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vor allem: Konsequenz des Erziehers Selbst im
Denken u. Handeln, u. die M?2zze/ Sind bewußtes
Herausheben der Aufgabe an gehöriger Stelle,
Aufzeigen oder Findenlassen des LöSungsweges
u. öfterer Hinweis auf das Ziel (den «roten
Faden»), wobei die Ausdehnung der bearbei-
teten Komplexe Ständig zu erweitern iSt Uu. SO
immer größere Strecken des Bewußtseinsab-
laufes durch einheitl. Aufgabe determiniert
werden. Besondere Gelegenheit bieten der An-
Schauungsunterricht als Gesamtunterricht, der
Deutschunterricht (die Überschrift eines Lese-
Stückes, eines Aufsatzes als determinierende
Aufgabe), der Rechen- u. Raumlehreunterricht
(durch Stellung von Gesamtaufgaben, deren Lö-
Sung die Lösung von Teilaufgaben voraussetzt).
Unabhängig von der hier besprochenen Tat-
Sache der D. des Bewußtseinsablaufes durch den
Willen besteht die Frage nach der Determiniert-
heit oder Indetermmiertheit des Willens Selbst,
die in dem Art. Willenspädagogik, -bildung u. -er-
ziehung behandelt ist. -- Zur D. vgl. auch die Art.
ASssSoziation, Konstellation, Komplex, Reproduk-
tion, Konzentration.
Schrifttum: N.Ach, Über die Willenstätigkeit
Deutsche Oberschule.

Temperament (1910); K. Koffka, Zur Analyse der ;
Y- | . . .
vorste lungen n. ihrer GeSetze (1912); 0. Selz, Über : aber, um die Anerkennung als höhere Schule nicht
IC ZESEIZE dES SCOTUNETEN J. Lindw orsKy, Der Wille, Seine Erschei-
92:
(1913/22);
nung u. Seine Beherrschung(*1923) H. Düker, Über ;
das 'Gezgetz der Spez. D., in: Üntersuchungen zur
Psych., Phil. u. Päd., Jhrg. 5, H. 2. H. Scola.
Deutsche Oberschule.
[DO. = Denutsche Oberschule.])
1. Entstehung u. Entwicklung: /zzliser
(1
/
prophezeite in der Schlußbetrachtung Seiner &g
«Gegch. des gelehrten Unterrichts» (II, %1921,
S. 641), es werde «die Zeit kommen, wo die mo-
dernen Völker die Bildung ihrer Jugend, auch
dieallgemeine Vorbildung für das wissenschatft]l.
Studium, im wesentlichen aus ihren eigenen
der neuen Schule gekennzeichnet ,
496
welche meist nach dem Plan der DO. unter-
richtet u., wie das Seminar auf der Volksschule
aufbauend, begabte Volksschüler in 6 Jahres-
kursen zur Reifeprüfung führen Soll.
Der Vorschlag der Reichsschulkonferenz
(s. d.; Antrag Sprengel, Deutschbein, Hofstätter),
eine neunstufige DO. mit einer Fremdsprache
ü. einer zweiten Fremdsprache als Wahlfach
einzuführen, kann als die Geburt der DO. bs-
zeichnet werden. Neben dieser auf der Gruünd-
Schule Stehenden, d. h. grundständigen DO.
wurde auch die DO. in Aufbauform empfohlen.
In Sachsezn, wo nunmehr an die Stelle der Lehrer-
Seminare DO.n traten, teils grundständiger Art u.
teils in Aufbauform, u. in 7/2%77ngen, wo die Semi-
nare durchgehends in Aufbauschulen (DO.n) um-
gewandelt wurden, blieb der Zusammenhang mit
dem alten Lehrerseminar unverkennbar, Selbst in
der Zusammensetzung des Lehrkörpers (Sächs.
Gesetz vom 8. 1V. 1922 «über die Umwandlung
der Lehrerseminare»).
In Preußen dagegen wurde die DO. auf eine
breitere Basis gestellt. Die grundständige DO.
blieb auch organisatorisch ganz außer Zusammen-
hang mit dem Seminar. Das preuß. Ministerium
/ nützte zwar teilweise die alten Seminargebäude
u. das Denken (1905); -- Über denWillensakt u. das ; aus für die Begründung der meist nach dem Plan
der DO. unterrichtenden Aufbauschulen, forderte
- u. rein akadem. Lehrkörper. Die DO., vor allem
in ihrer grundständigen Form, erscheint damit als
gleichberechtigter Typ neben den Schon bestehen-
den drei andern.
Die Denkschrift des preuß. Ministers über «ie
grundständige DO. vom 18. 11. 1922 brachte einen
Übergangsplan für Klasse I des Lyzeums u. die
wisSenschafti. Klassen des Oberlyzeums in An-
gleichung an die DO. In einer Zeit, wo das alte
Oberlyzeum erledigt u. das neue noch nicht vor-
handen war, bot Sich damit die auch lehrplan-
mäßig für Mädchen Sehr geeignete neue Schäal-
form als passender Ersatz an. Wenn gleichwohl
H. Lietz (5. d.) in Seinen Landerziehungsheimen '
durchzuführen u. 1911 in Seiner Schrift über
verzuchte, wie Sie die GesSellschaf? für Deutsche ' 8 :
; die Universität die zweite Fremdsprache als Pficht-
Prildung, früher Germanistenv erband, forderte,
u. wie Sie die Vertreter der Einheits Schule als
ihren Wünschen entgegenkommend erstrebten,
marer Verfassung im Art. 143 festgelegt hatte,
daß auch die künftigen Volksschullehrer auf
höheren Schulen vorgebildet werden müßten,
entstand Schließlich noch eine Bewegung, die
vom Organisatorischen aus u. teilweise im ZU-
Sammenhang mit der Einheitsschulbewegung
die DO. als die Nachfolgerin des alten Lehrer-
Seminars betrachtete; mit dieser Strömung Sind
die Anfänge der Auf bauschule (s.d.) verbunden,
die Städte wenig Gebrauch davon machten u. Sich
' meist leber mit Notformen (Kottbuser System u.2..
Mitteln bestreiten würden». Damit 1st der Kern ) ehalfen, 50 lag das daran, daß bei der Zurück-
wie SIC.
haltung der Philologen, der anfängl. Gegnerschaft
der Hochschulen uU. der ablehnenden Haltung der
Süddeutschen Länder, vor allem Baverns, die Be-
rechtigungen der neuen Schulart nicht Sicher-
gestellt Schienen. Nachdem als Zugeständnis an
fach eingeführt war, konnten im Frühjahr 1924 als
- erstes Glied der Neuordnung des preuß. höberen
, 22 - Schulwesens u. als Vorbild für die andern die Richt
ob man Sie nun Marionale Schule, Deutsches .
Gymnasium oder DO. nannte. Als die Wei-,
linien für einen Lehrplan der DO. erscheinen. Und
am 28. 111. 1925 vereinbarten alle deutschen Lan-
: der, außer Bayorn, die DO. mit 2 Fremdsprachen
als zur Hochschulreife führende Form zUzUASSC:
- Ein preuß. Erlaß vom 9. I11. 1927
gab den . 4%D-
- turienten der DO. die Berechtigung zum Hoch-
- Schulstudium.
faßte der Reichsrat am 10. X1. 1627,
Einen entsprechenden Beschlur
worau“ Bavyern
' den Widerstand gegen die neue Schulform 1m
Sommer 1928 aufgab u. Seine Hochschulen ött
nete. Die Inhaber des Abgangszeugni1sSes der
DO. Sind jedoch in 5Faryern nicht berechtigt, Staatl.

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