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Autornamen in einer Berner Handſchrift des
10. Jahrh. überlieferten Grammatik ein Catozitat
vollſtändiger erſcheint).
II. Die kleinern Werke. 1. Aus dem großen
Werke wurde (wohl von PV. ſelbſt) ein Auszug
gemacht, der unter dem Titel Institutio ds no-
mine pronomine et verbo die entſprechenden
Abſchnitte für ben Unterricht in kürzeſter Zu-
ſammenſaſſung gibt. -- 2, De figuris nume-
rorum iſt eine aus griechiſchen metrologiſchen
Quellen (Dardanios8, 4. Jahrh. ?) geſchöpſte Dar-
ſtellung der griechiſchen u. lateiniſchen Zahlzeichen,
der Münzverhältniſſe u. der Bildung der latei-
niſchen Zahlbegriffe. -- 3. Do Terontii metris
ſucht den Nachweis zu erbringen, daß die Stüce
der römiſchen Palliata tatſächlich in Verſen, wenn
auch ſehr freien, geſchrieben ſeien; benußt ſind
von Griechen Heliodoros der Kolometriker u. He-
phäſtion, von Nömern beſonders Terentianus
Maurus. -- 4, Praeexercitamenta, eine Über-
tragung der Npoyvpv&ap.ata des griechiſchen Rhe-
tor3 Hermogenes (2. Jahrh. n. Chr.). Die Scrif=
ten unter Nr 2--4 wurden dem bekannten Ver-
ſechter des Heidentums, Symmachu8, gewidmet, --
d. Partitiones XII versuum Aoneidos (Pri-
geianollus, |. o.), eine auf das Lateiniſche über-
tragene Anwendung griechiſcher Sc (371p.3ptop.oi), in denen Homerverſe metriſch u.
grammatiſch in katechetiſ den. =- 6, Ds accentibus, P. zugeſchrieben u.
inhaltlich mit ſeiner Lehre ſtimmend, rührt nicht
von ihm her. =- 7, Ein panegyriſche8 Lobgedicht
Do laude imperatoris Anastas1t, aus 22 ein=
leitenden jambiſchen Senaren u. 312 Hexametern
beſtehend, ohne dichteriſc gilt auch von 8. der Nepmynow in 1087 Hexa=
metern, einer Überſeßung der unter Hadrianus von
einem gewiſſen Dionyſios verfaßten u. vielge=
leſenen (auch von Ruſus Feſtus Avienus latei=
niſch bearbeiteten) poetiſchen Erdbeſchreibung. =-
Andre kleinere Gedichte, wie z. B. da8 metro=
logiſche Do libra et partibus eius, werden in
Handſchriften mit Unrecht dem P. zugewieſen.
HLiteratur, Ausgaben: Das Hauptwerk iſt
enthalten in Gramm. Lat, ed, Keil I u. 11/1 von
M. Hertz (1855/59) ; Nr 1---6 ebd. 11/2 von H. Keil
(1859) ; Nr 2 auch in F. Hultſch8 Seriptores Me-
trologici (1864/66) ; Nr 4 in K. Halms Rhetores
Lat. minores (1863); Nr 7 u. 8 in L. Bährens'
Poetao Lat. min. V (1883). --- Vgl. über P.: L.
Jeep im Philologus 67/71; Wiſchnewſki, De Pri-
geiani inst, gramm, compogitione (1909); A.
Zuſcher, Do Prisciani studiis Graecis (1912),
[H. Schenkl.]
rivatlehrer, 1. Begriff, Lage u. An-
ſtellung. Wie die privaten Schulen den öffent=
lichen gegenüberſtehen, ſo auch da3 private Lehr-
perſonal dem öffentlichen (ſ, Privatſchulen), Zwi-
ſchen beiden beſteht im allgemeinen keinerlei
ſoziale u. rechtliche Verbindung. Der private
Lehrerſtand iſt ein ſoziale3 Gebilde für ſich ; die
Mannigfaltigkeit der Vorausſekungen, unter
Privatlehrer.

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denen die P. zu wirken haben, ſteht einem engern
Zuſammenſchluß entgegen. Dabei iſt zu unter-
ſcheiden zwiſchen P.n, die in einem feſtern Ver=
hältnis zu einer Privatſchule bzw. einem Privat-
inſtitut ſtehen, u. ſolchen P.n, die außerhalb einer
eigentlichen organiſierten Schule für beſtimmte
Lehrgegenſtände Unterricht erteilen entweder an
einzelne od. gleichzeitig an mehrere Schüler zu=
ſammen, wobei es gleichbleibt, ob ſie den Unter=
richt in ihrer eignen od. in der Schülerwohnung
erteilen. Hauptſache iſt, daß die Unterrichtsertei-
lung für den betr. Lehrer den Hauptberuf bildet.
Von dieſem Geſicht8punkte aus laſſen ſich die
Hauslehrer (ſ. d.) nur indirekt hierherrechnen,
da für ſolche die private Unterricht8erteilung für
gewöhnlich nur vorübergehende Berufsſtellung iſt,
eine Durchgangäſtellung (wie bei den Präfekten
[]. d.] an Inſtituten) bis zur eigentlichen Anſtel-
lung an öffentlichen Lehranſtalten. Dadurch daß
dieP. ſich ihre Schüler ſelber herbeiſchaffen müſſen,
während an den öffentlichen Schulen dieſe Sorge
wegfällt od. bei privaten Schulen dem Leiter ob=
liegt, hat der Beruf eine8 P. viele Ähnlichkeit
mit dem Gewerbe u. iſt deſſen Sorgen u. Nöten
ausgeſeßt (Arbeitsloſigkeit, Konkurrenz, Preis=
drücereien), Das Pädagogiſche kann begreiflicher-
weije bei ſolchen Verhältniſſen nur ſehr vereinzelt
vorherrſchend ſein; Geſchäft8gewandtheit wird
zur Hauptſache werden, Infolgedeſſen iſt die ge
jellſchaftliche Stellung der P. auch nicht beſonders
gehoben. Sie gehören zu der Gattung der Privat=
angeſtellten, die Dienſte geiſtiger Art leiſten. Ihre
Anſtellung iſt den Recht8beſtimmungen des bürger-
lichen Lebens, in Deutſchland dem Bürgerlichen
Geſeßbuch, unterworfen, ſobald e8 zwiſchen den
vertragſchließenden Teilen zu Meinungzöſtreitig-
keiten kommt. Betr. Kündigung der unterricht-
lichen Dienſte kommen in Deutſchland 8 622 u.
8 627 des B.G.B. in Betracht. Polizeiliche Er=
laubni8 zur Ausübung des privaten Lehrberufe3
iſt nicht mehr erforderlich ; dagegen unterſtehen in
Preußen die P., inſoweit ſie an Jugendliche in
Lehrfächern der öffentlichen Schulen Unterricht
erteilen, den Schulbehörden u, bedürfen eines
Erlaubnisſcheine8, der für 1 Jahr unentgeltlich
ausgeſtellt wird. In Bayern fällt dieſer Erlaub=
niöſchein fort, Dagegen ſind die Schulbehörden
befugt, bei Genehmigung von Geſuchen der Eltern,
für ihre Kinder Privatunterricht zu geſtatten, die
Erlaubni8 von der Eignung des zu wählenden P.
abhängig zu machen. Jn Öſterreich unterliegen die
Wahl der Hauslehrer, Erzieher od, Hofmeiſter
u. die Art der Erteilung des häuslichen Unter-
richtes keiner Beſchränkung, inſofern die Eltern
der Verpflichtung genügen, dafür zu ſorgen, daß
den Kindern mindeſtens der für ihre Pflichtſchule
vorgeſchriebene Unterricht in genügender Weiſe
zuteil wird (Neichsvolksſchulgeſeß 8 204). Doch
wird auch hier der häusliche Unterricht von der
Bezirköſchulbehörde überwacht (8 205). Die Er=
langung einer Stellung an einer Privatſchule

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