). [F. De Hovre.]
Franz v. Sales |. Sales, Franz v.
Franziskaner, 1. Name u. Geſchichte.
Bezeichnung der Angehörigen des I. vom hl. Fran-
ziäkus v. Aſſiſi (1182/1226) geſtifteten Ordens,
der aber 1517 in 2 ſelbſtändige Orden getrennt
wurde: Obſervanten u. Konventualen.
Seine Jünger nannte der hl. Franziäkus Pratres
Minores, d. h. Mindere Brüder (au8 Demut) ;
in Deutſchland hießen ſie im Mittelalter „Bar-
füßer“ od. auch „Graue Brüder“ (wegen der
Farbe der Kutte); in Frankreich? Cordeliers
(„Gürtler“, wegen des Stri>e8 um den Habit),
welcher Name dann auch (16./18. Jahrh.) den
dortigen (gemilderten) Obſervanten verblieb. In
Deutſchland heißen die Konventualen auch „Mino=
riten“ od. „ſchwarze F.“ Als dann Papſt Leo XI11.
1897 die innerhalb der Obſervanz u. unter einem
Generalobern ſeit dem 16, Jahrh, beſtehenden
Reformzweige der Neſormaten, Diskalzeaten (auch
Alkantariner gen.) u. Rekollekten auſhob,
gab er dem Orden den alten Namen: Ordo PFra-
trum Minorum (abgefürzt O0. F. M.), Fratres
Minores wieder.
Gegründet 1209 vom hl. Franzi8kus v. Aſſiſi,
erhielt die neue Genoſſenſchaft 1210 durch Inno»
zenz II]. ihre Beſtätigung. Die erſte erhaltene
Regel wurde 1221 zuſammengeſtellt; die endgültige
Ordenzregel beſtätigte Honorius 1, 1223.

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