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jene Mittel notwendig, welche die Verwirklichung
de3 e im Erzieher u, in ſeinen Zöglingen ſichern; die
wahl dar. Alle3 was geeignet iſt, die Liebe im Sinne des evangeliſchen Hauptgebotes
(Mi 22, 37--39) u. des BPauliniſchen Prei8geſan-
ges (1 Kor 13) zu fördern, bereichert! u, verlieſt
auch die H. Dem Perſönlichkeit de3 hl. Franz v. Sales eines der
überzeugendſten Beiſpiele für die wunderbare
Schönheit u. großartige Macht der wahren lichen H. ſein. Die unübertreſſliche „Philothea“
zeigt anch nom dem modernen Menſchen den an-
zichendſten Weg zu dieſer herrlichen Höhe.
Literatur. Vgl. die Lit. unt. d. Art, Askeſe,
Bildung, Willensbildung; ſowie: M. Meſchler,
Ge]. kl. Schr. 11 (?1909; Kapitel „Bildung des
Herzens") u. P. Gillet, H. (deutſch von F. Muszynski
(1913)). [G. Wunderle.]
Herzkrankheiten. 1. Weſen. In der
Schule iſt zweiſello3 Gelegenheit gegeben, H. zu
bekommen od. ſie verſchlimmern zu laſſen, ſei e8
daß der Lehrer od. das Kind die Leidtragenden ſind.
Herzſehler ſind entweder organiſcher od. nur ſuynk-
tioneller Art, Unter jenen ſind die Entzündungen
der Herzinnenwände u. der Herzklappen die häufig»
ſten ; auch der Herzmuskel ſowie der Herzbeutel»
innenraum entzünden ſich häufig. Funktionell er-
franft da3 Herz bei ſchlechter Ernährung mit Blut
11. bei nervöſen Zuſtänden, ohne daß organiſch eine
Veränderung am Herzen ſelbſt wahrnehmbar iſt.
Die H. ſind entweder akut, ſehen mit hohem Fie»
ber, Schmerzen in der Herzgegend, Herzklopfen,
Atemnot ein, od. ſie verlaufen Dabei zeigt ſich Herzklopfen bereit3 bei leichten
Anſtrengungen, namentlich beim Treppenſteigen ;
auch Atenmot u. KLatarrhe der Atmungsorgane
ſtellen ſich vielſach ein. Cbenſo leiden die meiſten
Organe unter der Krankheit de8 Blutpumpappa-
rate3 ; e3 zeigt ſich 3. B. Geſchwollenſein u, bläu-
liche Verſärbung der Schleimhäute.
11. Urjathen, Die meiſten H. entſtehen durch
Einwanderung von Shmarokern in3 Blut u. durc
Ausſchwißung od. Ablagerung von Entzündungs3-
ſtofſen an dem ſeinen Überzuge der Herzklappen u.
Herzhöhlen. Wenn dieſe Ablagerungen nicht weg-
geſchafſt werden, ſo organiſieren ſie ſich, die Klap-
pen werden zu dik, verlieren ihre Elaſtizität u.
ſchließen nach Erſchlafſſung der Herzkammer ſich
nicht prompt, ſo daß alſo ein rückläufiger Blut-
ſtrom den hinangepumpten im Herzen ſelbſt triſſt,
wa3 in einem Geräuſche dem geübten Ohre ſich
mitteilt, wogegen gut ſchließende Klappen reine
Töne bei jeder Zuſammenziehung u. Erſchlaſfung
de3 Herzen3 hören laſſen. Da verſchiedene Ein»
u. Ausgänge der Herzhöhle von der Krankheit be-
trojjen werden können, wird der Arzt die Herz»
geräuſche an verſchiedenen Stellen des Herzens
hören. Dieſer Wirbelſtrom hat auch zur Folge,
daß dem fließenden Blute zuviel Reibung u,
Herzkrankheiten,

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Widerſtand erwächſt ; das Herz muß alſo, um das
Blut an joinen Beſtimmungsort zu treiben, unter
erſ hat, daß es entveder erlahmt (Verzſchwliche), od.
aber daß der Herzmußkel ſich verdi>t (Hypertro=
phie), od. daß die Herzhöhle auf Koſten der Die
ihrer Wände ſich erioeitert (Derzerwelterung). Nicht
bloß Entzündung, ſondern Schädlichkeiten aller Art
können den Blutkreislauf erſchweren u. die Herz-
fraſt übermäßig in Anſpruch nehmen; eine Zeit=
lang vermag das Herz dem vielleicht ſtandzuhalten,
bei Fortdauer muß es ihm jedoch erliegen. Cs
kommt dann zu der gleichen Hreislaufſtörung, von
der wir ſchon hörten, aber e8 ſto>t ſich das Blut,
weil das Herz nicht imſtande iſt, da8 Blut ſelbſt
ſlott in ſeiner Körperbahn zu erhalten, Zu dieſen
Schädlichkeiten können wir rechnen: eine langs
dauernde, gebeugte Haltung; Sißen an einem zu
heißen ODſen, wodurch das Herz zu ſtark erregt
wird; der unmäßige Genuß von herzerregenden
Speiſen u. Getränken (allzu ſtarkem Kaffee u. Tee,
alkoholiſchen Getränken, Tabakrauchen uſw.), die
ganz beſonders dem Herzen des Kinde8 dauernd
ſchaden. Wenn dieſe Übelſtände auch dank der an=
gebornen Widerſtandskraſt dem organiſchen Herz-
gewebe oſt nichts anhaben können, ſo ſind es doc
ganz gewöhnlich die Herznerven, die unter ihrem
Einfluſſe erkranken u, zu den mannigſachſten, oft
ſehr quälenden Störungen des Organismus3 füh-
ren. Endlich ſchaden dem Herzen ſehr die Über-
mäßigen u. einſeitigen Anſtrengungen im Kinde3-
alter, namentlich Übertreibungen im Sport3-
betriebe, Shwimmtanchen, Nadfahrenu. athletiſche
Dbungen de8 Stemmens uſw.
111. Verhütung, H. werden verhütet durch
Meidung aller obengenannten Schädlichkeiten,
ganz beſonder38 aber durc< Trainierung des Herz-
mußfel8. Wie jeder Muskel durc ſteigerte Übung gekräſtigt wird, ſo auch der Herz-
muskel, Da dieſer aber von unſerm Willen un=
abhängig iſt, kann ſeine Kräftigung nur indirett
erfolgen durch Steigerung des Stoſſwechſel3 u.
vermehrte Zuſuhr eines gut gereinigten, ſauerſtoſſ-
reichen, gut zuſammengeſehten Bluts mittels leichter
gymnaſtiſcher Übungen, leichten Sport8, Wande-
rungen mit mäßigem Bergſtiege, dur tieſe Atem-
züge, namentlich geübt in einer planmäßig durch-
aeführten Atemgymnaſtik (j. Atmen), durch Zuführ
einer einfachen, genügenden, nie zu pikanten 1.
überreichlichen Koſt, durch baldiges Schlafengehen,
langen Schlaf, Meidung aller Exzeſſe im Genuſſe
der geiſtigen Getränke, Beherrſchung der Leiden-
ſchaften (vor allem der ſexuellen) u. namentlich
durch die Regelmäßigkeit der Leben8weiſe. Aber
auch durch Vermeidung von Angſtanfällen, Furcht,
Schre>, übermäßigen geiſtigen Anſtrengungen uſw.
ſind H. zu verhüten.
Beba müſſen vor allen Aufregungen u.
Anſtrengungen bewahrt werden, namentlich vor
anſtrengenden Turnübungen. Welche von dieſen
geſtattet ſind, wird der Arzt angeben, da nur er

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