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Ganzstufen gehen also von Dauer- zu Dauer-oder
von Augenblicks- zu Augenblickslaut, enharmo-
nisch ident. Töne haben gleiche Konsonanten, dia-
ton. Halbstufen haben gleiche Vokale, u. Komma-
unterschiede (Steigend) Sind durch den jeweils fol-
genden Laut der Vokalreihe a, e, 1, o, u angezeigt.
E. verwendet das Tonwort im Schulgesang-
unterricht mit der Absicht, durch häufiges
Singen von Liedern auf T onnamen eine feste
AsSsoziation zwiSchen Tonnamen u. Tonvor-
Stellung zu Schaffen, u. notiert anfangs nur in
Tonwortschrnift. Die heutigen Anhänger des
Tonworts haben das Unterrichtsverfahren mehr
oder weniger umgestaltet. Da das Tonwort eine
absolute Benennung darstellt, gilt für Seine Ver-
wendung das unter Art. Schulmusikunterricht
über den Gebrauch absoluter Namen Gegagte.
Es kommt hinzu, daß das Tonwort noch zee
die nicht zu umgehende gebräuchl. Benennung
tritt 1. die durch das System grundsätzlich
geforderte wechselnde Bestimmung des Ton-
namens, je nachdem bei reiner Intonation
Kommarückungen zu erfolgen haben odernicht,
undurchführbar 1st. Der Streit der Meinungen
geht noch weiter, u. auch versuchte Kompromiß-
löSungen haben kein Ergebnis gezeitigt.
SchriftenvonE.:Bausteine zum Schulgesang-
unterrichte im Sinne der Tonwortmethode (1911,
21928 unter dem Titel: Das Tonwort, hrsg. von
F. Bennedik); Der Gesangunterricht als Grundlage
der musikal. Bildung (1914, *1924).
Schrifttum: Schriften von F. Bennedik, M.
Koch, O. Messmer u. R. Heuler. Vgl. auch Art.
Schulmusikunterricht. I. ESterſntes.
Elementenpsychologie.
1. Begriff u. Wesen: Es gab niemals eine
Richtung innerhalb der Psychologie, die Sich
etwa diesen Namen Selbst zugelegt hätte. Nach-
dem vielmehr die geisteswissenschaft]l. PSycho-
logie (Diltheys u. Sprangers) u. die Gestalt-
psSychologie Boden gefaßt hatten u. die persona-
Iist. PSYchologie (W. Sterns) bereits da war, kam
dieser Name als Bezeichnung für die empirisch-
experimentelle Psychologie auf, wie Sie durch
Joh. Müller, Fechner, Weber, z. T. auch durch
W. Wundt vertreten war. Man bezeichnet damit
jene erste Richtung innerhalb der Psychologie,
G:e das SeelisSche Geschehen aus letzten, nicht
weiter zerlegbaren Erlebnisteilen -- Elementen
(daher auch 4/05078- , Atompsychologie genannt)
- erklären wollte. Sie untersuchte zunächst
möglichst elementare, Seelische Inhalte, die aus
ihren erlebnismäßigen Ganzheiten möglichst
gelöst wurden. So wurde z. B. das Empfindungs-
problem irgend eines Sinnesgebiets aus der
Komplexen Qualität Ger Wahrnehmung 1SOliert
1. mittels des Experiments getrennt untersucht.
Doch? ISt damit nicht gesagt, daß man Sich dabei
Derunigte; man tendierte vielmehr auf größere
Zusammenhän ge hin, wenn man auch über der
Finzelarbeit das Ganze zu Sehr vernachlässigte
Lexikon der Pädagogik der Gegenwart. I.
2
Elementenpsychologie.

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u. gar das Wesen psychischer Ganzheiten irrig
als Und-Verbindungen faßte.
Aistorisch vor allem in der engl. Erfahrungs-
philoSsophie des 17. u. 18. Jahrh.s (Locke, Hume)
verwurzelt u. geistesgeschichtlich in den natur-
wisSenschaft]l. Erkenntnisidealen ihrer Zeit begrün-
det, fand die E. im 19. Jahrh. eine Sich bes. päda-
gogisch auswirkende Prägung in der Lehre Z27-
0aris. Für Herbart 1st alles Seelische Leben im
Grunde nichts weiter als mechan. Bewegung letzter
«Elemente» der Seele, der Vorstellungen, die ihrer-
Seits, mit Kraft ausgestattet, zu denken genötigt
Sind. Er erstrebte eine naturwissenschaftl. Erfor-
Schung der SeeliSschen Ablaufsgesetze in mathemat.
Formeln gleich den Gesetzen der Physik. Als man
in der 2. Hälfte des 19. Jahrh.s das naturwissen-
Schaft!l. Element auf Seelische Tatbestände an-
wandte, erlebte die E. ihren Höhepunkt. In den
zahlenmäßig ausdrückbaren Gesetzen der Psycho-
physi1k (Reiz-, Unterschiedsschwelle, Weber-Fech-
nersches Gesetz u. a.) glaubte man Regelordnungen
von der Digmität physikal. Gesetze vor Sich zu
haben. Doch erkannten PSychologen Sehr bald,
daß es Sich bei Solchem Betrieb im günstigsten
Falle um eine «Erklärung» Seelischer Vorgänge,
d. h. um eine Reduktion des Einzelfalles auf eine
allgem. Regel, nicht aber um ein «Verstehen» des
SeeliSchen handeln könne. W.Wundits vielgenannte
«Schöpferische Synthese» Sei als Beweis nur er-
wähnt. Das allmählich So aufgelockerte Elementen-
prinzip geriet aber völlig ins Wanken, als die Würz-
burger Schule (s. Art. Denkpsychologie) in einer
Methode, die Experiment u. Selbstbeobachtung
verband, mit allem Nachdruck auf das Vorhanden-
Sein von Nichtgegenständlichem, auf den Akt, hin-
wies. Wenn auch die geisteswisSenschaftl. u. per-
Sonalist. PSychologie, die Gestalt- u. Ganzheits-
psychologie(s. jeweils d.), die Sich bewußt in offenen
Gegensatz zu einer MoSalk- oder Atompsychologie
Stellten, die E. mehr u. mehr verdrängten, So wirkt
doch ihre Grundeinstellung zutiefst in den. An-
Schauungen mancher PSychologen (Th. Ziehen,
G. E. Müller, S. Freud) heute noch nach.
II. Wertung: Heute, wo GanzheitspSyCcho-
logie, Gestaltpsychologie unberechtigterweise
bereits Schlagwörter zu werden drohen u. die
Sog. E. verpönt ersScheint, wird es wichtig, diese
ablehnende Haltung nicht kntiklos anzuerken-
nen. So richtig es 1St, daſß im SeeliSchen das
Prinzip derSinnhaftigkeit zu gelten hat, daß wir
das einzelne nur von der Totahtät aus begreifen
können, So Sicher 1St es doch auch, daß wir in
der päd. Praxis wie in der psYcholog. WisSen-
Schaft der Analyse, die uns auf Elemente (besser:
Momente) des Seelischen führt, nicht ganz ent-
raten können. Der pSychologisch gesSchulte
Lehrer wird z. B. auf der Suche nach den Be-
dingungen der Fehl!samkeit immer wieder auf
Ausfälle einzelner Komponenten (z. B. Mangel
an ViSualität) eines SeeliSchen Komplexes, a150
auf Elemente des SeeliSchen Stoßen, ebenso der
Heilpädagoge. Desgleichen besteht der hypo-
thet. Sachverhalt, daß Sich relativ einfache Be-
wußtseinsinhalte (Elemente) nach den Gesetzen
der ASSozIation verbinden, wonl zu Recht, wenn
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