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prüfung ſteht der Neifeprüfung der entſprechenden
Lehranſtalten für die männliche Jugend gleich.
Bigher iſt bekannt geworden, daß auf Grund dieſer
Verordnung die höhere Mädchenſchule in Frei-
burg i. Br. ein Mädchenrealgymnaſium angliedern
will, die höhere Mädchenſchule in Heidelberg u.
die Fichteſchule in Karlsruhe Oberrealſchulab-
teilungen ; die Mannheimer Leſſingſchule will ihce
Oberrealſchulabteilung in eine realgymnaſiale um
wandeln.
111. Statiſtik der gymnaſialen u. realgym-
naſialen Anſtalten für Mädchen, die nicht als
„Studienanſtalten“ zu bezeichnen ſind (hinſichtlich
ver lehtern vgl. den Art. Studienanſtalten) :
Preußen: Berlin, Gymnaſiale Kurſe für
Frauen, 1893 begründet (ſ. Abſchn. 1), jeht Real-
gymnaſium mit griechiſchem Nebenunterricht , 4
Jahreskurſe ; verbunden mit Kurſen für Lehrerinnen
zur Vorbereitung auf das Univerſitätsſtudium.
Bonn, Nealgymnaſiale Kurſe u. Studienanſtalt
(realgymnaſial u. gymnaſial i, E.), unterſtüßt von
der Stadt Bonn u. vom Verein zur Förderung reals
gymnaſialer u. gymnaſialer Kurſe für Mädchen.
Münſter i. W., Nealgymnaſiale Kurſe zur Vorberei»
tung von Lehrerinnen auf die Reifeprüfung mit 2
Jahreskurſen, gegründet vom „Verein katholiſcher
deutſcher Lehrerinnen". Eſſen, Reſorm-Realgym-
naſialklaſſen für Mädchen. Frankfurt a. M., Wiſ-
ſenſchaſtliche Fortbildungsklaſſen für Lehrerinnen
unter Leitung der Gräfin v. Wartensleben, --
Bayern: Humaniſtiſche Gymnaſialkurſe an der
ſtädt. höhern Mädchenſchule an der Luiſenſtraße in
München, realgymnaſiale Kurſe an der ſtädt. höhern
Mädc private Gymnaſialkurſe in München, Nürnberg u.
Würzburg (Sophienſchule). -- Baden: M. in
Karlsruhe u, Oberrealſchulabteilung an der einen
höhern Mädchenſ temberg: Königin» Charlotte» Gymnaſium für
Mädchen in Stuttgart, 6 Klaſſen. -- Sachſen:
Dresden, Nealgymnaſialkurſe für Mädchen, Neſorm»
realgymnaſium für Mädchen verbunden mit der
ſtädt. Studienanſtalt, Privatgymnaſialklaſſen für
Mädchen i. E. Leipzig, Realgymnaſialkurſe für
Mädc Deſſau, private realgymnaſiale Kurſe für Mäd»
, Gymnaſiale Klaſſen für Mäd«
-- Detmold, Kurſe für Latein u. Griechiſch zur
Vorbereitung aufs Gymnaſium. -- Hamburg,
Realgymnaſium für Mädden ; Kurſe zur Vorberei-
tung auf das Oberlehrerinnenexamen, abgehalten
von Dozenten des Allgemeinen Vorleſungsweſens
der Oberſchulbehörde. -- In gewiſſer Hinſicht ge-
hören hierher auch die Nealſchule in Eutin u. die
Oberrealſchule i. E. in Delmenhorſt (beide für
Knaben u. Mädchen gemeinſam).
Über die M. in Luxemburg (2; hier auch Mäd-=
Anſtalten) u. in der Schweiz vgl. die Art. dieſer
3 Länder.
Literatur. J. Wydgram, Handb, d, höh,
Mädchenſchulweſ. (1897) ; Handb. d. Frauenbeweg.,
hr8g. v. H. Lange u. G. Bäumer, 111 u. V (1902 u.
1906) ; W. Lexis, Das Unterricht8weſ. im Deutſchen
Mädchenhandarbeit3unterricht -- Mäd
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Reich 11 u. IV (1904); G. Bäumer, Art. M. in W.
Neins „Enzykl. Handb. d. Päd." V (21906) ; dieſ.,
Geſch. d. Gymnaſialkurſe f. Frauen zu Berlin
(1906). Zeitſchr. : be]. „Frauenbildung“ (ſeit 1902)
u. „Neue Jahrbücher für das klaſſiſche Altertum“
VIII (1901) u. XXII (1908). [I. Lins.]
Mädchenhaydarbeitsunterricht |.
Hatndarbeit8öunterricht für Mädchen.
Mädchenhandel |. Mädhenſchuß.
Mäd Mädc)enhorte ſ. Kinderhorte.
Mädc Mädc Mittelſchule.
Mäd realſchulen.
Mädchenpenſionat |. Penſionat für
Mädchen.
Mädchenrealſchulen,. Na der gründ=
lichen Mädchenſchulreform, die Württemberg
auf realiſtiſcher Grundlage im Frühjahr 1914
beſchloſſen hat, erhalten in Zukunſt die dortigen
10klaſſigen höhern Mädchenſchulen den Namen
M. Ihre 3 unterſten Klaſſen werden als Ele-
mentartlaſſen bezeichnet, die übrigen 7 als höhere
Klaſſen. Da3 Unterricht8ziel kommt im weſent=
lichen dem der 6. Klaſſe der Knabenrealſchule
gleich ; einem Weniger in Mathematik entſpricht
ein Mehr in den ſprachlich-geſchichtlichen Fächern.
Auf die M. ſoll ſich eine 8fklaſſige Mäd d en=
oberrealſ Univerſität vermittelt. Ihr Lehrplan gleicht dem
der oberſten 3 Klaſſen der Knabenoberrealjhulen
mit den gleichen Modifikationen hinſichtlich der ma=
thematiſchen u. der ſprachlic<-geſchichtlichen Fächer
wie bei den M. Den Zugang zu der Mädchenober-
realſchule eröffnet eine beſondere Aufnahmeprüfung.
Um Mädchen, welche die M. durchlaufen haben,
die Mädcenoberrealſchule aber nicht beſuchen
wollen, für die Auſgaben der Hausfrau u. Mutter
au3zubilden, wird im Miniſterialerlaß v. 2. April
1914 die Einrichtung eines beſondern praktiſchen
Jahre3 („Hausſrauenjahr“) empfohlen, deſſen
(LKähriger) Lehrgang in 24 Wochenſtunden Kochen,
Säuglingöpflege u. Kindergartenunterweiſung,
Haushaltung3kunde , Nadelarbeit , Chemie , Ge=
ſundheitälehre umfaßt. Da38 „HausSfrauenjahr“
ſoll aber keine Cinrichtung der M. ſelbſt ſein, viel=
mehr bleibt ſeine nähere Aus8geſtaltung den Ge=
meinden überlaſſen. Jedoch kann die Miniſterial=
abteilung für die höhern Schulen die Auſſicht über
dieſe Einrichtung übernehmen. -- Cingehendere
Angaben über die Organiſation der M. waren
bei Drucklegung dieſe3 Artikel3 (April 1914) noch
nicht zu erhalten. [C. M. Roloff.]
Mäd legende enthält der Art. Mädchenerziehung ; vgl.
dazu die Art, : Frauenſchule, Lehrerinnenbildungs=
anſtalten, Lyzeum, Mädchengymnaſien, Mädchen=
realſhulen, Mädchenſchulweſen (ſeine Geſchichte),
Oberlyzeum, Studienanſtalt.

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