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Unrecht ; denn beiſpiel8weiſe iſt in Naſſau troß der
ſeit 100 Jahren dort beſtehenden S. die geiſtliche
Schulauſſicht unangetaſtet geblieben,
IV. Die S. 13. die wiſſenſchaftliche Pädago-
gik. Nber diejen Punkt kann mit Rüdſicht auf
den knappen Naum nur eine kurze Bemerkung
Plaz finden. Die wiſſenſchaftlichen Syſteme der
Pädagogik, an deren Spike immer noh der archi-
teltonijc< geſchloſſene Gedankenbau Herbarts ſteht,
verurteilen mt Rückſicht auf die Einheit in Theorie
u. Praxi3 dec Erziehung die S. (3 kommen vor
allem das Erziehung3» u. Unterrichtsziel, der Auf»
bau de3 Lehrplans (ſ. d.) u. die erziehlichen Zucht»
maßnahmen der Schule in Frage.
Literatur. Der Kampf um d. konfeſſ. Volks»
ſ Die Schulreſorm d. Sozialdemokratie (1911); J.
Heß, Der Kampf um d. Schule in Preuß. 1872
bis 1906 (1912); R. Rißmann, Geſch. d. Deutſch.
Lehrervereins (1908) ; F. Köhne u. C.L. A. Prezel,
Die S. in Naſjau, Heſſen u. Baden (1906); W.
Nriege, Die S. i. Lichte d. Wahrheit (1906) ; Th.
Ziegler, Die S. (1905); J. Tews, Staats» od.
Airc Konfſei!. Shule =- S. (21904); derſ., Die preuß.
Schulvorlage (1906) ; M. Spahn, Nationale Er«-
zieh. 1. konfeſjſ. Schule (1912); F. Dupanloup,
Der Schulunterr. in Preuß. (21872) ; V. Cathrein,
Kirche u. Volksſchnle (1896) ; V. Eſchenlohr, Kon»
ſeſſ. Schulen (1900); JZ. A. Keller, Die Zwangs»
miſchſc P. Natorp, Ein Wort zum Schulantrag (1905) ;
Die Gladbach), vjt 36) ; Die S. (ebd. Hſt 37); F. W.
Dörpfeld, G-* Schriften. Bd Y111; Schulverſaſ-
ve 1. Tl: Die freie Schulgemeinde u. ihre An»
talt. auf d. Boden d. ſreien Kirche i. ſreien Staate
(*1898); 2. Tl: Die 3 Grundgebrechen der herge»
bracht. Schulverſaſſ. (?1898); 3. Tl: Zwei pädag.
Gutachten 2c. 2. : Die konfeſſ. u. d. parität. Volks»
j ei<. d. Volksſchule (*1899); Bd V11: Das
Fundamentſtücl einer gerec friedl. Schulverfaſſ. (*1897). Vgl. auch die Lit.
unter d. Art. Schulauſſicht. [I. IJ. Wolſſ.]
Singen ſ. Geſangunterricht.
Singſtimme |. Sprechſtimme u. S,
Sinuesſhonung, 1. Auſgabe der S.
S. bedeutet ein Doppelte3: die Schonung de3
Sinne3organs als ſolchen u. dann die Schonung
ſeiner phyſiſch-vſvchiſchen Funktion, Natürlich
können beide Seiten der S. nicht einfachhin
getrennt werden. Gewijſe Erkrankungen (z. B.
Entzündungen, äußere Verlehungen der Sinne3»
organe) machen unter Umſtänden eine beſondere
Rückſicht auf eine der beiden Seiten der S. not»
wendig ; gewöhnlich aber werden beide Momente
zu verbinden ſein. Es fragt ſich mim, wa3 der
Begriſſ „Schonung“ überhaupt für eigentümliche
Auſgaben in ſich ſchließe. Die Umſchreibung der
ſelben muß von Fall zu Fall im Hinbli> auf die
beſondern Verhältniſſe verſucht werden, Schonung
kann unter Umſtänden nur durd) gänzliche Un-
tätigkeit erreicht werden ; wenn das Organ ent»
Singen -- Sinnesſ
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weder geſährlich erkrankt iſt od. in bedrohlicher
Dispoſition dazu ſich befindet od. ſchr überan-
ſtrengt iſt, muß ſeine Schonung (d. h. die Be
wahrung vor völliger Lahmlegung) darin beſtehen,
daß es eben gar nicht od. nur äußerſt wenig be-
nußt wird. Derartige Schonung (z. B. Dunkel-
kur für die Augen) zu verordnen, iſt Sache des
Arztes, Weder die Familien» no< die Schul-
erziehung darf hier aus ſich ſelbſt handeln. Scho-
nung kann weiterhin bloße Crholung bedeuten;
als ſolche iſt ſie einfach ein kürzeres od. längere8
Ausſekhen der anſtrengendern u. ſchwierigern Ar-
beiten, durd) das man den aufgebrauchten Vor»
rat an körperlicher u. ſeeliſcher Kraſt wieder ſtärkt
u. ergänzt. Schonung iſt dann ſchließlich im alle
gemeinſten Sinne ein Maßhalten in der Arbeit
überhaupt, wodurch man einer Überanſtrengung
vorbeugen will. Die Anwendung dieſer verſchie»
denen Bedeutungen des Wortes Schonung u. die
damit bezeichneten Aufgaben auf die Sinnes8bes-
tätigung bedarf keiner weitern Erörterung. Auch
das iſt ohne weiteres klar, daß für den einen die
eine, ſür den andern die andre Auſgabe -- eben
je nach den beſondern Veranlaſſungen --- wich=
tiger iſt. Der eine braucht vollſtändige Nuhe,
der andre bloße Erholung, Die Pädagogik wird,
ſoweit ihr Umkreis reicht, im kleinen u. großen
über die Gründe dez Schonungsbedürfniſſes ent-
ſcheiden u. die nötigen Maßnahmen der Schonung
ſelbſt treſſen müſſen. Sie ſoll ſich zu dieſem Zwe
allerdings ſtets in guter Verbindung mit dem Arzt
(ſ. Schularzt) halten u. die Regeln der Schul-
hygiene (f. d.) ſtreng beſolgen. Dadurch befähigt
ſie ſich, einerſeits vorbeugend gewiſſe Schädigungen
der Sinnezorgane abzuwehren u, deren Funk»
tionsſähigkeit zu erhalten, anderſeits verbeſſernd,
heilend, ſtärkend auf die Sinnestätigkeit ſelbſt
einzuwirken. Inſofern geht die richtige S. immer
Hand in Hand mit der planvollen Sinnezübung
(1. d.); die Zwecke der lehtern u. die Art ihrer
Durchſührung -- namentlich nach den einzelnen
Individualitäten =-- dürfen nie aus dem Auge
verloren werden.
11, Die S,. im einzelnen. Wir ſtellen hier
nur die Hauptregeln der S. auf, u. zwar im An»
ſchluß an die bewährten ſchulhygieniſchen Grund»
ſähe. Vor allem kommt es uns auf die Schonung
der normalen u. geſunden Sinnes8organe an, uU,
auch da ſollen möglichſt nur ſpezielle Maßnahmen
benannt werden ; die Verhinderung u. Behebung
der allgemeinen, die Sinnesſunfktion herabſeßenden
Müdigkeit iſt bereits an anderm Orte behandelt
worden (ſ. Ermüdung).
Das Organ des allgemeinen Sinnes,
die Haut, hat gerade als Sinnesorgan vielleicht
die geringſte Schonung nötig. Die Haut bedarf
als Trägerin u. Vermittlerin ſehr wichtiger andrer
Tätigkeiten eine ſorgfältige Pflege (ſ. Haut); als
Sinnesorgan wird ſie naturgemäß von dieſer
Pflege auch einen Nußen haben; die Neinlichkeit
(ſ. d.) u. Abhärtung (|. d.) werden ihre Funktion

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