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S. gehören, außer ihnen mindeſten3 je ein Ver-
treter der ſprachlich-hiſtoriſchen u. der mathema-
tiſch-naturwiſſenſchaftlichen Gruppen der Unter-
richtsfächer u. der Turnlehrer; die Wahl dieſer
lehtgenannten Mitglieder erfolgt in der Geſamt
konferenz ; den Schülern der Oberklaſſen mag er-
laubt werden, ihre Wünſche hinſichtlich der für ihre
Klaſſenbüchereien anzuſchaffenden Bücher in ein
Wunſcs Prüfung durch den Ausſchuß
einzutragen. -- 3. Ob die weitere Verwaltung
der einzelnen Klaſſenbibliotheken, in8beſondere die
Büceraus8gabe, von der unterſten Stuſe an dem
jeweiligen Klaſſenleiter (od. dem Deutſchlehrer der
Klaſſe) übertragen wird, od. ob der Hauptver-
walter der S. (mit Unterſtüßung von ältern ge»
eigneten Schülern) dieſe Aufgabe etwa bi3 ein
ſchließlich O III beibehält u. dann von Sekunda
an die erwähnte Dezentraliſation erfolgt, muß
nad dem Ermeſſen der einzelnen Anſtalten unter
Berücſichtigung der Stärke des Lehrerkollegiums
u. der Schülerzahl entſchieden werden; in den
obern Klaſſen können auch geeignete Schüler mit
der Bücherau8gabe ſür ihre Klaſſe betraut werden,
natürlich unter Verantwortlichkeit des Klaſſen-
leiter3 (Deutſchlehrer3).
Literatur. H. Acker, Was ſoll ich leſen?
(1912); I. Hülsmann, Über die Einricht. d. S.
(Beilage 3. Jahre8ber. d. Gymn. in Duisburg
1855) ; F. Johanneſſon, Was ſollen unſre Jungen
leſen? (1911; ein gutes Bud, hervorgegangen aus
desöſelben Verf. f. d. deutſche Unterricht8ausſtell. in
Brüſſel 1910 zuſammengeſtellter „Schülerbücherei f.
höh. Lehranſtalt.“). = Außerdem iſt ein großer
Teil der zu Abſchn. A angeführt. Lit. auch f. d. S.
d. höh. Schul. heranzuziehen. =- Kataloge der S,.
f. höh. Schul. ſind wiederholt als Beilage zu d.
Jahresber, veröffentlicht. =- Gute Natſchläge in
Fragen d. Jugendlit, erteilen auß. d. gen. Büchern
von Acker u. Johanneſſon auch „Der Geſund»
brunnen“ (hr3g. v. Dürerbund), der „Lit. Natz
qg:ber f. d. Kath. Deutſ Eittlinger, Kempten, Köſel) u. der „Lit. Natgeber“
d. Dürerbundes (hr8g. von F. Avenarius, Mün»
[A: L. Kie3gen, B: K. Meßen.]
Schülerbriefwechſel, internationaler, |.
Schülerkorreſpondenz.
Schülerfragen |. Wißbegierde.
Schülergericte ſ. Selbſtverwaltung der
Schüler.
Schülerheime, Im bewußten u. beabſich-
tigten Gegenſaße zu dem ſog. Kajernenſtil der
großen Anſtalt3bauten wird neuerding3 wieder der
jhon von Wichern (ſ. d.) in ſeinem Nauhen Hauſe
(j. d.) dur Familienlebens (das ſog. Familienprinzip) auſge
griſſen. E3 wird ein Syſtem von villenartigen Ge?
bäuden womöglich in einer landſchaftlich günſtig
gelegenen Gegend errichtet u. um eine Schulanſtalt
Herumgruppiert. Die verheirateten Lehrer dieſer
Schule-- e3 kommen zunächſt höhere Lehranſtalten
in Betracht =- erhalten etwa 12--16 Schüler zu»
geteilt u. bieten dieſen in der eignen Familie Auf=
Schülerbrieſwechſel, internationaler -- Schülerherbergen uſw.

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nahme etwa in dem Verhältniſſe von Pflegeeltern
u. Pflegeſöhnen. Schule u. Familienhäuſer bilden
ein organiſch zuſammengehörige3 Ganzes. Der
Rechtsträger des Unternehmens iſt entweder ein
Verein od. eine Geſellſchaft m. b. H. Dadurch
daß die einzelnen Familiengruppen auch wirtſchaſt-
lich ein einheitliches Ganzes bilden, kommen dieſer
Ari ves Unternehmens in etwa auch die Vorteile
der großen Inſtitute zugute, während durch da3
ſamilienhafte Zuſammenleben die ſol Inſtituten nachgeſagten Nachteile aus8geglichen
werden ſollen. Anderſeit3 will durch dieſen Fa=
milien=Typ den Nachteilen des privaten Penſion8-
weſens (j. Penſionat für Knaben, Abſchn. 11) ent-
gegengewirkt werden.
Biöher haben Private, Vereine u. Behörden
dem Familienprinzip im allgemeinen ablehnend
gegenübergeſtanden, weil es finanziell zu hohe An=
forderungen ſtellt. Außerdem ſeßt dieſer Typ vor-
aus, daß das Familienleben der Heimeltern ſelber
ein glückliches iſt, u. daß dieſe tüchtige Erziehungs3-
fähigkeiten beſißen, ſowie gewillt ſind, die In=
timität des perſönlichen Heimleben8 mit fremden
Perjonen zu teilen. Familienleben läßt ſich zudem
nicht ſchematiſch erzeugen ; dies ſeßt bedeutende
Qualitäten zur Herſtellung ſeeliſc voraus. = Jmmerhin muß den Beſtrebungen auf
Durchführung des Familienprinzip3 in eignen
S.=-Gruppen Beachtung geſchenkt werden, da die
möglichſt zwe>mäßige Verſorgung von Schülern,
die nicht am eignen Wohnort die Möglichkeit zum
Beſuche höherer Schulen haben, ein nicht unz
wichtiges ſoziale3 Problem iſt. =- Ein Vorbild
des in Frage ſtehenden Anſtalt3typs findet ſich in
Dahlem bei Berlin (begründet 1908).
Neben dem hier geſchilderten gibt es noch fol=
gende Form des S.: Cin Verein kommt für den
Bau u. Betrieb des Hauſes auf. Ein Kuratorium
übernimmt die Auſſicht, beſtellt u. verpflichtet den
Hausvater. Dieſem obliegt die erziehliche Pflege
der Heimzöglinge ; e3 ſteht ihm eine Haus8dame
zur Seite. Die Dienſtanweiſung erhält er vom
Kuratorium. Dieſes hat die rechtliche Vertretung
de3 Heimes nach außen. Der Unterſchied zum
früher gekennzeichneten Typ beſteht darin, daß mit
dem S, keine Lehranſtalt organiſch verbunden u.
der Hausvater unverheiratet iſt, Der Nachteil be=
ſteht wohl darin, daß nur ganz wenige Erzieher
auf die Dauer ſic) al8 Hausväter werden halten
laſſen, wenn ihnen die Möglichkeit einer ſelbſtän=
digen Familiengründung benommen wird. C3
treten dann die Mängel auf, die dem Präſekten-
weſen anhaften (f]. Präſelt).
Literatur. Sobota, Da38 moderne Konvikt8-
weſ. in Deutſch»Öſterreich (Das Alumnat 1912,
1 23 ff). Die ſoziale Frage beleuc „Die Studentenſrage a. d. bayr. Mittelſchulen“
(1914). Vgl. auch die Art, Alumnat, Familien-
u. Anſtaltserziehung. [3. Weber.]
Schülerherbergen (Studentenherber-
gen) f. Schulreiſe, Abjhn. V.

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