305 Bestandstücke
2) All dies kann betrachtet werden unter dem
Gesichtspunkte der gegebenen Zuazuvzdualtät
(5. die Art. Individualität, Anlage, Interesse). Da-
bei kommt es bes. darauf an, welche Interessen
«vorliegen» oder «mitgebracht» werden, kurz
auf die /uteresSsenrichtung des Zöglings u. Schü-
lers, Schließlich auch des Erziehers u. Lehrers.
b) Der einzelne tritt aber in die päd. Zusam-
menhänge ein nicht nur als Individuum, son-
dern auch als Glied von Geme:nschaften, als
Teilhaber eines Sozialen Lebens. Zu dem, was
Schon bisher « Umwelt», «Milieu», «Erlebnisse»
dargeboten haben, kommen nun hinzu die
Verhältnisse Erzieher-Zöglhng, Lehrer-Schüler,
zowie die Gemeinschaft einer Bildungsanstalt
(Speziell Schulklasse) Samt deren Beziehungen
zu weiteren Sozialen Zusammenhängen (Päd.
Soziologie, s. die Art. Soziologie u. Pädagogik
Sowie Sozialpädagogik).
Ein Zusammenhalten von Ziel u. Ausgangs-
punkt führt auf die Probleme der Bildungs-
möglichkeit überhaupt, auf das Existenzrecht
alier päd. Praxis u. Theorie. Die darin liegen-
den Bedenken Sind allerdings Schon längst
durch den tatsäch]. Bestand unseres Gebietes
SO gelöst, daß eine Beweislast vielmehr auf der
Gegengeite liegt.
Bis zu einem Solchen Gegenbeweise können
SeChs Motive als Grundlagen der Existenz von
Pädagogischem (Bildung als Erziehung plus
Unterricht) betrachtet werden. Es besteht eine
BildSamgezt, Von höchsten Graden einer (Auf-
klärungs-)Perfektibilität an bis hinab zu den
kümmerlichsten Resten bei Idioten, von der
neuen Indiridualpsychologie gleichmäßiger,
von der neuen Erbkunde ungleichmäßiger ein-
geschätzt ; ein Bildungsdedirfn:s (Scheinbar ge-
ring, tatSächlich groß, zumal wenn nicht ver-
derbt); ein diesem als etwas Subjektivem zur
Seite Stehendes Objektives, der Bildungsödedar/,
Ihne dessen Erfüllung der einzelne u. das So-
ziale Ganze Schaden leiden ; ein Bildungsyec4a,
im Sinn eines AÄnspruches der Kinder u. ihrer
Vertreter auf päd. Eingreifen (erst in neuerer
Zeit mehr beachtet), u. eine diesem Recht ent-
Sprechende Bildungs?//;ckt der Eltern u. der Sie
ergänzenden einzelnen Sowie Gemeinschaften.
XU dies aber nicht in unbegrenztem Maß, Son-
dern mit dem Bewußtsein, daß es Seine Grerzer
hat, daß insbes. mit dem «Gegebenen» nicht
alles erreicht werden kann, was der päd. Praxis
u. Theorie als möglich u. wünschenswert er-
Scheint, also die Bildungsgrenzen. Man kann von
ainer päd. Grenzenlehre, FPeratologie, handeln,
mit Streit zwiSchen Optimismus u. PesSimismus.
Gilt das Gesagte zunächst von den ten» päd. Tuns, So nimmt es für dessen «Sub-
jekte» die Gestalt der « Sildnerbildung?> an, der
Erziehung der Erzieher, der Lehrerbildung, ein-
Schließlich der «Lehrerbildnerbildung» (Ss. Art.
1 ehrerbildung).
/

der Pädagogik. 306
3. Die zum Teleologischen durch das Per-
Sonologische führende Methodologie glie-
dert Sich 80 mannigfach, daß Schließlich auf alle
nicht einseitige päd. Literatur, insbes. die der
«Didaktik» u. «Hodegetik», zu verweisen Ist.
Wir beschränken uns auf eine Verzeichnung
all dessen, was dort in Betracht kommen kann,
wobei immer wieder die Zweiseitigkeit des
päd. Tuns (das Geben u. Nehmen, das Erziehen
u. Erzogenwerden, das Lehren u. Lernen) zu
beachten iSt.
a) An der Spitze der Methodologie steht
wiederum die Fragenach dem 5HS7z/adzu7g5ssS70/ oder
-gut. War wirklich dieses Samt Seiner Aus2zuahl
dem Telos zuzurechnen, So tritt jetzt die Art
SeinerSehandlung auf. Vor allem gilt es, die plan-
volle Anordnung des ausgewählten Stoffes, bes.
nach den Rücksichten, welche ein Nebenein-
ander u. ein Nacheinander verlangen, zu treffen.
Die ganze Kunst des «Lehrplanes» (s.d.) u. des
« b) Die Gegenstände des Zehrplanes wollen
(wie namentlich Zerdar? u. Seine Anhänger be-
tont haben) nicht «hingeschüttet», Sondern in
bestmögliche Gestalt gebracht, «geformt», «ar-
ükuliert» werden. Dafür treten die Ausdrücke
«Lehrgang» (Ss. d.) Sowie «Erziehungsgang» ein.
c) Jene Artikulation der Lehrgüter führt zu
< Lehreinheiten». Sie müssSen nicht, können aber
zusammentallen mit einer Zeiteinheit, der SOg.
Innerhalb der Lehreinheit (Sowie etwa Er-
ziehungseinheit) entfaltet Sich das «Methodi-
Sche» in dem engeren Sinn des « Verfahrens»
als Lehr- u. Erziehungsverfahren (s. die Art.
Bildungs- u. Erziehungsverfahren) u. der « Le/2r-
Form» (Vortrag, Wechselgespräch usw., Samt
den Arten des Unterrichts: darstellender oder
darbietender, erklärender, entwickelnder usw.),
je nachdem auch einer «Frziehungstorm». Hier
entfaltet Sich am ehesten das, was man im
Unterricht (analog in der Erziehung) den päd.
Akt (s. d.) nennen kann.
d) Die Gesamtheit dessen, was für diese Be-
mühungen als äußerer Behelf in Betracht
kommt, Sind die ZeArmttel u. Erziehungsmittel
(Ss. jeweils d.), letztere mit bestmöglichem Er-
Satz der Rute. Neben den «Lehrgeräten» zur
Anschauung u. Veranschaulichung handelt es
Sich hauptsächlich um die «Lehrbücher», ein-
Schließlich IliterarisScher u. Real-LeSsebücher.
Dazu kommen Schulhefte u. dgl.
e) Die Zezt, in der all das geschieht, verlangt
SOwohl beim Unterricht wie bei der Erziehung
zunächst eine zweifache Betrachtung: das aur
u. das Wielange, die Zeitstelle u. die Dauer.
Nicht gleichgültig ist, in welchem Augenblick
eines Bildungsganges eine lehrende, lernende,
erzieherische Tätigkeit auftaucht, also ob keine
Verfrühung oder Verspätung als unzweckmäßig
| gebucht werden muß. Das Wielange dieser oder

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