Dransfeld -- Dreher.
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während der Suspension nur die Hälfte Seines
Diensteinkommens. Wegen der oft fälschlich
50g. DV. gegen Zögling u. Schüler s. Art. Schul-
„ucht u. Schuldisziplin.
Schrifttum: P. v. Rheinbaben, Die preuß.
D.gesetze (21911); E.v. Dultzig, Das preuß. D.gesetz
für die nichtrichterl. Beamten (1914); A. Brand,
Das Beamtenrecht (*1928); -- Die preuß. D.gesetze
(1929); W.Lande u.W. Günther, Die Leiter u. Lehrer
an den öffentl. höheren Lehranstalten in Preußen
IV (1925). S?. G2tldemeister.
Dransfeld, Hedwig.
Geb. am 24. 11. 1871 zu Hacheney (Westf.), be-
Suchte D. das Staatl. Lehrerinnenseminar zu Pader-
born, war 1890-1912 Lehrerin am UrSsulinen-
kloster zu Werl, von 1905 bis 1921 Schriftleiterin
der «Christl. Frau», von 1912 bis zu ihrem Tode
Vorsitzende des Kath. Deutschen Frauenbundes,
1919 Mitglied der verfassunggebenden National-
verszammlung, Mitglied des Land- u. Reichstags ;
Sie Starb am 13. 111. 1925.
In der Dichtung Süchte D. den ersten Aus-
druck ihres Wesens. 1903 erschien Ihre Ge-
dichtsammlung «Erwachen», Spiegel eines
Schwer ringenden, starken Temperamentes.
Fein empfundene Naturlyrnik, tief erlebte Ge-
Staltung Schwierigster SeelisScher Zustände,
Starke Empfänglichkeit für Soziale Not Sind
das Gepräge ihrer Dichtung. Sie war nicht ihr
Stärkstes u. nicht ihr Letztes. Selten Sprach
Sie von diesem Jugendwerk. Es war ihr, wie
H. Weber Sagt, cein befreiender Flügelschlag
it: Jungen, durchquälten Jahren».
Als Schriftstellerin trat Sie zunächst in Unter-
haltungsschriften für die weibl. Jugend (Grafen-
dorli, Flitter u. Schein usw.) hervor. Sie ver-
öttentlichte literar. Beiträge übermoderne Dich-
tung u. anregende ReiSeberichte in der «Christl.
Frau», deren Schriftleitung Sie 1905 übernahm.
In ihr offenbarte Sich ein weiter Geist von
reicher Unmiversalität. Glühenden Herzens hat
Sie in den Geschehnissen der Zeit gelebt u. die
Kath. Frauenbewegung durch die Zeitschrift
nichtunggebend beeinflußt.
Ihre Eyrzzehertätigkeit vollzog Sich in der
Stiile einer klösterl. Anstalt. Ihren Schülerinnen
war Sie eine strenge, höchste Anforderungen
Steliende Lehrmeisterin, deren geistvoller Un-
terricht jede durchschnittl. Lehrtätigkeit durch-
brach u. ihre umfassende Spätere Wirkkraft
ahnen ließ.
D.s glanzvoller Aufstieg begann 1912 mit
ihrer Berufung zur Vorsitzenden des Katholischen
deutschen Frauenbundes. Sie hat der jungen Be-
wegung das Sichere Fundament, den Sstraffen
Aufbau u. die Stoßkraft verliehen. Unter ihrer
Kraftvollen Leitung vermehrte Sich die Mit-
Silederzahl von 36 000 auf 240000. Sie Sah die
Aufgabe der kath. Frauenbewegung nicht 50
Sehr in der Wirkkraft einzelner erlesener Frauen-
perSönlichkeiten als in der allseitigen Erfassung
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der Frauen des Volkes. Aus der tiefen Über-
zeugung von der Größe u. Kraft kath. Welt-
anSchauung hat sie in zündender Rede die
Frau zur Formung ibres Selbst, zur Arbeit an
Familie u. Volksgemeinschaft aufgerufen.
Ihre Serzufung in den Keichstag hat Sie als
Streng verpflichtende, universale Frauenauf-
gabe betrachtet. Kein Gebiet derVolksnot, kein
Zug derVolkskulturentging ihrem weitschauen-
den Geiste. Ihre Reden galten der Erneuerung
derFamilie, demSchutzderJugend, derWahrung
der Frauenehre, der Pflege der Bildungsgüter,
der Erhaltung des Friedens. Sie hat ihre par-
lamentar. Tätigkeit immer von den großen Ge-
Sichtspunkten religiös-philoSsoph. Weltauffas-
SUnNg, weniger in prakt. Kleinarbeit gesehen.
Die gezstige Gestalt D.s überragte die Frauen
ihrer Zeit. Ihre Starke Persönlichkeit war durch
Schwerste körperl. Leiden hindurch zur vollen
Entfaltung geistiger Krait emporgestiegen. Ein
machtvoller Wille berief Sie zur Führerin. In
herber Abgeschlossenheit u. Einsamkeit stand
Sie fern den Menschen. Ihre tiefe Frauengüte
u. Liebe verbarg Sie in Still getragenem Leid,
verriet Sie Selten in ihrer Dichtung u. offen-
barte 51e in großen Augenblicken in ergreifen-
der Rede. An ihrem Grabe wurde Sie die
«Mutter ihres Volkes» genannt.
Schrifttum: H.D. zum Gedächtnis, in: Die
christl. Frau, 25. Jhrg., 3. H. (1927). Aufsätze :
G. Krabbel, H. D., ebd., 23. Jhrg., 5. H., S. 129
(1925); Eine moderne Führerin, in: Lebensbuch für
junge Mädchen, hrsg. v. L. Doxie, S. 139-147
(1928); H. Weber, H. D., in: Die Frau, 32. Jhrg.
S. 328 ; 1. Neundörfer in: Allg. Rundschau, 18. Jhrg.,
S.106; E.M. Hamann, ebd., 22. Jhrg., S. 208; M. Will-
kens m: Mädchenbildung auf christl. Grundlage.
21. Jhrg., S. 544ff. (1925). JM. Offenberz.
Dreher, Theodor.
Domkapitularin Freiburg 3. Br., geb. amg. VI.
1336 in Krauchenwies (Hohenzollern), wurde
1860 zum Priester geweiht. Von1866 biSI893 war
er Religionslehrer am Gymnasium Hedingen-
Sigmaringen. In diese Zeit fällt Sein LebenSs-
werk, die Herausgabe Seiner weitverbreiteten
Religionsbücher u. katechet. Schriften. 1878 er-
Schien erstmals das «Lehrbuch der kath. Reli-
gion für Obergymnasien» in vier Teilen (Die
Wahrheit des kath. Christentums, Die kath.
Glaubenslehre, Die kath. Sittenlehre, Abriß der
Kirchengesch.), die bis zu 27 Aufl. erlebten.
Dem Rel.-U. in den mittleren Klassen höherer
Lehranstalten diente Sein 1884 erstmals er-
Schienener fünfteiliger «Leitfaden der kath. Re-
ligionslehre», wozu 1894 noch eine «Kleine
kath. Apologetik» kam. Waren diese Schriften
für die Hand des Schülers bestimmt, So dienten
die «Elementarkatechesen» dem Religions-
lehrer zur Vorbereitung auf den Katechismus-
unterricht. Auch das Problem der Katechis-
musreform hat D. beschäftigt u. ihn zu einigen
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