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von früher privaten höheren Schulen übernahmen,
50 daß heute der Staat 33 Gymnasien besitzt, wäh-
rend verschiedene Gemeinden 13 haben u. nur
93 Privatschulen geblieben Sind, die wie auch die
privaten Mittel- u. Realschulen bedeutende Staats-
zuschüsse erhalten. An den Staatl. Gymnasien wird
zeit 1918 kein Schulgeld erhoben ; die Eltern zah-
len eine «Schulteuer» (3-16 Kronen monatlich,
je nach dem Einkommen), so daß Eltern mit unter
4009 Kr. Jahreseinkommen nichts zahlen, u. EI-
tern mit mehr als 14000 Kr. Jahreseinkommen den
Häöchstsatz zahlen. Dieser Umstand mag mit dazu
beigetragen haben, daß die Anzahl der Abiturien-
ten bedeutend gestiegen ISt (1913: 851, 1928: 1586).
Mit Anderung vom Jahre 1924 umfaßt das
«Schulamtsexamen» (Staatsexamen für wer-
dende Gymnasiallehrer) in der philos. Fakultät
nur noch 2 (humanistiSche) Fächer, ein Haupt-
fach u. ein Nebenfach.
An der Spitze der Gymnasien Steht Seit 1906
ein «Unterrichtsinspektor» (trüher bestand eine
3 UniversitätsprofesSsoren umfassende « Unter-
richtsinspektion», die die Schulen u. bes. die
Prüfungen im Nebenamte beaufsichtigte). Die
Mittel- u. Realschulen beaufsichtigt (Seit 1886)
ein besonderer « Unterrichtsinspektor».
Der Verein der Lehrerschaft an den Gymnasgien |

heißt GymnasSzteSkolen>), der der Lehrerschaft an den.
XMhttel- u. RealSchulen «Darmarks Realskoletor-'
enig (Organ: «Den danske Realskole>).
Für die höhere Schule ist die Verbindung mit
der VoiksSchule durch die Mittelschule von großer
Bedeutung gewesen. 1923-1928 war die Zeitschrift
“Tor Cngdom: (Ünsere Jugend) gemeinsames Or-
gan für alle wichtigeren Lehrervereine, Sowohl der
VolkssSschule als auch der höheren Schule. Daß:
dieses Bindeglied als Solches nicht mehr existiert,
wird von vielen tief bedauert.
I11. Hochschulwesgen: Die Kopenhage-
ner Universitätist Seit 1912 mehrfach er-.
weitert worden (durch Ankauf u. Neubau, bes.
für Laboratorien u. Seminare |dänisch auch.
Laboratorien genannt). Aber der Andrang der :
Studenten hat immer zugenommen, so daß
weder die Räumlichkeiten noch die Zahl der:
ProtesSsoren u. Dozenten genügen (Zahl der im-
matrnikulierten Studenten 1929: 5136; davon
Waren 1200 neu immatrikuliert). Der Wunsch,
eing neue Unmiversität in Fürland zu Schaften,
ISt immer lauter geworden, u. 1928 hat man in
Jarluus jedenfalls ganz vorläufig einen «Uni-
versitätsunterricht» angefangen mit einem Pro-
eSSor der Philosophie (der dann auch die Prü-
iung in der philos. Propädeutik abnehmen
Kann) u. einigen Dozenten (bes. für Dänisch u.
die Fremdsprachen). Eine endgültige Entschei-
dung der Frage, ob man eine neue Universität
begründen soll u. eventuell wo, ist noch nicht
Setrotien. Auch die «Polytechnische Lehr-
anstalt» izt mehrfach erweitert worden.
| IV. BeSo.dung: !o/ksschullehrer in den
Städten : Oberlehreriinnen“ /«Schulinspektoren»)
Danzig.
470
5400-6360 Kr., Lehrer(innen) 2820--4620; einige
Gemeinden, bes. Kopenhagen, haben höhere Sätze ;
aufdem Lande: Erstlehrer(innen) 2640-4440 (oder
2340-4140), Zweitlehrer(innen) 2160-3660. Die
Unterrichtspflicht beträgt 36 Wochenstunden, für
Lehrerimnen auf dem Lande bis zu 42. Gy7mz7rnaSzal-
lehrer : Rektor 7800--9000, Lektor 5400-7200,
Adjunkt 3480--5640, andere Lehrer (nicht wissen-
Schaftlich gebildete) 3000--4800. Die Unterrichts-
pflicht: 27 Wochenstunden (vom 55. Lebensjahr an
24), für «andere Lehrer» jedoch 30. An den S7aas-
SEININAFeN.:VorSteher(in) 7800-9000, Lehrerinnen)
3600-7200 ; an der ÜrzverSztät : ProfesSor 7800
bis 9600, Dozent 4500--6300. Außerdem gibt es
noch einen (niedrigen) Teuerungs- u. Ortszuschlag.
V. Neuere u. neueste Ideen 7Zider Ey-
zzeßung u. Unterricht Sind natürlich auch nach
D. gekommen. Bes. Dr. Sigurd Nasgaarad hat
ihnen das Wort geredet. Näheres darüber findet
man in «The New Era» (Januar 1929). Einige
Versuche Sind bes. in privaten Realschulen mit
der Dalton-Methode (s. d.) gemacht worden ;
auch in Volksschulen hat man, bes. in den un-
tersten Klassen, freieren Unterrichtsformen
Raum gewährt. Einige private Vorschulen ha-
: ben angefangen, die Methoden JDecrohs u.
| Montessors (Ss. jeweils d.) zu verwenden. Einige
Lehrer versuchen, eine Verbindung zwischen
den Ideen G7rundtv?g-Kolds u. den Ideen der
neuen freien Schule zu finden.
Schrifttum: Die erwähnten Zeitschriften der
' verschiedenen Vereine. ÄASsmussen- Weis - Glahn-
Graae: Meddelelser angaaende de höjere Almen-
Skoles (1 Bd. jährlich); StatistisSk Aarbog (1 Bd. jähr-
lich); Danmarks Folkeskole (Aarhus 1924).
7. Nzelsen, Kopenhagen.
Danzig (Bildungs- u. Erziehungswesen).
(D. = Danzig, D.-St. = Danzig-Stadt.)
D. u. das mitihm verbundene Gebiet (1950 qkm
mit rd. 408 000 Einw. -- D.-St. rd. 236 000 Einw.
[Zählung vom 18.VII1. 1929; --. davon ungefähr
95%*/5 Deutsche u. 5*/, Polen wurden durch den
| Versailler Vertrag gegen den offen erklärten Willen
der Bewohner vom Deutschen Reiche (10.1.1920.
' getrennt u. als Selbständiger Staat mit der Be-
' nennung «Fee Stadt D.: gegründet. Der Frei-
Staat Steht unter dem Schutz des Völkerbundes,
der auch für Seine VerfasSung (endgült. FasSung
vom 14. VI. 1922) bürgt. Diese ist der Reichsver-
fasSung u. der der Freien u. Hansestädte nach-
' gebildet, berücksichtigt aber die Staatl. u. wirt-
SChaftl. Sonderentwickiung ; So iSt z. B. die Tren-
nung von Kirche u. Staat nicht ausgesprochen.
Die vor dem 11. VII1. 1919 geltenden Gesetze u.
Verordnungen bleiben in Kraft, wenn die Ver-
faszung oder die Gesetze nichts anderes bestim-
men. = Währungseinheit ist der Gulden (G.= dt.
= 100 Pfennig (P., = "',5 € (vgl. H. Sacher, Staats-
lexikon '?1926;: Danzig.
I. Schulgesetzgebung u. Schulverwal-
tung: Die Kulturpolitik D.s Steht in engster Ver-
bindung mit der des Deutschen Reiches bzw.
Preußens, deren gesetzgebung u. -verwaltung u. die Lehrpläne

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