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II. Die Bedeutung der E. ist alles über-
greifend. Sie beeinflußt die Gefühlshaltung,
bewirkt Zu- u. Abneigung, wirkt als Selektions-
prinzip bei der Auswahl der Umweltsfaktoren,
die dann als Milieu wirksam Sgind, Schärft die
Aufmerksamkeit u. Wahrnehmung für gewisse
Objekte u. Stumpft Sie ab für anderes, verändert
das Gedächtnis, beeinflußt die Aussage auch
des Zeugen, das histor. (Harnack: «Neuere
deutsche Geschichte vom preuß. Standpunkt
zu Schreiben, das 1st die wahre Geschichte
Deutschlands; Kirchengeschichte vom Stand-
punkt der Reformation zu Schreiben, das 1st
wahre Kirchengeschichte»), richterl., erziehe-
riSche Urteil, Weltanschauung u. Religion (Be-
deutung des unfehlbaren Lehramts !), die Be-
rufswahl (Psychotechnik) u. Lebensführung,
Krankheit, Unfall, Fehlentwicklung u. Ver-
brechen. Die E. bedeutet darum guten Teils
Schicksal. Die E. des ScAülers auf die Fächer
u. Lehrer bedingt Lernerfolg u. -mißerfolg,
die E. des Zr2zehers auf die Schüler bedeutet
Gewinnung oder Abstoßung des Zöglings, dar-
um Erziehungserfolg oder -mißerfolg.
IV. Wichtig 1ist die Beobachtung desWerde-
gangs der E.en. Darauf baut Sich die Z-
zzehung der E.en auf. Schon das Neugeborene
muß Sich einstellen lernen. Es wird Sich ein-
Stellen in der Richtung des geringsten Wider-
Standes u. der stärksten Triebbefriedigung.
Seine Anlagen Sind das eine Prinzip, die «krit.
Erfahrungen» das andere. Die Umwelt übt Ein-
fuß aus aufdie Bildung der kindl. E.en. Gleich-
wohl ist das Kind nicht rein pasSiv; es wählt
vielmehr(natürlich nicht odernichtvoll bewußt)
auch einen bestimmten Ausschnitt der Umwelt
(Milieu) aus, um ihn auf Sich wirken zu lassen.
Das Kind wird Sich vieimal den E.en der Umwelt
angleichen, in andern Fällen anders oder ent-
gegengegetzt Sich einstellen. Diese allogene E.
wird Sich dann entwickeln, wenn die stärksten
Eigenanlagen nach andern Richtungen weisen,
die Umweltsstruktur aber kein, oder nur ein
Schwaches Echo findet. Die Erziehung muß
Sogar ihre Wesensaufgabe darin Sehen, dem
Zögling gewisse Dauer- u. Grundeinstellungen
zu vermitteln. Dabei Sind auf dem Wege der
Einfühlung (s. d.) u. des Verstehens die gün-
Stigen u. ungünstigen Anlagen zu erforschen.
Auf die Bildung der E.en hat die unpilanmäßige
Kitz.


Beeinflussung (Milieupädagogie) u. planmäßige :
Erziehung (Planpädagogie) Einfluß.
Stere wird oft genug wirkSamer Sein. Die letz-
tere muß gleichwohl die Führung haven u. muß
Die er-:
darum unter Umständen AMilieuwandel oder:
-wechsel objektiver bzw. Subjektiver Art zum
Zwecke günstigerer Einwirkung zu erreichen
Suchen. Entsprechend der Altersreife muß auch
der Zögling zur willkürl., nach der Wertord-
nung oder dem Gewissen Sich richtenden E.,.
Neu-F. oder Umstellung veranlaßt werden. Das.
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Individuum 1st nicht bloß das mechan. Produkt
aus Anlage u. Umweltsreiz ; Seine Persönlich-
keit muß mehr Sein. Die Darbietung bzw. das
Erarbeitenlassen entsprechender Motive Ist ent-
Scheidend. Die Psychotechnik Sucht auf Grund
besonderer Methoden die E.en u. die Umstelli-
barkeit eines Individuums zu erforschen ; Sie
bietet 50 für die Berufswahl Gesichtspunkte.
Entscheidend 1st die Erziehung zur Umstellung
bei Fehlentwickelten. Die Wertgrundhaltung
(z.B. Genußgier, Geltungswille, Freiheitsdrang,
Ruheverlangen usw.) ist zu erforschen u. dann
durch «Zwischenveredelung» (Fr. W. Foerster)
eine E. auf höhere Werte zu erstreben.
Schrifttum: W. Conrad im Archiv für die ge-
Samte Psychologie. Bd. 34(1915); K.Jaspers, PSycho-
logie der Weltanschauungen (*1925); V. Strasser,
Psychologie der Zusammenhänge u. Beziehungen
(1921); E. Spranger, Lebensformen (*1927); K.
Marbe, Die Gleichförmigkeit in der Welt (2 Bde.
1916/19); -- Über PersSönlichkeit, E., Suggestion
u. Hypnose, in: Ztschr. für die gesamte Neurologie
u. Psychiatrie. Bd. 94 (1924), S. 359-366; -- Über
E. u. Umstellung, in: Ztschr. für angewandte Psyv-
chologie. Bd. 26 (1925), S. 43-58; -- Prakt. PSycho-
logie der Unfälle u. Betriebsschäden (1926); --
Psvchologie der Werbung (1927); M. Zillig, E. u.
Aussage, in: Ztschr. für Psychologie. Bd. 106 (1628);
A. Busemann, Päd. Milieukunde 1(1927); W. Popp,
Das päd. Milieu (1928); P. Petersen, Grundfragen
einer päd. Charakterologie (1928); P. Oberdörfter,
Von derWertweltder Gefährdeten(1928); H. Kieint,
Über den Einfluß der E. auf die Wahrnehmung,
m: Archiv für die gesamte Psychologie, Jhrg. 31,
H. 3 u. 4 (1925), S. 337-398. L. Bopp.
Eitz, Car! Andreas.
Geb. am 25. VI. 1848 zu Wehrstedt bei Halber-
Stadt, gest. am 18. IV. 1924 ebd., Gesanglehrer an
der 2. Bürgerschule zu Eisleben , erhielt er der.
Titel eines Dr. h. c. u. wurde zum ProfesSzor ernannt.
E. iSt der Erfinder des Tonwortes u. der Tonwort-
methode. Man kann das Tonwort den Solmisatio-
nen zurechnen, doch haben die Namen im Gegen-
Satz zu andern (etwa der GuidoniSschen) Solm:Sa-
tionen absolute Bedeutung. Das System an Sich
Stellt in Seinem log. Bau u. Seiner Genauigkeit eine
gemale Leistung dar, u. es ist für den Akustiker
u. WisSenschaftler überhaupt das vollkommenste
Namensystem. Hier muß eine Übersicht genügen.
in der nur die Namen für Töne bis zu 2 Vorzeichen
angegeben werden :











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