393
bis 223; A. Fischer, Der Aufbau des B.wesens in
Deutschland, in: Jugend u. Beruf, Jhrg. 1, H.8,
S. 281--290; G. Fronemann, Die volkswirtschaftl.
Bedeutung der B., in: Die B. (1926), H.7, 8. 158
bis 168; H. v. Böhlen, Die B. der Minderbegabten,
Zwecke u. Ziele, in: Die deutsche B., Jhrg. 35, H. 21,
Oo. 542-545; H. Lampe, Die betriebswirtschaftl.
Vertiefung des B.unterrichts, ebd. Jhrg. 36, H. 15,
S. 386--396; W. Mittendorf, Gewerkschaften u. B.,
ebd. Jhrg. 35, H. 14, S. 313-319; Richter, Die F1-
nanzierung der B., ebd. Jhrg. 35, H. 22, S. 561 bis
574; = Bildungswege u. Bildungsideale der B. der
Gegenwart, in: Praxis der B., Jhrg. 7, H. 29, S. 561
bis 569; H. Schmidt, Vom Sondercharakter der
Hilfs-B., in: Die Hilfsschule, Jhrg. 20, H. 10, S. 445
bis 449; K. Thomae, Koedukation in der B., in:
Bericht über den 16. Deutschen B.tag (1927).
A. u. B.: W. Franz:sket. C.: K. Baumert.
Bestandstücke der Pädagogik.
[B. = Bestandstücke.]
Die immer dringender werdende Erfassung der
Pädagogik in ihrem Gesamtumfang führt auch zur
Frage nach den verschiedenen «Seiten» von ihr,
die jede päd. Praxis u. Theorie zu beachten hat.
Damit ist nicht gemeint die Gliederung nach Teilen
der Pädagogik (Pflege, Erziehung, Unterricht u.
etwa auch Anstaltswesen), ebenso nicht die nach
Stufen der päd. Einwirkung (untere, mittlere,
höhere, hohe Stufen). Hier ist vielmehr alles das
gemeint, was den Gesamtstand der Pädagogik

Bestandstücke der Pädagogik.
304
Schiebt Sich zweckmäßigerweise zwiSchen diese
eine dritte ein; Sie Sei vorerst als Fersonologie
bezeichnet, um drei gleichgebildete Termini zu
ergeben (wobei «persona» als griech. Fremd-
wort im Lateinischen gilt).
1. Für die Teleologie Steht am besten
voran das S:ldungszdeal. Es 1st wie alles Fol-
gende zu unterscheiden als Unterrichts- oder
im engeren Sinne Bildungs- u. als Erziehungs-
ideal. Seine Abhängigkeit von je einem Kultur-
1deal darf hier vorausgesetzt werden.
Von ihm aus bestimmt Sich das, was man
entweder Synonym oder aber unterschieden als
Zweck 1. Liel bezeichnet. Jener mag das letzte
Ende Sein, um dessentwillen alles Zugehörige
überhaupt geschieht. Dieses mag das jeweils zu
erreichende Niveau Sein, für das Ganze der Ein-
wirkung u., als Einzelziel, für Teilbemühungen.
Nun kann Sich die Frage erheben : Hat die
Sache, auf die hin Pädagogisches unternommen
wird, teleolog. oder aber methodolog. Bedeu-
tung? Je nachdem der Bildungszweck mehr
formal oder mehr material genommen wird,
Steht ihm der Bildungsstoff ferner oder näher.
| Waltet der Gedanke, daß es nicht darauf an-
: komme, welcher Inhalt dem Unterricht usw. zu
| Grunde liegt, Sondern wie ein beliebiger Unter-
' TICht usw. wirke, So gehört der Stoff zu den Bil-
nach ihren Seiten ausmacht. Die Objekte dieser dungsmitteln. Waltet dagegen der Gedanke, daß
Gesamtrücksicht mögen So als die B. bezeichnet ; uns bestimmte Inhalte an Sich wertvoll Sind, daß
werden. Je nach engerer oder weiterer Zusammen- | je infolge dieses Wertes Güter für uns bedeuten,
Macht oder weniger Bleichmälig für beide in dieser |** gehören Sie zu den Bildungszwecken.
Verteilung Sollen Sie hier überblickt werden. Wie | 4 Selbst Soweit die Grenzen der B dung CDC
weit Sie auch auf den als «Pflege» bezeichneten | uSwarl aus den Stoffen verlangen, kann diese
Teil der Pädagogik übertragen werden können u. | Mindestens auch aut die teleolog. Seite kommen.
Sollen, verbleibe zukünftiger Betrachtung. : Eine Solche Auswahl gilt weniger für die In-
Die Zahl der B. tut hier um So weniger zur halte der Erziehung, für die Erziehungsgüter
Sache, als Sie erweitert u. auch zuSammengezogen (die bes. leicht übersehen werden), jedoch um
Sowie verschieden benannt werden Können. Für 5g mehr für die Unterrichts- oder Lehrgüter, da
den Unterricht gewinnen Sie leicht eine bündigere : 4; 65e einen unerschöpfl. Umfang besitzen.
Unterscheidung u. talt als für die Erziehung. . 7 . .
Scheidung u. Gestal >" Hierher kann Schließlich auch gehören eine
Alles diesen beiden Gemeinsame mag hier unter .. halb des Stoff, . 2; .
dem (weiteren? Ausdruck «Bildung» gehen. - INNErna es dtoiies DroPpagierte ichtung, Sei
Dabei ist « Pädagogik» als praktische /poietische) ; es eine relligiöse, philosophische, künstlerische
Wissenschaft gemeint. Was aus ihren theoret. ' Oder dergleichen mehr.
Unterlagen u. Ergänzungen mit hereingenommen:; 2. Die für alles Pädagogische in Betracht
werden muß, kann aus dem Folgenden leicht. kommenden Personen Sind Gebende u. Neh-
herausgefunden werden. mende, meist Subjekte u. Objekte der Erzie-
1. Die einzelnen BestandStücke: Zeleo- : hung usw. genannt: Erzieher u. Zögling, Lehrer
logie u. Methodologie. Diese Unterscheidung ist u. Schüler; wozu noch Sonstige Beteiligte kom-
hergebracht (mindestens Seit ZZerbart), d. h.: men: Eltern oder ihre Stellvertreter, Staatl. oder
Die Pädagogie ist eine Praxis, Strebt also ein priv. Aufsichts-, Verwaltungs- usw. Personen
Was durch ein Wie, Zwecke u. Ziele durch Mit- : (Zugehörige). Alle diese, bes. aber die Zöglinge
tel u. Wege an mit den Werten eines Besser u. | u. Schüler, kommen vor allem durch ihr «Mit-
Schlechter. Die Pädagogik als Theorie von die- ; gebrachtes» als Jeweiligen «Ausgangspunkt»
Ser Praxis hilft ihr zur Unterscheidung u. nä- . (Gegenstück zum Ziel) in Betracht. Hier entfaltet
heren Erkenntnis des einzelnen. "Sich die Fülle dessen, was in vielberufenen Strei-
Indessen Sind an all dem Stets Personen , tigkeiten erscheint als Anlage, Speziell als Ver-
beteiligt. Mag auch das Telos als in diesen : erbung, u. als bisherige Erwerbung (Mitgebrach-
liegend angesehen werden, so bleibt die Be- , tes im engeren Sinne), insbes. als die für erzieh].
trachtung ihrer Selbst für päd. Rücksicht außer- u. unternchtl. Einwirkungen zur Anknüpfung
halb jener beiden Gruppen von B.n. Demnach | bereite « Vorerziehung» u. «Vorbildung».

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.