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zum raschen u. Sichern Vollzug des D.s heraus-
arbeitet, wird Sie zur Technologie des D.s. Als Fe-
deutungslehre hat die Logik das D. zum Objekt, in-
Sofern in ihm überhaupt Gegenstände «bedeutet»,
«gemeint» werden ; Sie untersucht die Art u. Weise,
;n weicher überhaupt Gegenstände gedacht werden
können. Die konkreten Denkerlebnisse verschie-
dener Menschen können nämlich individuell höchst
verschieden Sein, u. doch können viele mit ihrem
D. dasselbe meinen ; Sie erleben denselben Gegen-
Stand in gleichen «Bedeutungen» oder «Sinnge-
halten». So Stimmen alle Menschen, die den Lehr-
Satz des Pythagoras Kennen, in dem «gedankl.
Gehalt» überein, den Sie von diesem Gegenstand
Verhältnis der Seitenquadrate im rechtwinkligen
Dreieck) meinen; Keiner denkt darüber etwas
anderes, Sondern alle denken dasselbe. Es Sind
jene gemeinsamen «Bedeutungen» (Notionen), die
m jeder Sprache durch zugeordnete Worte aus-
gedrückt werden, Uu. zwar derart, daß auch die ent-
Sprechenden Sprachworte verschiedenster Spra-
chen mit Hilfe der gemeinsamen Bedeutungen
einander zugeordnet werden können, So daß die
Bedeutungen die Verständigung von Sprache zu
Sprache ermöglichen.
Indem die Sedeurtungslogrk das D. als Bedeu-
ung nach Seinen Arten oder Formen untersSucht,
ermittelt Sie zunächst, daß die Bedeutungen als
Sinngehalt sSowohl Gegenstände darstellen als auch
psvch. Akte, darunter auch Denkakte (vgl. unten :
Psvchologie), zum Ausdruck bringen. Sie stellt fer-
ner eigentüml. Smnbeziehungen der Bedeutungen
fest, indem Sie einfachere u. zusammengesgetzte Be-
deutungen unterscheidet [(Beispiel: Tisch, hölzern
-- derhölzerne TiSch). Wichtiger noch ist die Unter-
Scheidung von elementaren u. verwickelteren Be-
deutungen; die Elementarbedeutungen ergeben
SIch bei der Analyse von verwickelteren Bedeu-
tungen oder Bedeutungsstrukturen als deren letzte
aufbauende Elemente (Beispiel: diese Pflanze hat
Blüten -- diese Pflanze, Blüten, haben. Bei den
Bedeutungsstrukturen lassen Sich wieder niedere
Strukturen, Bedeutungsgebilde, feststellen. welche
als Glieder von höheren Bedeutungsstrukturen, Be-
deutungsgefügen u. -Zeweben, anzusehen Sind.
Die Anwendung dieser Grundkategorien ergibt
/anächst bei den gegenständl. Bedeutungen den
1egril] 8. 4.“ als elementarste Bedeutung. Als Be-
Seutungsgebilde Sind dielechte) Frage, das bloße Fpe-
SHMMmen „Annehmen, Verstehen? u. das &ye7/ zu
nennen. Sie alle geben nicht nur einen bestimmten
Gegenstand (Sachverhalt) in Spezif. Weise wieder,
Sondern bringen zugleich einen Akt des D.s zum
Ausdruck. Das zeigt sich am deutlichsten beim
Crteit, das einen Sachverhalt meint u. zugleich
aine positive oder negative Stellungnahme dazu
ausdrückt (afärmatives oder bejahendes, negatives
oder verneinendes Urteil). Zu den noch mehr kom-
plizierten Formen des D.s, die man Bedeutungs-
Seiüge nennen kann, gehören etwa das hypothet.
Bedingungs-, Urteil, alle einfacheren Begrün-
dungen u. Sonstigen Sinnzusammenhänge, vorallem
aber der Schluß in Seinen mannigfaltigen Formen.
Darüber hinausliegende Komplikationen Stellen
die Bedeutungsgewebe dar, wie Sie z. B. bei den
Denken.

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achtung der aligem. Gegenstandsgesgetze (Identi-
tätsgesetz, Widerspruchsgesetz); sie fordert, daß
das D. Sich in den Bahnen der richtigen Bedeu-
tungsformen bewege, wobei Sie die Gesgetze der
Bedeutungen auf das konkrete begriffl., urteilende,
Schließende D. usw. anwendet; sie heischt ferner
Klarheit u. Deutlichkeit des D.s (namentlich bei
den Begriffen) Sowie richtige Verknüpfung nach
Grund u. Folge bei allen Begründungen. Insbes.
Stellt Sie als Methodenlehre die Regeln des method.
D.s heraus, wobei in erster Linie das wisSenschaftl.
D. gemeint ist. So ermittelt zie die Methode für
die Erfassung (Erforschung) der Gegenstände So-
wie für die Systematisierung u. die Darstellung
der Erkenntnisse. Bezüglich der Forschung unter-
Scheidet Sie dabei ein konkretes (auf Erfassung
konkreter Sachverhalte gerichtetes) u. ein abstrak-
tes (auf allgem. Sachverhalte zielendes) D. In bei-
den Richtungen untersucht s5ie, ob u. wie ein un-
mittelbares (intuitives) oder ein mittelbares (diS-
kursiwes) D. jeweils zum Ziele führt. Im gleichen
Zusammenhang kommen dann folgende Verfah-
rensweisen des mittelbaren D.s zur Behandlung :
die Deadurtion als Verfahren, das vom Allgemeinen
zum Besondern u. Einzelnen führt; die iverallge-
meinernde) /udukßt70onr als Methode, die vom Ein-
zelnen u. Besondern zum Allgemeimen aufsteigt;
die Analogie, welche von einem Gegenstand mit
Hilfe von Ahnlichkeitsbeziehungen zum andern
Gegenstand führt; schließlich das Erkennen aus
zuverlässiger Bezeugung. Begriffen /s.d. gegenüber
SINnd besondere Methoden anzuwenden.
2. PSychologie des Denkens vgl. dazu
Art. Denkpsychologie). Zweckentsprechend haben
hier zunächst die eimschlägigen Ergebnisse der
allgemeimen Psychologie über das D., alsdann die
Spezielleren der Kinderpsychologie Platz.
a; Allgemeine Psychologrie dcs ?.S. Die Arbeiten
derneueren empirischen «Denkpsvchologie» haben
im Zusammenklang mit Ergebnissen der phäno-
menolog. Forschung die Eigengesetzlichkeit der
Denkerlebnisse u. als ihr Unterscheidungsmerk-
mal gegenüber den «Vorstellungen» ihre Unan-
Schaulichkeitfestgestellt. Diese Unanschaulichkeit
gilt für 2 Arten psvch. Vorkommnisse, die beide
mit dem Namen «D.» belegt werden.
Unanschaulich Sind zunächst die Deukinſalte
oder Gedarkenr, die Sich als unanschaul. (abstrakte)
Gegenstandswiedergabe von allen anschaul. gei-
Stigen «Bildern» unterscheiden, Schon im der Ge-
Stalt 842777. Inhalte, erst recht aber m der Form
urteilsmäßiger Gedanken, im denen Sachverhalte
explizit («entfaltet»; gedacht werden. Dahin e-
hören auch die oft mit Gefühlen verbundenen AFe-
wufſtheiten oder Bewußtseinslagen 2.B.der Sicher-
heit, der UnSicherheit, des Zweifelns, des Staunens
u. dg).). Mit diesen Gedanken verknüpfen Sich meist
beim eigentl. zielhaften D. Stets Sog. Deunkarle,
Erlebnisse, welche die Selbstbeobachtung als «den-
kende» Betätigungen des Ich ermittelt, u. die auch
als Denkoperationen (im weiteren Sinne, bezeich-
net werden können. Denkakte kommen im 2 Grund-
formen vor: 1. als weinendes intentionales; D., das
in den Akten des Schlichten Meinens.Aufmerksam-
keit; s. d., des Fragens. des bloßen Bestimmens
Beweisen vorliegen. Für weitere Einzeiheiten muß | [Annehmens, Verstehens , vor allem aber des Ur-
aut die Darstellungen der Logik verwiesen werden. | teilens (der bejahenden oder verneinenden Stel-
Die Denklogik richtet an das konkrete D. ver-' lungnahme) auftritt: 2. als Schafendes oder arbei-
»chiedene Forderungen. Sie verlangt z. B. die Be- | tendes D. 'Denkoperation im engeren Sinne,. Zu

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