1077
u. läßt die Momente der „Zahl“ u. der „dauern
den“ Erhaltung fallen. Ihm iſt die Leben8gemein=-
[ait „eine Geſamtheit von Weſen, die gemäß dem
nnern Geſeke der Erhaltung8mäßigkeit zuſam
menleben, weil ſie unter denſelben kaliſchen Einflüſſen exiſtieren u. außerdem vielfach
voneinander, jedenfall8 von dem Ganzen abhängig
ſind bzw. aufeinander u. das Ganze wirken“.
In dieſem Sinne ſind die Naturbilder Wald, Feld,
Teich, Wieſe uſw. Lebens8gemeinſchaften, die al8
Ausgang3=-, Konzentration3= u. Wiederholungs»
freiſe am beſten dem Weſen de8 Naturunterricht3
eniſprechen. Dur die Anknüpfung an ſie bekommt
der Unterricht ſtet8 leicht zugängliche Wirklichkeit8=
unterlagen ; er zeigt un8 die Naturweſen als les
bende Weſen in ihrer Abhängigkeit voneinander u.
erleichtert die planmößige Beobachtung. Die Auſ=
ſaſſung eine3 Naturausſchnitte3 al38 eine Leben3-
gemeinde gewährleiſtet auch am beſten die bio»
logiſche Betrachtung u. die Erfaſſung der Kau-
ſalität. Da ſich auch Vertreter der Naturwiſſenſchaft
liebevoller mit der Auſſtellung leben3voller Ein-
heit8gruppen befaſſen (Graebner, Dahl), ſteht zu
hoſſen, daß die Methodik troß der Gegnerſchaft von
Schmeil immer mehr zur „Lebens8gemeinſchaft“
al3 Anordnungs3prinzip zurückkehren wird.
Literatur. J.83 Selbſtbiographie , in F.
Wienſtein , Preuß. Pädag. der Neuzeit (1900);
OÖ. I. (Sohn F. IJ.8), F. JI., ſein Leben u. [.
Perſönlichkeit , in „Naturgeſch." 111 (1905); O.
Sc biete des naturgeſchichtl. Unterr. (1910); O. J.,
Schmeils „wiſſenſchaftl. Beleuchtung" der J.ſchen
Neformbeſtrebungen um einige Normalkerzen ver-
ſtärkt (1907) ; E. Oppermann, F. J. (Natur u.
Schule 1906, 329); Schipmann, F. J. (Wiſſen»-
ſchaft u. Schule 1905, Nr 32) ; K, Bode, Die Nas
turgeſc<. in d. Volks8ſ I.ſ (Monatſc bis 1910, 11. Hſt). [M. Brinkmann.]
Jungſrauenvereine -- Kalender u, Schule.

1078
Jungfſrauenvereine |. Jugendvereine.
Junglehrer , Arbeitsgemeinſchaft deut-
ſcher. Unter dem Namen „Pädagogia"“ hatte ſich
in Bayern ſeit einigen Jahrzehnten eine Ver=
einigung jüngerer Volksöſchullehrer erhalten, die,
urſprünglich rein geſellſchaftliche Zwecke verfolgend,
allmählich die beſondern Intereſſen der „Jungs=
lehrerſchaſt“ zur Vertretung übernahm. Nach
mannigfachen Entwicklungsphaſen iſt die Be=-
wegung in ruhigere Bahnen gekommen mit der
Bildung der A. d. J., die in Münden ihren Siß
hat, aber in allen deutſchen Bundesſtaaten (1913 :
2700 Mitglieder) verbreitet iſt. Ihr Zweck iſt
nah 8 2 der Saßung v. 2. Aug. 1912, die Mit=
glieder zu fördern „durch Arbeit auf den Ge=-
bieten der modernen Pädagogik u. ihren Hilf3=
wiſſenſchaften, der Schulpolitik u. Volkswirtſchaft
u. durh Schulung im öſſentlichen Auſtreten“.
Ordentliche Mitglieder können alle deutſchen Lehrer
ſein, die da3 12. Dienſtjahr noch nicht vollendet
haben ; nad Überſchreitung de3 12. Dienſtjahre3
können ſie außerordentliche werden ; körperſchaft=
liches Mitglied kann jeder Verein werden, „der
ihren Zwecken nicht entgegenarbeitet“. Für her=
vorragende Verdienſte wird die Ehrenmitglied-
ſchaft übertragen. Die Organiſation gliedert ſich
in Kreisverbände u. Ort8gruppen. Der Jahre3=
beitrag iſt 4 Zl, wofür u. a. die „Deutſche Jung=
lehrerzeitung“" (Münden, monatl. 2mal) gratis
geliefert wird, -
Die Tendenz der A. d. J. läuft in der Rich-
tung de3 Deutſchen Lehrervereins. In den katho=
liſchen Lehrervereinen wurde de8halb die „Jungs=
mannſchaft“ beſonder3 organiſiert, zum Teil früher
al3 in der A. d. J. u. mit Aufgaben zur Schulung
für die Zwecke de3 Katholiſchen Lehrerverbande3
verſehen. [F. Weigl.]
Jünglingsvereine ſ. Jugendvereine.
Juveneinus (Jouvancy), Joſeph,8.I.,
|. Jeſuiten, Abſchn. I1.
? K.
Kadettenanſtalten ſ. Militärſhulen.
Kaiſer-Wilhelm-Akademie in Berlin
ſ. Militärſchulen.
Kalender u. Schule, I. Name. Geſchicht-
liches. Der K. hat ſeinen Namen, der im
15. Jahrh. in den deutſchen Sprachgebrauch über=
ging, von dem Monat3anfang (calendae) der
Nömer. Bei dieſen begann der Monat mit dem
Tage de3 Neumonde3, deſſen Eintritt in älteſter
Zeit ein befjonderer Beamter, ſpäter der Pontifex
Maximus, auf dem Kapitol öſſentlich ausrufen
(lat. ealars == ruſen) mußte. -- Der K., der nach
Wochen u. Monaten geordnet die Tage eine3
Jahre3 mit Angabe de3 Wochen= u. Monat3-
tage3, der einfallenden Feſte, der Mondphaſen,

de8 Auf= u. Unterganges der Sonne u. andrer
Himmelserſcheinungen enthält, iſt in ſeiner Ur-
ſorm eine Erfindung der alten Ägypter (vgl. Kayſer
u. Roloff, Ägypten einſt u. jett [* 1908] 69f 97 ff).
Von ihnen übernahmen ihn die Römer. Bei dieſen
war ſeit 46 v. Chr. der von Julius Cäſar ein=
geführte Julianiſ Einſchaltung eine3 Tage3 jedes 4. Jahr (das
Schaltjahr) nötig machte. Das Sonnenjahr wurde
zu 365?/, Tagen angenommen, während es tat=
jählich 11 Minuten u. 14 Sekunden kürzer iſt.
Dieſe Abweichung de3 K. von der Sonnenzeit
wurde nac u. nac) immer größer u. machte eine
neue Reſorm des K. nötig. Dieſe wurde 1582
von dem Papſte Gregor XII. in der Weiſe

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