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unterliegt den perſönlichen Bemühungen des P.;
die Stellenvermittlung ſür P. iſt noc<4 wenig or»
ganiſier), Doch haben ſie die Lehrer» 1, Lehre»
rinnenvereinigungen zum Teil eingerichtet; ſie
laſjen nach Tunlichkeit auch privaten Lehrern die
Wohltat dieſer Einrichtungen zugute kommen.
Im übrigen ſind B. auf die Zeitungsanzeigen u,
auf perſönliche Empfehlungen angewieſen, ---
Vgl. auch den Art, Privatunterricht.
11. Nljeröverjorgungs- u. Verſicherungsver-
Hältniſſe. Daß gerade P. auf die Sicherung für
Tage der Arbeiſsöunſähigkeit u. Verdienſtloſigkeit
bedacht ſind, läßt ſich leicht begreifen. Hierfür
ſtehen ihnen zunächſt private Verſicherungseinrich»
tungen zu Gebote (Lebenöverſicherungen, Penſions»
verjicherungen u. ä.). Die Allgemeine Deutſche
Penſionsanſtalt ſür Lehrer u. Lehrerinnen (Ber»
lin W 8, Behrenſtr. 72) ſicht gerade auch für
P.(-innen) günſtige Bedingungen vor (vgl. anch
Lehrerpenſionsverband, Dreöden, Roſenweg 48).
Für P. an privaten Anſtalten wird vielfach ſeiten3
der Direktionen dieſer Anſtalten in Penſionskaſſen
eingezahlt (z. B. in die Penſionskaſſen de8 Deut»
ſchen Privatbeamtenvereins in Magdeburg). Ein-
gehenderes bringt der Art. Altersöverſorgung der
dentſc Geſeßlich ſind die deutſchen P. der Verſicherung
ſür Privatangeſtellte unterworfen. Werden ſie
innerhalb de3 Monat3 von mehrern Arbeitgebern
bezahlt, ſo müſſen dieſe 89/, des ſälligen Gehaltes
als Berjicherungsbeitrag leiſten, können aber 42/,
dem Arbeitnehmer vom Gehalt abziehen. Befreit
von der Verſicherungspflicht ſind nunmehr auch
die privaten Einzelunterricht erteilenden Lehrer
u. Erzieher, ſoweit ſie bei öffentlichen Penſions»
anſtalten ſür Lehrer u. Erzieher verſichert ſind
(Geſeßz v. 22. Juli 1913 mit rückwirkender Kraft
v. 1. Jan. 1913). -- Für Öſterreich kommt in
Betracht da3 Geſeh betr. die Penſionsverſicherung
der in privaten Dienſten u. einiger in öſſentlichen
Dienſten Angeſtellten v. 16. Dez. 1906 (ſeit
1. Jan. 1909 in Kraft). Verſicherungsträger
iſt die „Allg, Penſionsanſtalt für Angeſtellte
in Wien".
Literatur. Schr. d. Geſell. f. ſoz. Neform,
Hſt 25: Die Privatbeamten u. die Verſicherungs»
geſebgeb ; Hft 27/28: Das Necht der Privatbeanmt.
y. d. Penſionöverſich. d. Privatbeamten.
[I. Weber.]
Privatlektüre in Volköſchulen, nord»
deutſchen Mittelſchulen, Foribildungsſchulen
y. Lehrerbildungöanſtalten ſ. Lektüre; vgl.
Deutſcher Sprachunterricht (Sp. 791 |).
Privatlekiüre der Jugend. P. ſteht hier
al3 Gegenſaß zur Schullektüre (ſ. Lektüre in Volks8-
ſchulen, Lektüre in höhern Schulen), die im An»
ſchluß an den vorgeſchriebenen Lehrplan Bücher
(Dichtungen) behandelt, od. zur Lektüre, die durch
die Schülerbibliothek beſriedigt wird. Ebenſo ſchei
det aus die in einem bejondern Artikel behandelte
Privatlektüre in Volksſchulen uſw. -- Privatlektüre der Jugend.

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P. od. häusliche Lektüre iſt entweder die unter der
Auſſicht des Elternhauſes ſtehende od. die wild be-
triebene Lektüre der Jugend, =- Über die Klaſſen-
od. Maſſenlektüre, auc Gruppenlektüre genannt,
vgl. den Art. Schülerbibliotheken, Abſchn. YV.
1, Schule u. P. Weil die Schule dem Kinde
die Fertigkeit des Leſens beibringt, hat ſie auch die
Pflicht zuzuſchen, wie dieſe Fertigkeit verwandt
wird. Mancherlei Erfahrungen lehren ſie, daß die
Leſefertigkeit in ſchlimmer Weiſe mißbraucht wird.
Soergab eine gelegentliche Umfrage in einer Ham-
burger Volksſchule, daß die Mädchen unter 108
zu Hauſe geleſenen Büchern 61 ſchlechte Groſſo»
Schundbücher u. 8 Schundheſte beſaßen, daß nur
39 Bücher dem regulären Buchhandel entſtammten,
y. unter dieſen nur 7 eine Zenſur als gut od, ge-
ſc hältniſſe zeigen die Unterſuchungen in großen u.
kleinen Drten verſchiedener Gegenden (ſ. Schund»
literatur). Man muß daraus ſchließen, daß eine
aweclmäßige Beeinfluſſung der P. auch ohne be-
hördliche Anordnung durchaus im erziehlichen In-
tereſſe liegt.
11. veſewut, No< mehr drängt ſich dieſe Über-
wachung ſeitens der Schule als Pflicht auf, wenn
ſich das an ſich) nicht tadelnswerte Leſebedürfnis
zur Leſewut ſteigert. Sie bricht „wie eine Peſt
über das arme Kind herein“ (Wolgaſt, Elend der
Ingendlit. [*1912]). Bewegung n. Spiel, die na=
turgemäßen Lebenöäußerungen, werden dem Kinde
läſtig, „was ihm eine Luſt war, in körperlicher
Arbeit ſeine Kräfte u. ſeine Sinne, ja ſeinen Geiſt
zu gebrauchen, wird ihm zur Qual, e8 wird un=
luſtig zu Spiel u. Arbeit, u, ſelbſt der Unterricht hat
nur ſelten Vorteil von der alle Kräſte abſorbi-ren-
den Lektüre“. Die für geregelte Arbeit hinderlichſte
Folge des übermäßigen Leſens iſt eine wachſende
Gedächtnisſchwäche ; „dieſe Übung in der Kunſt,
die Zeit zu töten u, ſic) für die Welt unnüß zu
machen, nachher aber über die Kürze de3 Lebens
zu klagen, iſt abgeſehen von der phantaſtiſchen Ge=
mütöſtimmung, welche ſie hervorbringt, einer der
ſeindſeligſten Angriſſe auf das Gedächtnis“ (Kant,
Anthropologie). Dazu geſellen fich nicht ſelten ge=
ſundheitliche Schädigungen, nervöſe Störungen,
Kurzſichtigkeit u. Rückenverkrümmung. Die Be-
griſſe Verwirrung des Weltbilde3, Verwilderung
des Gemütes u. endlich gar völlige geiſtige u. ſitt-
liche Verwahrloſung kennzeichnen die Steigerung
im Verlauf der ungeregelten Vielleſerei.
II1. Vorteile der P. Am rechten Gebrauch
de3 Buches hat die Schule weitgehende3s Intereſſe,
die Schule der Großſtadt noc mehr als die der
Land» od, Kleinſtadt, Dem Großſtadtkinde fehlt es
durchweg an einem nachhaltigen Eindruke u. einem
lebendige Geſinnungen vermittelnden Erfahrungs-
kreiſe, alles tritt haſtig u. flüchtig in die Anſchau-
ung der Jugend, die ruhige u. ſtete Entwicklung
ländlichen 1. kleinſlädtiſchen Lebens, oft gar das
Familienleben mangelt. Da wäre das Bud) ge-
„B. im Sprachunterricht höherer Schulen“ (ſ. d.), ; eignet, helfend einzutreten, Vertiefung in ein tüch-

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