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mäßig gespaltenen Volksversammlung, Sondern
das Gepräge des Schlichten, Ungezwungenen,
Familienhaften tragen.
11. Gestaltung: Aussprachegegenstände
der E.e Sind möglichst konkrete Einzelfragen,
Aufgaben, Schwierigkeiten der Haus- u. Schul-
erziehung, immer unter Berücksichtigung der
vollen Lebenswirklichkeit, unter Anknüpfung
an Erfahrung u. Erlebnis, an Vergleich u. prakt.
Beispiel. Die Einleitung des Abends (Referat,
Vortrag, Bericht) kann nichtlebensnahe, Schlicht
Uu. anschaulich genug Sein u. hat Sich vor aller
Lehrhaftigkeit Sorgfältig zu hüten. Die Aus-
Sprache ist das Kernstück des E.s, dem unter
verstehender u. Sachgemäßer Führung breitester
Raum im Rahmen jedes E.s zuzuweisen I1St.
Zur Mitarbeit an der Gestaltung der E.e Sind
neben erfahrenen u. päd. gut orientierten Vätern
u. Müttern, neben Seelsorgern, Lehrern u. an-
dern Berufserziehern auch die Praktiker unserer
Wohlfahrts-, Jugend- u. Volkspflege (Jugendfüh-
rer, Berufsberater, Kinderhortnerinnen, Schul-
ärzte uSw.) heranzuziehen.
III. Arten:F.ekönnen Stattinden im Rahmen
der Gesamtschule u. der Einzelklasse. Entspre-
cnend dem Charakter des E.s als einer päd. An-
gelegenheit iSt den Ä/aSsSsen-E.en im engen Ver-
trauten Kreise des Lehrers mit den Eltern Seiner
Kiader naturgemäß der Vorzug zu geben. Sie
erscheinen als das wirksamste Mittel zur Bi1l-
dung u. Festigung rechter KlasSsenelterngemein-
Schaft, wenn Sie natürlich u. ungezwungen aus
der prakt. Schul- Klassenarbeit heraus-
wo.chsen (A l/asSenelternstunden z. B. bei der Autf-
nanme der Schulneulinge, vor wichtigen Ein-
Schnitten des Schullebens, vor dem Erstbeicht-
u. SrsStkommunionunterricht, vor der Schul-
entiasSung, anschaul. Einführung der Eltern in
neuzeitl. Methoden u. Arbeitsmittel unserer
Schule, Fragen der Berufswahl). In der plan-
mäſigen Gestaltung von Klassen-E.en Sehen
wir, neben aem ZFazusbeSuch des Lehrers bei
den Eltern Seiner Kinder, eine der wertvollsten
Hilfen u. Alittel zur Überbrückung der Kluft
zwiSchen Schule u. Elternhaus. -- Darüber hin-
ausSbehalten E.e fürdie Gesamtelternschaft einer
Schule (Schulelternschaft), auch E.e im Rahmen
Ger Pfarrgemeinde, ihren besondern Wert zur
Formung des Gesamtwillens der Elternschaft,
als geeignetes Mittel zu ihrer religiösen, päd.
U. Schulpolit. Orientierung u. Schulung über
“aitaufgaben u. Notwendigk eiten. Träger
Solcher ] E.e können außer der Schulleitung Sein
die Flternbeiräte (5. d.), die Elternvereinigungen '
U. Sonstige örtl. Gruppen u. Ausschüsse der
weltanschaul. Erziehungs- u. Elternbünde.
Eine besondere Form der mündl. päd. Orien-
verung u. Auf klärung ist die Zlternstunde 2m
Rundfunk (5. d.). Einige deutsche Rundfunksen-
der (u.a. Köln, Frankfurt a. M. Ybringen in regel- ;
mäliger, wöchentl. Ww jederkehr Elternstunden
Elternbeiräte u. EIlternräte.
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zur Erziehungsberatung, in denen Berufserzie-
her, aber auch erfahrene Eltern, Arzte usw. über
Fragen der prakt. Erziehung, der Haus- u. Schul-
erziehung möglichst volkstümlich u. plastiSch
Sprechen, Winke u. Fingerzeige für die Schwie-
nigkeiten der häusl. Erziehung geben u. Ver-
Ständnis für die neuzeit]. Schularbeit wecken.
Die Junge Einrichtung hat viel Anklang ge-
funden u. Sich als ein ausgezeichnetes Mittel
erwiesen, IinSbes. das Verstehen derneuen Schule
durch das Elternhaus zu fördern. In manchen
Städten I1st man weiter dazu übergegangen, im
Anschluß an die Funkstunde Aussprache-
abende, die Sich mit dem jeweiligen Funkvor-
trag beschäftigen, anzuberaumen. Interessierte
Elternkreise finden Sich hier in einem geeigneten
Raum (Schulsaal, Jugendheim o. ä.) zum ge-
meinsamen Lautsprecheremptfang des Vortrags,
um im Anschluß daran unter Sachgemäßer Lei-
tung in einen Gedankenaustausch zur Klärung
des Gehörten, zur Anwendung auf den Einzel-
fall einzutreten.
Schrifttum. Zum Grundsätzlichen: H. Gaudig,
Die Schule im Dienste der werdenden Persönlich-
keit I1 (*?1922). Praktische Hinweise u. Material-
Sammlungen : E.e, eine Sammlung von Vorträgen,
hrsg. vom Volksvereim für das kath. Deutschland
(381921); R. Palme, Richtlinien zur Veranstaltung
von E.en (1920); E. Niederhausen, E.e u. Familien-
abende (71913); F. Kahl, Familie u. Schule (2 Hefte,
1924/25) ;W . Türk, Ausmeinen E. en(1924';]. Prüfer,
Wie erziehen wir unsere Kinder? Päd. Vorträge aus
Leben u. Erfahrung für Eltern u. Lehrer (* 1920);
G. Hellwig, E.e, Familien- u. Volksunterhaltungs-
| abende (19253); J]. Lohmüller, Klassenelternstunden
(1930); F. Sachtleben, Aufklärungsarbeit m Schul-
besprechungen u. E.en (1926). "B. Pergnann.

Elternbeiräte u. Elternräte.
[E. = Eltern.]
1. Wesen: Der E.rat ist die in der Nach-
Kriegszeit in mehreren deutschen Ländern ge-
Schafftene amtl. Organisationsform zur Mitbe-
tailgung der E.Schaft an der Schulpflege u. den
Erziehungsaufgaben der Schule, zur Anbah-
nung u. Festigung organ. Beziehungen zwiSchen
Schule u. E.Schaft. GrundSätzlich bedeuten die
E.beiräte eine, wenn auch nur bescheidene,
Anerkennung des E.7ecks (vgl. die Art. E., Er-
ziehung u. Schule; Erziehungsrecht, -gewalt 1.
-pflicht). Im allgem. haben Sie eine beratende u.
anregende Funktion. Der Gedanke der AE.ve-
fretung an der Schule ist nicht neu. Ann.
fungspunkte finden Sich u. a. bei Dörpfelad; DB
Ottou. FH. Lietz forderten au5d rücklich I. Verbreitung u. ZusammensSetzung:
In Preußen wurde der erste E.beirat, zunächst nur
für höhere Schulen gedacht, durch MinErl. vom
1. X. 1918 eingeführt. Durch Erlaß vom 5. XI. 1919
; wurde der E.beirat allgemein für die Schulen
| Preußenseingeführt. Eincendgültige Wahlordnung
für die Bildung der E.beiräte wurde am 8. 111. 1922
| erlassen. Nach den preuß. Bestimmungen wird an

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