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Aufgaben der häusl. Erziehung in den öffentl.
Aufgabenkreis der Schule, der Gemeinde u. des
Staates zu überführen, immer stärker; das Netz
öffentl. Erziehungseimrichtungen wird immer
dichter, die Rückwirkungen auf die erziebe-
riSche Verantwortung des E.hauses SInd unaus-
bleiblich. Diese fortschreitende SozialiSierungs-
tendenz auf dem Gebiete der Erziehung wird
bewußt u. planmäßig vom Sozialismus, der
Erziehung als öffent]. Angelegenheit betrach-
tet, gefördert. Gegenüber diesen Strömungen
der Öffentlichkeits- u. Gesellschaftserziehung
iStdie erzieherische Kraft der Familie zu Stärken
u. die Familie in erhöhtem Maße -- auch vor
allem durch Erkämpfung natürl. Lebensgrund-
lagen -- erziehungsfähig zu machen (vgl. Art.
Familienpäd. u. häusl. Erziehung). Das E.haus
iSt trotz aller KriSenerscheinungen der Gegen-
wart die erste u. ursprüngliche Erziehungs-
Stätte der Menschheit, der Grund u. Wurzel-
boden aller Erziehung, nicht zuletzt auch der
natürl. Keim- u. Nährboden der Schule, wenn
auch die heutige Entwicklung unseres Schul-
wesens Sich immer mehr von diesen Seinen na-
türl. Grundlagen entfernt u. die Schule immer
Stärker zur bureaukrat. ISolierung im Volks-
leben führt. Die Erziehungsbedeutung der Fa-
milie kann nicht geleugnet werden. Sie leistet
für die Erziehung das Entscheidende: Schon
in den Anlagen u. Kräften, die im Erbgang der
Familientradition dem Kinde mitgegeben wer-
den, in der « Mutterschule», die vor aller öffentl.
Schule liegt. Wohl kann die Familie nicht alles
leisten ; Sie bedarf (auch für die Erziehung) der
Ergänzung durch die Schule, um das Kind zur
Anteilnahme an den Kulturgütern zu befähigen
u. es für die Gemeinschaft zu bilden. Aber
Schule ist nur ein Anknüpfen, Fortsetzen, Er-
gänzen u. Helfen. Schule istnicht autonom, SOn-
dern im besten Sinne des Wortes Hilfsanstalt.
3. Eltern u. Schule bedürfen der innern
Elternabende.

j
Gemeinschaft. Alle Erziehung Setzt Einheitlich- :
keit u. Stetigkeit der Erziehung u. Erziehungs-:
maßnahmen voraus. Der Zustand im Verhältnis :
von E. u. Schule ist weitgehend unbefriedigend,
vorwiegend gekennzeichnet durch Passivität,
Gleichgültigkeit, Unkenntnis.
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bücherei), die Stärkere Berücksichtigung u.
Pflege des Erzieherischen auch in der 7qges-
Presse (vgl. Art. PresSe).
b) Die mannigfachen Formen des mündl. Aus-
Spracheverkehrs zwischen E. u. Lehrern: die Z.-
Sprechstunde u. Erziehungsberatungsstelle (5. d.)
im Schulhaus, der Fazsdesuch des Lehrers
bei den E. Seiner Kinder, Kl/asSen-E. Stunden u.
KlasSsen-E.abende, E.abende (S- d.) u. Schulfeier-
Stunden für die Schulgemeinde, Miüzterabende
in Mädchenschulen , päd. Vortragsabende im
Rahmen der Gesamtschule, verstärkte Pflege
der E.pädagogik in der Erwachsenenbildung
(s. d.) (Volkshochschule) u. im Rundfunk (s. d.,
E.abende im Rundfunk).
c) Auch die amtl. oder freien Z.vertretungen
u. Z.3usammenschlüsse (z. B. E.beiräte, E.aus-
SchüSsse u. E.vereinigungen) u. die Sckz/verezne
(s. d.) haben hier ihr eigenstes Arbeitsfeld. Die
wirksamste Brücke zur Erziehungsgemeinschaft
von E.haus u. Schule iSt das lebendig-menschl.
Verhältnis des Lehrers zu Seinen Schülern, den
Kindern der E.
Schrifttum: H. Gaudig, E.haus u. Schule als
Erziehungsgemeinschaft (?1929); s. jeweils das
Schrifttum zu den einzelnen verwiesenen Stich-
worten , für E.recht unter Art. Erziehungsrecht,
-gewalt u. -pflicht. P. Bergmann.
' Elternabende.
[E. = Elternabend.]
1. Bedeutung u. Charakter: Der Gedanke
der E.e, Schon lange von einsichtigen Pädagogen
u. Volkserziehern immer wieder vertreten, wird
in der Gegenwart immer stärker als eines der
besten Mittel zur Grundlegung der Erziehungs-
gemeinschaft von Elternhaus u. Schule erkannt
u. in Seiner wesensgemäßen Figenart ausgeprägt,
wenn er auch noch längst nicht Allgemeingut
unserer Lehrer- u. Erzieherschaft geworden 15t.
Während früher unter dem Begriff « alle Veranstaltungen der Schule für die Öffent-
lichkeit Schlechthin » auch Kinder- u. Unter-
haitungsabende zusammengefaßt wurden , 1st
: heute eine Klärung dahin ertolgt, daß E.e ihrer
: Wesen nach 7! zichungsabende Sind, die der
Die Soziale Um-'
Schichtung, der innere Volkszerfall SpiegeltSich
wider in der Lockerung u. Zerstörung der
innern Lebensbeziehungen von Schule u. E.
Angesichts der Erziehungsnot u.
ernsten AUsSspräche der Haus- u. Schulerzieher
untereinander, dem wechselseitigen Verstehen
u. Sichnähertreten u. damit der Begründung LU.
Vertiefung bewußter Erziehungsgemeinschatt
gestaigerten
Erziehungsgefährdung des Kindes von heute
derdarbietungen als Zeugnisse von der Schul-
iSt Stärkste Konzentration der erzicherischen
Kräfte von E.haus u. Schule notwendig. Als AMit-
:
t
tel zur Festigung der Erziehungsgemeinschaft
(vgl. Art. Schulpflego) u. zur Förderung der Er-
- Gestaltung wertvoller Inhalt fürdie »Schulabende
ziehun gSverantwortung u. Erziehungsfähigkeit,
ZUr «Pädagogisierung» der E. Sind zu nennen:
a) Aufklärungs- u. Vertiefungsarbeit durch
das gedruckte Wort: das gute Frzziehungsbuch, ; der Eltern, Lehrer u. Seelsorger, die nicht den
die E.zeitschrift (s. Art. E.zeitschriften u. E.-
dienen. E.e Sind grundsätzlich keine Kinder-
abende u. Schaustcllungen für die Eltern. Kin-
arbeit in Dichtun QS 1. Spiel, Musik u. Körper-
kultur gehören im allgemeinen nicht im den
Rahmen eines E. S, Sonder rnsind beisinngemäter
(Schulunterhaltungsabende, Schulfeste is. d.).
E.e Sina zuerst AusSprachceabende der E rzieher,
Charakter desV ortragsa2 abends oder der partei-

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