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U. Lehrwerſſtätten in Stuttgart; Kunſigewerbe»
ſ III. Die außerdeniſchen ?. F. Oſterreich»
Ungarn ging mit der Gründung von keramiſchen
Vollanſtalten voran, E3 ſind zu nennen: „K., k.
Fachſch. für Toninduſtrie" in Znaim ; ſie be-
Me ſeit 1872 u. bezweckt die praltiſch-techniſche
jowie fünſtleriſche Ausbildung der Schüler ſür
olle Zweige der leramiſchen Induſtrie, --- „K, k.
Fachſch. für Keramik u. verwandte Kunſtgewerbe"
in Teplih-Schönau (ſeit 1874) ; bezwelt die tech»
niſche u. künſtleriſche Ausbildung von Hilfskräſten
ſür die keramiſche Induſtrie u. verwandte Kunſt-
gewerbe. -- „K, k. Fachliche Modellierſchule" in
Oberleutensdorf in Böhmen. --- „K. k. Fachſch.
jür Toninduſtrie“ in Bechin in Böhmen (tſchech.
Sprache). -- „Kgl. Ungar. Stein» u. Toninduſtrie»
Fachſch. “ in Szekely-Udvarhely (ungar. Sprache).
--- „Kgl. Ungar. Staatl. Toninduſtrie-Fachſch.“ in
Ungvär(ungar.Sprache).--- „Landes8fachſch. f. Ton-
induſtrie“ in Kolomea, Galizien (poln. Sprache),
-- „Landeswerlſtatt für Toninduſtrie“ in Touſte,
Galizien (poln. Sprache). [E. Berdel.]
HKexn, Franz. 1. Lebenslauſ, K. iſt am
9. Juli 13830 in Stettin geboren. Nach Beendi-
ung ſeiner Gymnaſialſiudien (Stettin) bezog er
erb 1848 die Berliner Univerſität u. widmete
ſich unter Leitung u. a, von Boe>h, Lachmann,
Trendelenburg beſonders altſprachlichen u. germa-
niſtiſchen, aber auch philoſophiſchen Studien u.
beſtand 1851 das philologiſche Staatöexamen,
durch das er volle Lehrbefähigung in Griechiſch,
Lateiniſch u. Deutſch erhielt. Seine Lehrtätigkeit
begann er 1852 am Stettiner Marien-Stiſt3-
gymnaſium, dem er al3 Schüler angehört hatte.
Bereits 1859 wurde er Subrektor am neu»
gegründeten Gymnaſium in Pyrit (Pommern) u.
1860 Lehrer in Schulpforta. Hier verlebte er | G
neben Männern wie Koberſtein u. Max Heinze 6
glückliche u. nachhaltig anregende Jahre. Aus
den meiſt philojophiſch gerichteten Studien dieſer
Zeit erwuchs die im Schulprogramme 1864 ver-
öſſentlichte Arbeit über die eleatiſche Schule
(Quaestionum Xenophanearum duo) u. ein
Buch über den „Cherubiniſchen Wandersömann“"
des Angelu3 Sileſiu3 (1866). Nach ſeiner Ver-
heiratung mit der Tochter des Stettiner Arztes
F- Runge übernahm er 1866 in Oldenburg die
Leitung des dortigen Gymnaſiums, Aber ſchon
1869 wurde er Direktor de3 Städtiſchen Gym
naſiums in Danzig, Oſtern 1871 des neugegrün»
deten Städtiſchen Gymnaſiums in Stettin u. Herbſt
1881 des Köllniſchen Gymnaſiums in Berlin. Hier
blieb er bis zu ſeinem Tode am 14. Dez. 1894,
11. Sthriften. Schon in den erſten Jahren
ſeine3 Berliner Auſenthaltes veröſſentlichte er eine
Reihe ſehr beachteter Schriſten, die der Reform
de3 deutſchen Sprachunterricht3 gewidmet ſind,
ſo: „Die deutſche Saßlehre. Eine Unterſuchung
ihrer Grundlagen“ (1883, * 1888) u, „Zur Me-
thodi? des deutſchen Unterricht8“ (1883), wo er
Bern.

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im erſten Teile (S. 1--34) die praktiſche Durch»
führung ſeiner grammatiſchen Theorien dartun
wollte, Beide Werke ſind oft breit u. umſtändlich,
aber durch die Menge ſcharfer Beobachtungen, guter
literariſcher Nachweiſe wie durch die philoſophiſche
Art der Kritik äußerſt anregend. Demſelben Zwecke
dienten „Grundriß der deutſchen Saßlehre" (1884,
» 1896) u. „Leitfaden für den Anſangsunterricht
in der deutſchen Grammatik“ (1888, 21897);
hierher gehört auch die Schriſt „Zuſtand u.
Gegenſtand. Betrachtungen über den Anfangs»
unterricht in der deutſchen Saßlehre" (1886), Die
gegen ihn gerichteten Angriffe wußte er verbind-
lichſt, aber ſchlagfertig abzuwehren, ſo u, a. in
der meiſt gegen Wilmanns gerichteten Schriſt
„Zur Reform des Unterrichts in der deutſchen
Sahßlehre" (1884). --- Auch für die Lektüre in
den höhern Schulen bewies er nachdrükliches
Intereſſe. Ihrer Erklärung war eine Reihe fleißiger
Arbeiten gewidmet ; vgl. „Deutſche Dramen als
Schullektüre“ (1886); „Lehrſtoff für den deutſchen
Unterricht in Prima" (1886, *1897), Jm ein=
zelnen hat er beſonder38 zu Sophokle8 u. Goethe
literariſche Studien veröffentlicht. Das lezte
größere Werk iſt der eingehende Kommentar zu
Goethes „Torquato Taſſo“ (1893). Auch Geſtalten
der neuern deutſchen Literatur, wie Arndt, Eichen-
dorſſ, Uhland, Chamiſſo, Lenau u. beſonder3
Rüdert, haben ihn zum Teil nachhaltig zu ſeſſeln
vermocht (vgl. namentlich „Rüdert8 Weisheit des
Brahmanen" [1868, 21885]). Die wichtigſten
ſeiner wiſſenſchaftlichen Arbeiten zur deutſchen u.
griechiſchen Literatur wurden nach ſeinem Tode
durch Dtto K,. in den ſog. „Kleinen Schriften“
(2 Bde, 1895/98) zuſammengefaßt.
III. Die beſondere Bedeutung N.8 beruht
auf ſeinen wiſſenſchaſtlichen Arbeiten zur deutſchen
rammatik. Er will die deutſche Grammatik, lo3-
gelöſt von den Formeln de8 humaniſtiſchen Sprach-
unterrichts, auf eine eigne wiſſenſchaftliche Grund-
lage ſtellen. Die Schüler ſollen vor allem die be»
ſondere Bedeutung des ſiniten Verbums (d. h. der
dur< Verbalperſon deutlich beſtimmten Form des
Verbums) kennen lernen u. finden, daß „das
Weſen de8 Saßes, die Kraft der Mitteilung" nur
in ihm ausgedrüct iſt, Das ſinite Verbum ents-
hält nach K. nicht bloß das Prädikat (1), ſondern
auch das Subjekt (2) u. ſchließlich die Verbin-
dung (3) dieſer beiden zu einem Saße unbedingt
nötigen Beſtandteile u, damit den Saß in ſeiner
erſten keimartigen Geſtalt, d. h. „das Weſen
de3 Saßes". Das iſt die grundlegende Theſe
K.8; ihre Vorausſchung iſt nachſtehende Auffaſ=
ſung: Subjekt (== Subſiſtenz, d. h. ſelbſtändig
beſtehende3 od. gedachtes Etwas, dem mit Hilſe
de3 finiten Verbums8 ein beſtinunter Zuſtand zu-
geſchrieben od. anbeſohlen wird) iſt nicht das
außerhalb des ſiniten Verbums ſtehende, ihm
meiſt vorangehende Nomen od. Pronomen, ſondern
die Verbalperſon ſelbſt, die hauptſächlich in der
Endung des finiten Verbums zum Ausdruce

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