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(ſ. d.), entbehren jedoch eines einheitlichen Schuh-
geſehes für die Kinderarbeit, obwohl die Aus-
nuhung der Kinder hauptſächlich in den Südſtaaten
an die frühere Sklavenzeit erinnern ſoll ; eine An»
zahl der Staaten beſißt eigne Schußbgeſeße, die
aber unter ſich wieder beträchtlich abweichen. ---
7. Auſtralien hat ſeit 1895 das ſchärſſte K.-
geſch der Welt; das Recht des Staates, zugunſten
der gefährdeten Kinder in alle Verhältniſſe einzu»
greiſen, iſt dort am weiteſten ausgebildet, --
8. Japan hat ſich am 28. März 1911 ein
Scußgeſet gegeben, welches da38 Mindeſtalter der
gewerblich tätigen Kinder auf 12 Jahre Feſtſeht u.
jonſtige Beſchränkungen auferlegt.
Literatur, K. Agahd, Kinderarbeit u. Geſe
geg. d. Auönußung kindl. Arbeitskraft in Deutſchl.
(1902); der]., Die Erwerbötätigkeit ſc Kinder (Samml, pädag. Vorträge X [1897], Hſt 9
u. 10); G. K. Anton, Geſch. der preuß. Fabrik-
geſebgeb. (1891) ; W. Gräve, Die Fürſorge ſür die
gewerbl. Jugend (Samml, pädag. Vorträge Xil
[1899], Hft 7); A. Nehbach, Die Erwerbstätigleit d.
Kind. i. Deutſchl. (1903); F. Hoffmann, Reichsgeſ.
betr. Ninderarbeit in gewerbl. Betrieben (1904); O.
Janke, Die Schäden d. gewerbl. u. landwirtſchaftl.
Kinderarbeit f. d. Jugenderzieh. (Pädag. Magazin
H[t 88 [1897]). -- K.geſeß (Handausg. 1. Kommen-
tare) : F. Duenſing, Verlehung der Fürſorgepflicht
gegenüb, Minderjährigen (1903) ; Th. Heller, F.
Schiller u. M. Taube, Enzyklop. Handb. des K.
vy. der Jugendſürſorge (1910 f); G. Rohmer, K.-
geſe; (1903) ; K. v. Nohrſcheidt, Reichsgeſ. betr.
Kinderarbeit in gewerbl. Betrieben (1903);
Spangenberg, Neichsgeſ. betr. Kinderarbeit in ge»
werbl. Betrieben (1904) ; Th. Stöſſel, Handausg.
des Neichsgeſ. Über Ninderarbeit in gewerbl. Be-
trieben (1904); R. v. Landmann, Komment. 3.
Gewerbeoprdn. f. d. Deutſche Neich (1907); S.
Kraus, Kinderarbeit u. geſehl. K. in Öſterreich
(1904); W. Niczky, Die Entwickl. des gejepl.
S Ardeiter in Deutſchl. (1905) ; R. S hauſen, Das K.geſeßz (1906); J. H. v. Zanten, Die
Arbeiterſc (1902) ; Pädagog. Zeitung, Jahrg. 1894/98 ; Vier-
teljahröheſte 3. Statiſtik des Deutſchen Neichs
(1900 ff) ; Zeitſchr. ſar Jugendwohlfahrt (Berlin
1909 ff). [K. Nupprecht.]
Kinderſparkaſſen ſ. Sc Kinderſpiele j. Spiele.
Kinder» 11. JZugendſcelſorge, Chriſt»
liche Erziehung u. kirhenamtliche Seelſorge des
findlichen u. jugendlichen Alters laſſen beide ihre
Grenzen ineinanderſfließen u. leiſten ſich gegen-
ſeitig Handreichung. Auch die Erziehung löſt ſeel-
ſorgeriſche Auſgaben mit ſeelſorgerlichen Mitteln :
ſie arbeitet ja mit an dem Ziele, „jeden Menſchen
vollkommen in Chriſto Jeſu darzuſtellen" (Kol
1, 28), u. empfängt mächtigſte Förderung beim
Former. der Kinderſeele von den in deren Inneres
einſirömenden Heilskräſten der Erlöſung. Doch
fällt ihr hauptſächlich die Ausbildung des natür»
lichen geiſtigen Lebens zu, während der eigent»
lichen Seelſorge die Hut u. Pflege de3 übernatür»
Kinderſparkaſſen -- Kinder- u. Jugendſeelſorge,

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lichen geiſtlichen Lebens im werdenden Menſchen
Übergeben iſt, Und wie die Seelſorge das Er-
ziehungs8wer? vollendet u, krönt durch Gotte8wort,
Sakrament u. Diſziplin, die Großmittel der drei
Amter Chriſti, ſo muß ſie umgekehrt den Ober-
ban der Lebensgemeinſchaſk mit Gott aufführen
auf der Grundlage, in den Richtlinien u. über den
Stüßen der Erziehungskunſt --- dies teilweiſe ver-
nachläjjigen od. ganz Überſehen wollen, hieße für
ſie ihren heilighohen Dienſt dur< Mißgrifſe ſchä-
digen , ja vielleiht mit völliger Erfolgloſigkeit
jhlagen. Ohne das Wiſſen, die Erfahrung u. den
Takt des Erziehungskünſtler8 niemals ein tüch-
tiger Seelenführer der Kinder u. der Jugend!
1. Kinderſeelſorge. 1. Da8 vorſ pflichtige Alter. Von der Taufe bringt das
Kind den NRechtsanſpruch darauf mit, daß die
Kirche das ihm eingepflanzte höhere Leben zu werk=
tätigem helje, zugleich auch jenen lieblichen, ſtarken Gna=
denzug des Herzens zu Gott, der zu ſeinem natür-
lich- dürſtet, wie eine junge Pflanze, nach dem Neli-
giöſen“ (Alban Stolz). Des Seelſorger8 Arbeit
am Kinde beginnt ſrüh, no< bevor er ihm un-
mittelbar nahen kann: mit der Predigt der katholiſchen Pädagogik an Eltern, Paten u. Lehrer,
ſeine Laiengehilſen, ferner mit dem Intereſſe an
der Kleinkinderſchule, in welcher das der gott=
gewollten Familienhut entbehrende Kind vor der
H. | Verwilderung auf der Gaſſe zu bewahren, aber
auch durch ſeine Oberauſſicht zu ſchüßen iſt vor
Dreſſur zur Zierpuppe u. zum Paradepferd bei Kinderſeſien u, Weihnachtsſpielen ſowie vor
religiöſen Treihhausverſuchen einer unerleuchteten
Kinderſchweſter - -- ein Greuel für das geſunde
geburten geiſtlicher Wunderkinder u. Windelhei-
ligen! In der heutigen Zeit geſteigerter carita-
tiver u. ſtaatlicher Fürſorgeerziehung (ſ. d.) iſt
für den Seelſorger ein wichtiges u. geſegnetes
Fele da3 Unterbringen verwaiſter u. ſittlich
gefährdeter Kinder in Anſtalten, weit beſſer in ge-
eigneten Familien ; hier erlangt die Seelſorge ihre
gewaltige Bedeutung, da jie dazu erzieht, den
Pflegling nicht bloß al8 Zahlfind u. Koſikind auſ=
zunehmen, ſondern vor allem als „eines von den
Kleinen, die an Jeſus glauben" (Mt 18, 6). Wo,
wie durchweg auf dem Lande, die Kinder noh
klein zur Kirche kommen, pflanze der Seelſorger
durch geordnete Überwachung ihnen ehrſür Sc Vorarbeit für die ſpätere andächtige Teilnahme
am Gotte8dienſte --- u. bringe ſie an Pläßen
unter, wo ſie die tieſnac religiöſen Anſchauungsyunterrichts der Liturgie er-
leben können. Im ganzen bewegt ſich für das
vorſchulpflichtige Alter das Bemühen des Seel-
ſorgers dahin, dem Kinde an jedem ſeiner Stand
örter einen geſunden religiöſen Luſtkreis zu ſchaſſen,
in dem e38 eine gläubige Grundſtimmung gewinnt.

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