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20 Jahre zeigt ſich deutlich in den während
dieſes Zeitraums veröffentlichten Lehrbüchern von
Katſchner (21908), Krieg (1907), Gatterer-Krus
(21911) u. Y- Sc gibt e8 eine Anzahl kürzerer Handbücher, die eine
kompendiöſe Darſtellung der K. verſuchen od. ſich
auf die Methodik des Religionsunterrichts (haupi=
ſächlich in der Volksſchule) beſchränken u, zumeiſt
für die Anleitung der Seminariſten in den Prieſter-
u. Lehrerſeminaren beſtimmt ſind: Hergenröther
Katehetiſche Lehrform.
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verlegt. Dieſer gehören die Kinder durchweg bis
zum vollendeten 14. Lebens8jahre an. Dadurch be-
ſtimmt ſich das Endziel de8 elementaren Unter=
richt3 überhaupt u. auch des religiöſen Elementar=
unterricht3, de8 ruditer tradendi doctrinam
chrisfjanam, Nachdem die Grundſäße u. Regeln
für die Katecheſe (zuerſt dur< Hirſcher) ſyſtema»
tiſc) geordnet u. zu einem organiſchen Ganzen
zuſammengefügt worden ſind, hat die K. auch eine
ihrer Stellung entſprechende wiſſenſchaftliche Dar-

(1862), Riker (21890), Aſcherfeld (1885), Benda | ſtell
(21879), Damroth (81891), Erneſti (1898), Pro-
ſittlich (1897), Springer (1900), Noſer (281901),
Vidmar (21903), Ender (81912), Spirago
(21908), Katſchner (21908), Rohbe> (1908),
Bauſc (?1911), Schieſer (1911). -- Auch die Hand»
bücher der Pädagogik von Ohler, Barthel, Stö>l,
Neumeier, Alleker, Kehrein=Keller, Boc>k-Bürgel,
Baumgartner, Volkmer, Bartholome ſowie Heil»
mann u. Nude (katholiſc eine kurzgeſaßte K. bzw. Methodik.
11. Begriff. Allgemein ausgedrückt iſt K. die
Anleitung zur Katecheſe. Weil dieſe eine lehramt=
liche Tätigkeit der Kirche iſt u. mithin ſich nach
den von der Kirche gegebenen Vorſchriften u. An»
weiſungen zu richten hat, ſo iſt die K. eine kirh-
lich-theologiſche Diſziplin, ein Zweig der Paſto-
raltheologie, nicht etwa ein Teil der allgemeinen
Pädagogik od. Methodik, in deren Bann ſie zur
Zeit der Aufklärung geraten war. --- Die Kirche
beſtimmt für die Katecheſe nicht bloß das Lehr-
verfahren, ſondern auch das Lehrgut, den Lehr-
plan, da8 Lehrbuch uſw. Die kirchliche K. darf
ſich darum nicht auf die praktiſche Anleitung zum
Religionäunterrichte beſchränken, ſie darf nicht
bloß Methodik ſein. Handbücher, die lediglich
Anleitung zur Bibel=, Katechi8mu8=, Kirhenge=
ſchichtskatecheſe geben, nennen ſich mit Unrecht K.
Zu ihrem Inhalte gehört vielmehr auch die Er=
örterung der kirchlichen Grundſäße über Ziel u.
Gegenſtand der Katecheſe, Quellen u. Behand»
lung des Lehrſtoffe8, die Anforderungen an den
Katecheten uſw. --- Die kirchliche Katecheſe war im
Katechumenat des Altertums u. im Kinderunter-
richte des Mittelalter3 Belehrung u. Erziehung
zugleich, Wenn die erziehliche Aufgabe in ſpätern
Zeiten hie u. da in den Hintergrund getreten u.
das gedächtni8mäßige Einprägen des Lehrſtoffes
zur Hauptſache gemacht worden iſt, ſo war dies ein
beflagenöwerter Mangel, den die Jehtzeit mit allen
Mitteln zu beſeitigen ſucht, indem ſie der Ge=
müt8=, Willen8= u. Charakterbildung die eifrigſte
Pflege angedeihen läßt. Unter der Erziehung iſt
hier natürlich nur die katechetiſche gemeint, nicht die
durch die geſamte paſtorale Tätigkeit an der Jugend
zu übende, wie Dirſcher u. Schöberl es wollten,
die den Begriſſ der K. zu weit ausdehnten. Sie
muß Lehre vom erziehlichen Neligionsunterrichte
jein. =- Die katechetiſche Arbeit iſt in Deutſchland
zum größten Teile aus der Kirche in die Schule

tellung gefunden. Sie iſt geworden die zur
Paſtoraltheologie gehörige Diſziplin,
diedemberufenen Boten Gotte3u,. der
Kirche die wiſſenſchaftlich begründete
Anleitung gibt, die Kinder bi8 zur
beginnenden Neife in der Behre zu unterrichten u. für das liche Leben zu bilden. Ihre fernere Auſgabe
muß es ſein, ihren wiſſenſchaftlichen Charakter da=
dur zu erhöhen, daß ſie die ſichern Ergebniſſe der
pädagogiſchen 1, pſychologiſchen Forſchungen zur
Begründung u. Spezialiſierung ihrer aus den
fir verwertet, u, ihren praktiſchen Nutzen dadurch zu
vermehren, daß ſie geeignete Anleitung gibt, die be
ſondern (apologetiſchen, ſozialen, caritativen, mora=
liſchen, euchariſtiſchen, miſſion8kundlichen) kateche-
tiſchen Bedürſniſſe der Gegenwart zu befriedigen.
Die Löſung dieſer Aufgaben wird hoffentlich durch
die vom Katechet. Kongreſſe zu Wien (1912) in
Ausſicht genommenen Arbeiten gefördert werden,
Literatur, Vgl, die im Texte genannten Werke.
[F. W. Bürgel.]
Katechetiſche Lehrform. 1. Begriff u.
Geſchichtliches. Die Begriffe Katecheſe , Kate-
matiſche Darſtellung de3 religiöſen Lehrſtoffes in
Fragen u. Antworten -- wurden urſprünglich nur
auſ den religiöſen Lehrſtoff u. die religiöſe Lehr-
weiſe angewandt. Mit dieſen Begriffen haben wir
e3 hier nicht zu tun, ſondern nur mit der k. L. als
einem Teile der fragenden od. erotematiſchen Lehr=
form (ſ. d.). Dieſe weiſt die beiden Unterabtei-
lungen der heuriſtiſchen (ſ. d.) u. der k. L. auf.
Während die erſtere ihr Weſen darin hat, den
Scüler Wahrheiten u. Begriffe finden zu lehren,
iſt die letztere nach Chr. Schwarz da3 ſyſtematiſche
Einwirken des Lehrer3 dur die Aufmerkſamkeit des Schüler38 auf da3 ein=
dringlichſte den ganzen Lehrweg hindurc feſtzu=
halten. Erſt im Laufe des 18. Jahrh. iſt die k. L.
aus dem Neligionsunterricht in den geſamten
Unterricht eingedrungen. Das bedeutete gegen das
bi8 dahin meiſt übliche Verfahren, das nur Vor=
ſprechen, Nachſprechen u. Abhören der Unterricht8=
ſtoffe kannte, einen entſchiedenen Fortſchritt. Durch
die Anwendung der Frage, auch wenn ſie nur un=
geſchidt gehandhabt wurde u. ſich auf äußerliches
Zergliedern beſchränkte, kam do weglichkeit in das Lehrverfahren. Die Sprach»
bildung u. Selbſttätigkeit wurde gehoben , die
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