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Schweſtern an 5 Orten des Erzbistums Frei-
burg i, Br., in den Bistümern Paſſau (in Alt»
ödtting), Brixen (in Landec>l), Prag (Erziehung3»
anſtalt Erneſtinum für ſchwachſinnige Kinder in
Prag), an 4 Orten Jtalien8, in Wimbledon bei
London, in der Miſſion in Südafrika (an 1b
Orten), in Chile (an 14 Orten) u. in Travancore
in Indien (an 3 Orten), Die Lehrtätigkeit der
Schweſtern erſtre>t ſich auf Kleinkinderſchulen,
Volks» u. Fortbildungsſchulen, Schulen für
Schwachſinnige, Fachſchulen (NReal» , Sprach»,
Handarbeit8-, Haushaltungs8»-, Handel3», Zeich»
n1mg3-, Mal» u, Muſikſchulen) u. erreicht ihr Ziel
mit den Lehrerinnenbildungsanſtalten, dem Mäd-
ſcher Ausbildung. Mehrere dieſer Schulen ſind
ſremdſprachig: italieniſch (Penſionate in Bellin»
zona, Lugano u. Sondrio), ſranzöſiſch (Inſtitut
Sainto-Croix in Bulle, Kant. Freiburg), engliſch
(Inſtitut Uoly Cross in Wimbledon u. mehrere
Penſionate in Südafrika), ſpaniſch (8 Benſionate
in Chile). Von deutſchen Töchterinſtituten beſteht
bereit3 jeit 61 Jahren Stolla Maris in Nor»
ſchac penſionat u. Lehrerinnenſeminar in Menzingen.
1904 gründete die Generaloberin Maria Paula
Be> (vgl. G. Baumberger, Schw. Maria Paula
Be> [21908]) die Damenakademie vom
heiligenK. in Freiburg (Schweiz) zu dem
Zwede, den Kandidatinnen des Lehramtes an
höhern Mädchenſchulen die entſprechende wiſſen»
ſchaftliche Berufsbildung ſowie andern Damen,
welche die notwendige Vorbildung beſißen, Ge»
legenheit zu bieten, in einzelnen Wiſſens8gebieten
ihre Kenntniſſe durch methodiſches Studium zu
vertieſen. Das Unterricht8sprogramm (Z3jährig)
der Akademie umfaßt allgemeine (Religion8wiſſen-
ſchaft, Philoſophie u. Pädagogik) u. ſpezielle Fä»
Polniſch, Geſchichte, Geographie, Mathematik,
Botanik, Zoologie, Phyſik, anorganiſche u. orga»
niſche Chemie u. Mineralogie). Sowohl für die
allgemeinen wie für die ſpeziellen Fächer finden
je beim Semeſterſchluß vor einer durch die Di
rektion de3 öffentlichen Unterrichts des Kantons
Freiburg beſtellten Kommiſjion Prüſungen ſtatt.
Wer die Prüfungen aus den Spezialſächern be»
ſteht, erhält ein Diplom, das die wiſſenſchaftliche
Beſähigung zur Anſtellung al8 Seminar» od.
Reallehrerin od. Lehrerin an einer höhern Mäd-
ſteht für die Organiſation u. Leitung der Studien
eine Kommiſſion von Profeſſoren der Univerſität
Freiburg zur Seite. Profeſſoren dieſer Univerſität
halten auch die Vorlejungen an der Akademie ab,
u. zwar in deutſcher od. in franzöſiſcher Sprache ;
nur der italieniſche, engliſche u. polniſche Sprach»
u. Likeraturunterricht wird in dieſen Sprachen
ſelbſt erteilt. Anſang Okt. 1909 wurde in den
Räumlichkeiten der Akademie das 7klaſſige kan»
tonale Mädchengymnaſium eröffnet. Lehr»
Kreuzbund -- Kriederei.

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in dieſes iſt die eldgenöne Matura u. das
taatliche Bakkalaureat8zeugnis des Kantons Frei»
burg, die zur Immatrikulation an der Univerſität
berechtigen. Unter die verbindlichen Lehrgegen-
ſtände iſt auch Handarbeit ſowie Theorie u.
Praxis der Haushaltung aufgenommen, ſo daß
das Mädchengymnaſium der Lehrſchweſtern vom
heiligen HN. die Vorzüge der Außlandsinſtitute :
gute Ausbildung in den modernen Sprachen uſw.
mit einer guten, religiöſen u. praktiſchen Erziehung
zu verbinden ſucht.
Vgl. Katalog der Lehrſchweſtern v. hl. K. in
Menzingen (1913) ; Das Jnſtitut Menzingen
(1904) ; Jahresber. u. Proſpekte der einzeln. Lehr-
anſtalt., beſ, des Töchterpenſionats u. Lehrerinnen
ſem. Menzingen.
VI, Zahlreiche Genoſſenſchaften von Töchtern
bzw. Schweſtern vom heiligen K. in Frankreich;
beſonders die K.ſchweſterr vom h!l. Andreas
mit dem Mutterhauſe La Puye (Bistum Poitiers),
1807 von Elije Bichier des Ages im Verein mit
dem ehrw, Andr. Hub. Fournet für Unterricht u.
Erziehung u. Krankenpflege geſtiftet, eine der be-
deutendſten Frauengenoſienſchaſten Frankreichs, u.
die Marianiten (Schweſtern) vom heiligen
N., 1841 von Abbt Moreau in Le Mans für
Mädchenunterricht u. andre Werke der Caritas
gegründet, nunmehr hauptſächlich in Nordamerika
als weiblicher Zweig der Kongregation vom hei=-
ligen K. (ſ. o. Abſchn. [7) tätig (Provinzialmutter-
haus in New Orleans). [M. Heimbucher.]
Hreuzbund |. Mäßigleit.
Kreuzbündyisſ. Enthaltſamkeit8bewegung.
Krliecerei, 1. Weſen. Das Wort „Krie-
jen“, das die ſchwerſällige Fortbewegung von
Tieren, die entweder keine od. zum Gehen auf
dem Boden ungeeignete Füße haben, wird in
übertragenem Sinne auf Menſchen angewandt,
die ſich in tadeln3werter u. übertriebener Weiſe
vor andern verdemütigen, um dadur irgend=
wel verwerflich, weil man ſic) bei aller Demut dod)
immer ſeiner Würde als freie Perſönlichkeit ein=
gedenk bleiben ſoll. Auch die Nüſicht auf den-
jenigen, vor dem man kriecht, ſoll uns vor Über-
treibung bewahren; denn wie beleidigend niedrig
wird im Grunde derjenige eingeſchäßt, von dem
man auf dem Wege der K. etwas zu erlangen
glaubt! Welchen Wert können für ihn Ehrfurchts-
bezeigungen eine8 Menſchen haben, der kein Ge-
ſühl der eignen Würde hat, der Verehrung u. Be=
wunderung heuchelt zu ſeinen egoiſtiſchen Zwecken !
Muß ein ſolchen Kriecher nicht mit Widerwillen abwenden?
K, iſt Lüge, Schmeichelei u. Selbſtſucht, oft aber
auch Herrſchſucht, u. zwar in der ganz beſonders
widerlichen Form, die nach obenhin hundedemütig
bucdelt u. nach untenhin mit Füßen tritt. Um
ſeine Untergebenen tyranniſieren zu können, leiſtet
mancher Schwächling in der K. vor den Vor-
geſeßten, vor den Einflußreichen das Menſchen-

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